Leo-Theater hat sich wieder viel vorgenommen

Ennepetal. (saz) Der Ausblick auf die kommende Spielzeit des Leo-Theaters in Ennepetal beginnt zunächst mit einem Rückblick. „Wir hatten hier wirklich turbulente Monate“, erklärt Andreas Winkelsträter von der Theaterleitung. Zunächst einmal wurde am 1. Juni 2015 das Theater vom neuen Besitzer Hermann Luce übernommen. Einen wirklichen Einschnitt musste das Leo daraufhin allerdings wie erwartet nicht hinnehmen: „Den vorigen Erfolg des Theaters konnten wird schnell wieder aufnehmen“, so Winkel­sträter.

Die neue Spielzeit im Leo-Theater bringt auch für den künstlerischen Leiter etwas Neues. Mit „Hi Dad. Hilfe. Endlich Papa“ zeigt Marc Neumeister sein erstes Solostück.(Foto: Leo)
Die neue Spielzeit im Leo-Theater bringt auch für den künstlerischen Leiter etwas Neues. Mit „Hi Dad. Hilfe. Endlich Papa“ zeigt Marc Neumeister sein erstes Solostück.(Foto: Leo)

Dafür sprechen auch die Zahlen der vergangenen Spielzeit. Mehr als 10.000 Besucher kamen nach Ennepetal, um das Leo-Ensemble auf der Bühne zu sehen. Auch nach der Trennung von Theatergründer Thorsen Hamer im vergangenen Januar gab es bei den Besuchszahlen keine Einbrüche. „Mit Marc Neumeister als künstlerischer Leiter haben wir das Schiff schnell wieder in ruhigeres Fahrswasser gebracht“, blickt Winkelsträter erfreut ­zurück.

An den Erfolg der vergangenen Spielzeit möchte das Leo-Theater auch in der kommenden wieder anschließen. Der Blick auf das Programm, welches die Besucher nach der einmonatigen Sommerpause dann ab August erwartet, verspricht auf jeden Fall schon einmal viel Abwechslung und Unterhaltung. Mit acht Premieren, einer Wiederaufnahme und vielen laufenden Publikumslieblingen hat sich das Leo einiges vorgenommen.

Solostück und Wiederaufnahme

Viel vorgenommen hat sich auch der künstlerische Leiter, denn die erste Premiere der neuen Spielzeit ist auch ein Novum für Marc Neumann: sein erstes Solostück. „Hi Dad. Hilfe. Endlich Papa“ feiert am 26. August 2016 Premiere und ist noch Teil des „alten“ Abos. „In dem Stück geht es um den Mann, der bei der Schwangerschaft mitleidet“, fasst Neumeister „Hi Dad“ zusammen. Theatrische Züge werden dabei mit Stand-up-Comedy verbunden. Der seriöse Aspekt bleibe aber keineswegs auf der Strecke, so Neumeister.

Aufgrund der großen Nachfrage wird in der kommenden Spielzeit der Komödienklassiker „Sunshine Boys“ wieder aufgenommen. Im September wird es also im Leo ein Wiedersehen mit den beiden Streithähnen Willie Clark und Al Lewis geben in einer „schön bitterbösen Komödie“, wie Neumeister sie bezeichnet.

Silvester-Premiere

Traditionell wird es zu Silvester auch wieder eine Vorpremiere der Januar-­Inszenierung geben. Dieses Jahr treten die beiden mörderischen Tanten Abby und Martha aus „Arsen und Spitzenhäubchen“ auf der Leo-Bühne auf. Das Besondere an der Leo-Inszenierung: Mit Marc Neumeister und Robin Schmale schlüpfen zwei Männer in die Rollen der beiden alten Damen.

„Meist sind die Silversteraufführungen im August oder September bereits ausverkauft“, erklärt Winkelsträter. „Deswegen läuft der Vorverkauf bereits jetzt schon.“ Die reguläre Premiere findet dann am 13. Januar statt.

