Kreistag stellt Signal bis 2015 auf grün

Der Dampfzug pendelt an jedem ersten Sonntag auf der Linie „Ruhrtal“ mitten durch den Ennepe-Ruhr-Kreis. Insgesamt gibt es 13 Einstiegsmöglichkeiten, allein neun davon zwischen Hattingen und Wetter. (Foto: EN-Kreis)

EN-Kreis. 200.000 Passagiere, 100 Dampfzug- und gut 400 Schienenbusfahrtage seit der Premierenfahrt am Ostersonntag 2005, Eisenbahnromantik nach Fahrplan und auf zwei Linien zwischen Mai und Oktober sowie Anfragen aus dem In- und Ausland – die Ruhrtalbahn ist ohne jeden Zweifel eines der touristischen Vorzeigeprojekte in der Region. Mit einem einstimmigen Beschluss hat der Kreistag des Ennepe-Ruhr-Kreises das Signal zur Weiterfahrt für Schienenbus und Dampfzug jetzt für die Jahre 2012 bis 2015 auf grün gestellt. Kern des Beschlusses ist ein jährlicher Betriebskostenzuschuss von 225.000 Euro. Davon zahlt der Kreis gut 105.000 Euro, der Rest wird von den Städten Bochum und Hagen getragen. Nach den bisher vorliegenden Entscheidungen wäre die Förderung Ende des Jahres ausgelaufen.

„Die Ruhrtalbahn bleibt damit ein ideales Angebot, um die Sehenswürdigkeiten der Region zu entdecken“, freut sich Geschäftsführer Stefan Tigges. Dabei setzt er zum einen auf den 50 Jahre alten roten Schienenbus VT 98. In drei Zugteilen bietet er rund 140 Sitzplätze sowie die Möglichkeit, direkt hinter dem Fahrer echtes Lokführerfeeling zu erleben. Noch nostalgischer wird es, wenn der Dampfzug mit der Lokomotive 38 2267, der „preußischen P8“ auf die Strecke geschickt wird. „Die 1918 gebaute Lokomotive zieht Waggons, die zwischen 1903 und den fünfziger Jahren des letzten Jahrhunderts gebaut wurden. Die offenen Plattformen zwischen den Wagen sowie die Wagenklassen von eins bis vier lassen das Herz vieler Eisenbahnfreunde höher schlagen.“ Beide Züge sind im Eisenbahnmuseum Bochum-Dahlhausen zu Hause, werden dort gewartet und auf technisch höchstmöglichen Stand gehalten. „Gerade erst haben wir den Triebwagen der Schienenbusgarnitur neu lackiert“, nennt Tigges ein Beispiel.

Auf der Linie „Ruhrtal“ passiert der rote Schienenbus auch die Ruine Hardenstein. (Foto: EN-Kreis)

Unterwegs sind die Züge auf den Linien „Ruhrtal“ und „Teckel“. Sie verbinden das Eisenbahnmuseum Bochum-Dahlhausen mit dem Hagener Hauptbahnhof beziehungsweise Ennepetal mit Herdecke. Dabei gilt folgende Regelung: Der Schienenbus fährt vom Frühjahr bis in den Herbst an jedem Freitag und Sonntag auf der Linie „Ruhrtal“. Einzige Ausnahme: An jedem ersten Sonntag ist die Dampflok auf dieser Strecke unterwegs. Dann ist der Schienenbus auf der Linie „Teckel“ im Einsatz. Ein direkter Umstieg vom einen in den anderen Zug ist am Hagener Hauptbahnhof möglich.

Die Verbindungen sind nicht nur eine Zeitreise in die Eisenbahngeschichte. Quasi direkt an der Bahnsteigkante jeder Haltestelle gilt es Sehenswürdigkeiten zu entdecken. Die Palette reicht von Burgen und Herrenhäusern über sehenswerte Altstädte bis hin zu Museen, in denen die Industriekultur der Region lebendig wird.

Außergewöhnlich sind auf der Linie „Teckel“ auch die Fahrten über das Ruhrviadukt sowie mitten durch die Städte“, wirbt Tigges für die zahlreichen Möglichkeiten, Freizeitangebote per Schiene optimal miteinander zu kombinieren. Fahrkarten für Teilstrecken gibt es ab 2,50 Euro, Hin- und Rückfahrten auf den gesamten Linien kosten für Erwachsene 20 Euro (Dampfzug „Ruhrtal“) beziehungsweise 15 Euro (Schienenbus „Ruhrtal“ / „Teckel“). „In Begleitung eines Erwachsenen fahren bis zu drei Kinder bis einschließlich 14 Jahren kostenlos“, weist Tigges auf eine von mehreren Ermäßigungen hin.

Wer einen gedruckten Fahrplan möchte, sendet einen mit 90 Cent frankierten Umschlag an die Ruhrtalbahn GmbH, Honigsberger Straße 26, 45472 Mülheim.