Kultur-Perlen im Haus Martfeld

Schwelm. (zico) Nicht nur zur Heimatfestzeit ist in Schwelm eine ganze Menge los in Sachen Kultur. Ein Herzstück sind die Veranstaltungen des Schwelmer Kulturbüros im Haus Martfeld, die traditionell mit dem Neujahrskonzert beginnen. Der wochenkurier unternahm mit Stadtpressesprecherin Heike Rudolph einen Streifzug durch den weiteren Jahreskalender.

„Solohighlights“ stellen am Donnerstag, 7. März 2014, ab 19.30 Uhr im Haus Martfeld der Schwelmer Musiker Stefan Wiesbrock und seine Gäste vor. Schon seit zehn Jahren gibt es diese Veranstaltung der Stadt Schwelm, die alle zwei Jahre im Haus Martfeld stattfindet. In der einzigartigen Atmosphäre des Museumssaales spielt der Gitarrist stets seine persönliche Lieblingsmusik. Diesmal hat er ganz besondere Gäste: Außer seinem mittlerweile 13- jährigen Sohn Luka hat er seinen Freund Walter Lehwald zusammen mit seiner Tochter Lisa eingeladen. Ob Rihanna oder Sting, Beatles, Pink oder eigene Kompositionen – allesamt sind es Lieblingslieder, welche die Musiker spielen.

Klassik erklingt im Haus Martfeld, wenn das Ensemble um Maki Hayashida (Klavier) mit Liviu Neagu-Gruber (Violine) und Vera Milicevic (Violoncello) am Donnerstag, 20. März 2014, 19.30 Uhr,Tschaikowskys Klaviertrio a-Moll, op. 50, sowie Dvoraks Klaviertrio No. 4 „Dumky“-Trio zu Gehör bringt. Maki Hayashida studierte in Tokyo und nach ihrem Abschluss an der Geidai-Universität Tokyo am Conservatoire National de Region in Paris bei Professor Ringeissen. Sie ist Preisträgerin mehrerer Wettbewerbe, zuletzt 1998 mit dem 1. Preis und der Goldmedaille beim Internationalen Wettbewerb „Vittorio Caffa Righetti“. „Ein Kulturgenuss der gehobenen Kategorie“, verspricht Heike Rudolph.

„Springtime is Swingtime“

Volkslieder ganz neu kennen lernen kann der Musikfreund am Donnerstag, 27. März 2014, ab 19.30 Uhr, wenn das Trio „Zebra-Sommerwind“ mit drei Stimmen und drei Akustikgitarren aufspielt. Thomas Kagermann, Urs Fuchs und Wolfram Cramer von Clausbruch servieren mit viel Spaß deutsches Liedgut – von melancholisch über ansteckend heiter bis absolut schmissig. „Zebra-Sommerwind“ erwecken die Lieder zu neuem Leben, indem sie spielerisch leicht an das Material herangehen.

„Springtime is Swingtime“ lautet das Motto am Donnerstag, 10. April 2014, 19.30 Uhr, mit „The Down Town Three & Beverly Daley“. Serviert wird ein swingendes Programm für den Frühling mit wunderschönen Songs aus der goldenen Ära des swingenden Jazz aus der Feder der Meisterkomponisten Edward „Duke“ Ellington, Count Basie, Fats Waller, Cole Porter, George Gershwin. Songs, die sich alle um diese Jahreszeit, um die Liebe und die damit verbundenen Gefühle drehen. Dazu gibt es eine unterhaltsame und interessante Moderation mit Anekdoten und lustigen Geschichten zu den Songs, ihrer Entstehung und Hintergründe. Die Musiker, Werner Geck aus Iserlohn, Ralph Kleine-Tebbe aus Düsseldorf und Hans G. Laaks aus Essen, sind mit ihren Instrumenten Klavier, Kontrabass und Schlagzeug ein seit vielen Jahren harmonierendes Trio, das viel Spaß an dieser Art Jazz vermittelt. Beverly Daley ist als Sängerin in der europäischen Jazzszene bestens bekannt, sucht oft den Kontakt zum Publikum und macht jeden Auftritt zu einem Erlebnis der besonderen Art.

Immer dabei: Das Martfeld Quartett

Nicht im Programm fehlen darf natürlich das Martfeld Quartett in der Besetzung Antje Kaufmann (Viola), Liviu Neagu-Gruber (Violine), Katharina Apel-Hülshoff (Violoncello) und Axel Hess (Violine), das am Donnerstag, 8. Mai 2014, 19.30 Uhr, gemeinsam mit Koloratursopranistin Elena Fink Werke von Haydn, Schubert, Delibes, Strauß und Fibich präsentiert.

In eine ganz andere musikalische Richtung geht es am Donnerstag, 22. Mai 2014, 19.30 Uhr, mit dem Duo Pot o’Stovies, das sich dem Irish und Scottish Folk verschrieben hat. Glen Redgen und Olly Mag greifen auf ein umfangreiches Repertoire zurück, zu dem auch an bekannte Traditionals, die man am liebsten sofort mitsingen möchte, gehören.

