Leo im Ibach-Haus: Gelungenes erstes Gastspiel

Schwelm. (je) Schon von außen ist das Schwelmer Ibach-Haus
ein echter Hingucker: In dem imposanten, roten Backsteinbau hatte einst die
vielleicht bedeutendste ­Piano-Manufaktur der Welt ihren Hauptsitz.
2007 wurde jedoch die Produktion eingestellt, und wo einst Werkzeuge für
Kultur geschaffen wurden, findet diese nun statt. Musik, Kabarett, Literatur und
Kleinkunst haben derzeit ihren Platz in der Kulturfabrik. Und ab Juli 2017 fährt
diese unter ganz neuer Fahne, denn dann verlegt das Leo-Theater seinen Sitz vom
Haus Ennepetal in Milspe an die Schwelme.
Erster Eindruck
Einen ersten Eindruck von dem, was dann kommen wird, konnte das Publikum
bereits am vergangenen Mittwoch, 23. November, erleben.
Gegen 20 Uhr hatte sich das helle, freundliche Foyer der Ibach-Hauses gut
gefüllt, zwischen den Leo-Fans waren auch viele bekannte Gesichter. So wollten
sich beispielsweise auch Bürgermeisterin Gabriele Grollmann oder der ehemalige
Landrat Dr. Arnim Brux diesen besonderen Abend nicht entgehen lassen.
Ibach-Hausherr Dr. Hans-Joachim Vits verbachte gar seinen Geburtstagsabend bei
der Veranstaltung.
Freud und Leid der Vaterschaft
Vor außerverkauftem Saal, der für den endgültigen Leo-Umzug bis zum Sommer
durch bauliche Maßnahmen sogar noch etwas vergrößert wird, gab der Künstlerische
Leiter Marc Neumeister sein erstes Solo-Stück „Hi Dad! Hilfe. Endlich Papa“ zum
Besten. Mit einem Medizinball als einzigem Requisit und sorgsam eingesetzten
Licht- und Toneffekten ließ er das Publikum zunächst eine Stunde an Freud und
Leid, Sorge und insbesondere den oft absurden Verhaltensweisen eines werdende
Vaters teilhaben. Das Publikum hatte sichtlich Spaß, nicht wenigen kamen vor
Lachen die ­Tränen. Nicht minder witzig und doch auch immer wieder
nachdenklich ging es dann in der zweiten Hälfte weiter, in der das Kind nun
endlich zur Welt gekommen ist und der junge Vater ganz neue Seiten an sich und
seinem Leben entdeckt.
Verdient gab es stehende Ovationen für das kurzweilige Stück, das bestimmt
nicht nur bei Eltern und solchen, die es werden wollen, Anklang findet. Der
Einstand im Ibach-Haus ist geglückt.
Auch Leo-Chef Andreas Winkelsträter betonte nach Abklingen des Applauses in
einer kurzen Ansprache noch einmal seine Vorfreude auf die neue Wirkungsstätte
und betonte die freundliche Aufnahme durch politische und kulturelle
­Akteure in Schwelm.
Pumuckl in Ennepetal
Nach dem gelungenen ersten Gastspiel wird das Leo-­Theater aber zunächst
weiter am ­gewohnten Ort zu finden sein. Im Haus Ennepetal, Gasstraße 10,
gibt es dabei auch noch so einige vielversprechende Stücke zu sehen.
Am Samstag, 26. November, ist beispielsweise um 16 Uhr und 20 Uhr
„Meister Eder und sein Pumuckl“ auf der Bühne zu sehen. Das auf der bekannten
Geschichte von Allis Kaut basierende Stück für Kinder und jung gebliebene
Erwachsene ist die erste Regiearbeit von André Bornhöft.
In der titelgebenden Hauptrolle ist als aufgedrehter, teils wilder Pumuckl,
der auf der anderen Seite aber eine piepsige Stimme hat, Swantje Riechers zu
sehen. Die Rolle des Meister Eders, dem älteren liebenswerten Brummbär, wird von
Frank Paßmann übernommen. Weiterhin zu sehen sind Hugo Boecker als Dr. Gernheim,
Carola Schmidt als Bärbel, ­Karin Schwarz als Anni, ­Marika ­Kotulla
als Frau Steinhauser und André Bornhöft als Herr Schmitt.
Sondervorstellungen
Neben einer weiteren „normalen“ Vorstellung am Montag, 28. November, um 20
Uhr bietet das Leo-Theater auch geschlossene Vorstellungen für Kindergärten und
Schulen nach Vereinbarung an. Infos gibt es unter Tel.
02333 / 8697755.
Zusatzvorstellung

Aufgrund der großen Nachfrage
hat das Leo-Theater eine Zusatzvorstellung in den Spielplan
aufgenommen.

Am Nikolaustag, 6. Dezember,
um 16 Uhr, wird noch einmal „Meister Eder und sein Pumuckl“
gespielt.

Das gesamte Leo-Programm gibt es auch unter www.leo-theater.ruhr.