Wiedersehen mit dem Meisterdetektiv

Der erste Sherlock-Holmes-­Fall, der in der vergangenen Spielzeit im Leo aufgeführt wurde, kam beim Publikum so gut an, dass mehrfach nach einer Fortsetzung der Krimi-Reihe gefragt wurde.

Deswegen wird es am 17. März ein Wiedersehen mit dem Meisterdetektiv und seinem Assistenten  Dr. John Watson geben. Für Kontinuität sorgt dabei, dass mit Marc Neumeister und Lars Dickel dieselben Schauspieler wieder die Hauptrollen übernehmen. „Sherlock Holmes – Das bestgehütete Geheimnis“ ist abermals eine deutsche Erstaufführung am Ennepetaler Theater. Wie bereits in „Der Hund der Baskervilles“ wird die Produktion sehr aufwändig. Das Stück basiert nicht wie zuvor auf einer Conan-Doyle-Geschichte, sondern erzählt eine eigenständige Story, bei der aber natürlich alle wichtigen Merkmale eines  „echten“ Holmes nicht fehlen.

Weiterer Ausblick

Die erste Premiere der neuen Spielzeit wird die Verwechslungskomödie „Aufguss“ sein, bei der das kleine Wörtchen „Spende“ für viel Verwirrung sorgen wird. Bei der Premiere am 28. Oktober 2016 wird humortechnisch „immer noch einer draufgeschmissen“, wie Marc Neumeister verspricht.

Dass Stücke für Kinder auch bei Erwachsenen gut ankommen, hatte 2014 der „Räuber Hotzenplotz“ bewiesen. Deswegen wird das Leo zur Premiere am 18. November zur Schreinerwerkstatt, wenn „Meister Eder und sein Pumuckl“ die Bühne betreten

Ein etwas anderes Stück feiert mit „Der nackte Wahnsinn“ am 17. Februar Premiere. Dort wird den Besuchern des Leo-Theaters Einblick in das Innenleben eines Theaters geboten. Von der Probe über die Geschehnisse hinter der Bühne bis hin zur Premiere zeigt das Stück in einer Art Zeitraffer mehrere Monate der Theaterarbeit, und wie diese vollkommen im Chaos versinken kann. „So kann das Publikum mal sehen, wie es am Theater laufen kann“, sagt Neumeister und fügt hinzu: „Hoffentlich allerdings nicht bei uns.“

„Besonders freuen wir uns, dass wir die Rechte an ‚Ein Herz und eine Seele‘ bekommen haben“, sagt Winkelsträter. Zwei Folgen der Kultserie aus den Siebzigern um Ekel Alfred Tetzlaff, seine Frau Else Dorothea, Tochter Rita und Schwiegersohn Michael werden an einem Abend gezeigt. „Welche das sein werden, darüber werden unsere Besucher bald online abstimmen können“, verspricht Neumeister. Premiere ist dann am 28. April.

Nach „Hauptsache gesund“ von Claudia van Veen und Jens Hajek zeigt das Leo-Ensemble „Trennung Pa(a)r Excellence“ das zweite Stück der beiden. So wie bereits „Hauptsache gesund“ wird es sich hierbei mit großer Wahrscheinlichkeit bei der Premiere am 26. Mai wieder um eine deutsche Erstaufführung handeln. Das Publikum kann sich erneut auf feinsinnigen Humor freuen.

Sommerpause

Wie bereits berichtet, macht das Leo-Theater im Monat Juli komplett dicht, um dann im August frisch und munter wieder in den Theater-Betrieb einzusteigen. Dann sind natürlich auch wieder altbekannte Stücke wie „Alles hat seine Zeit“, „Singles“, „Die Perle Anna“ und vor allem der Dauerbrenner „Loriot II“ mit dabei. Und es wird nicht nur Theater geben. Mit Tony Christie ist am 4. Dezember 2016 ein weiterer Musik-Weltstar zu Gast.

Alle aktuellen Neuigkeiten gibt es im Theater-Büro im Haus Ennepetal, Gasstraße 10, telefonisch unter 02333 / 8697755 oder auf der Internetseite www.leo-theater.ruhr.