Eine Konstante im Programm ist der Schwelmer Kunstmarkt, der am Sonntag, 1. Juni 2014, von 12 bis 17 Uhr zum 35. Mal zum Stöbern einlädt. Zahlreiche Aussteller aus allen Teilen der Bundesrepublik präsentieren hier ihre schönsten Stücke. Das städtische Kulturbüro verspricht den Gästen eine attraktive Auswahl an Schmuck, Malerei, Grafik und Arbeiten aus Glas und Keramik. Ein vielseitiges musikalisches Programm umrahmt die lebhafte Veranstaltung rund um Schwelms Wasserburg.

Am Donnerstag, 25. September 2014, 19.30 Uhr, gastiert dann das Melton Tuba Quartett in der Kreisstadt – das erste und bis heute einzige seiner Art in Deutschland, dass aus vier Tubisten besteht und sich einen festen Platz in der Musikwelt gesichert hat. Mit der Weltpremiere des neuartigen Werkes „Grand Concerto 4 Tubas“ von John Stevens schlägt das Melton Tuba Quartett ein neues Kapitel auf und präsentiert seine gleichnamige fünfte CD, eine Coproduktion mit den Duisburger Philharmonikern.

Akkordeon mal anders

In seinem Programm „Unerhört“ macht es sich Frank Grischek am Donnerstag, 23. Oktober 2014, 19.30 Uhr, zur Aufgabe, dem Publikum die Vielseitigkeit seines Instrumentes nahezubringen. So richtig begeistern kann er sich für den Job Akkordeonist allerdings nicht. Mit unnachahmlich schlechter Laune macht er klar, dass das Publikum seine Sicht auf Akkordeonisten, ob nun in der Fußgängerzone oder im Konzertsaal, gründlich überdenken muss. Er entlockt seinem Instrument einzigartig wuchtige, aber auch feinste Klänge. „Ein Abend zwischen Konzert und Kabarett – ein Abend für alle Sinne“, ermuntert Heike Rudolph zum Besuch.

Klezmer, jiddische Lieder und Tangos erklingen am Donnerstag, 6. November 2014, 19.30 Uhr, mit dem Duo „Tangoyim, bestehend aus Stefanie Hölzle und Daniel Marsch. Es nimmt den Zuhörer mit auf eine musikalische Reise durch Osteuropa bis hin zur versunkenen Welt des jüdischen Shtetl und weiter ins Amerika der 20er Jahre. Mit Geige, Bratsche, Klarinette, Akkordeon und Gesang interpretiert Tangoyim traditionelle Klezmermelodien, jiddische Lieder und jiddische Tangos.

Absurditäten des Alltags

Englischer Humor, aber in deutscher Sprache serviert Mark Britton am Donnerstag, 13. November 2014, 19.30 Uhr, unter dem Titel „Ohne Sex geht‘s auch (nicht)“. Seine Shows sind die perfekte Mischung aus Kabarett und Slapstick, Pantomime und Situationskomik. Ohne Bühnenbild und Requisiten, dafür aber mit einmaliger Körpersprache und dem losesten Mundwerk diesseits des Kanals, lässt Mark Britton im Schnelldurchlauf vorbeiziehen, was ein Engländer in Deutschland so alles erlebt. Ob Baumarkt, Sauna oder deutsche Schwiegermutter: Er stürzt sich kopfüber in die Absurditäten des Alltags. Doch die Landung ist weich: „Always look on the bright side of life “.

Am Donnerstag, 27. November 2014, 19.30 Uhr, wird es dann wieder klassisch im Haus Martfeld, wenn Antje Kaufmann (Viola), Katharina Apel-Hülshoff (Violoncello), Liviu Neagu-Gruber (Violine) und Sigrid Althoff (Klavier) sich Beethoven Streicherserenade Opus 8 und Brahms Klavierquartett Opus 25 widmen.

Harfe ohne Klassik

Am Donnerstag, 11. Dezember 2014, 19.30 Uhr, beschließt dann die Jeanine Vahldiek Band mit „A little courage“ den diesjährigen Reigen. Jeanine Vahldiek spielt Harfe, aber fernab von Klassik. Der Sound der Jeanine Vahldiek Band ist eher dem Bereich Pop, Jazz, Rock zuzuordnen. Zweiter Teil der Band ist Steffen Haß, Schlagzeuger bei diversen Bands, Theater- und Orchesterproduktionen. Mit ihrer exotischen Besetzung haben die Beiden einen ganz eigenen Sound entwickelt.

„Ich freue mich auf das Programm des Jahres 2014 und hoffe, viele Schwelmer Kulturfreunde tun das auch. Das Haus Martfeld bietet einen wunderbaren Rahmen für diese hochkarätigen Veranstaltungen“, erwartet Heike Rudolph ein Schwelmer Kulturjahr mit zahlreichen Höhepunkten.