Litfaßsäule lockt ins Seniorenzentrum

Gevelsberg. (saz) Der wichtigste Gedanke des Quartiersmanagement-Projekts ist die Vernetzung in der Gevelsberger Südstadt. So soll ein vielfältiges Angebot für die ältere Bevölkerung geschaffen werden, durch welches sie weiterhin Teil am täglichen Leben haben können.

Monika Dammin, Iris Baeck und Kerstin Thiel präsentieren den neuen Blickfang im Seniorenzentrum. (Foto: Sarah Schwarz)
Monika Dammin, Iris Baeck und Kerstin Thiel präsentieren den neuen Blickfang im Seniorenzentrum. (Foto: Sarah Schwarz)

Das Awo-Seniorenzentrum an der Kampstraße hat immer wieder neue Ideen, um die Vernetzung im Quartier voranzutreiben. Jetzt kommt noch eine Zusammenarbeit mit der Volkshochschule Ennepe-Ruhr Süd hinzu. „Wir haben uns vor einiger Zeit mit Iris Baeck zusammengesetzt und überlegt, wie wir als soziale und Bildungsträger eine Kooperation gestalten könnten“, erklärt Quartiersmanagerin Monika Dammin. Den sichtbaren Start der Zusammenarbeit stellten Dammin, Baeck, stellvertretende Leiterin der VHS, und Einrichtungsleiterin Kerstin Thiel am vergangenen Donnerstag vor: eine sechseckige Litfaßsäule.

Die Säule aus Korkmaterial bildet den Blickfang im direkten Eingangsbereich des Seniorenzentrums. Auf den verschiedenen Seiten finden sich Aushänge zu Veranstaltungen sowie zu einzelnen Sparten wie Service- und Hilfsangebote, An- und Verkauf und allgemeine Informationen.

Der Gedanke hinter der Säule ist ein einfacher: Es sollen auch Menschen ins Seniorenzentrum gelockt werden, die sich normalerweise nicht unbedingt dorthin verlaufen würden. „Wir verstehen das Seniorenzentrum auch als einen Ort der Begegnung“, betont Dammin. Dem pflichtet auch Einrichtungsleiterin Thiel bei: „So wollen wir den Gevelsbergern zeigen, dass wir nicht nur  ein Seniorenzentrum sind, sondern viel mehr zu bieten haben. Wir sind eine Begegnungsstätte.“

Als Ort der Begegnung funktioniert das Zentrum bereits sehr gut durch Veranstaltungen, die auch Außenstehende anlocken, wie beispielsweise der Weihnachtsmarkt und das Kooperationsprojekt „Heimat-Kunde“ mit den Awo-„Young Stars“ (nächster Termin: 30. August).

Die Litfaßsäule dient nun als eine Art Portal, über das sich auch die VHS in dieses einfache aber erfolgreiche Konzept einreiht, wie Iris Baeck sagt: „Für die nähere Zukunft sind erst einmal zwei Vorträge der VHS hier im Seniorenzentrum geplant. So können Bildungsangebote hier integriert werden, Außenstehende kommen in Kontakt mit dem Zentrum und die Bewohner können die Außenwelt erleben, was ihnen sonst nicht unbedingt möglich ist.“ Der erste Vortrag findet im Oktober statt und entführt die Besucher nach Südafrika.

Der Besuch der Vorträge kann auch helfen, etwaige Hemmschwellen abzubauen. „Die Menschen können auch mit ihren Fragen zu uns kommen, wir helfen gern“, sagt Thiel. „Es muss ja nicht gleich darum gehen, hier einzuziehen. Wer Hilfsbedarf hat, kann gerne zu uns kommen. Wir gehören zum Quartier dazu.“

Hergestellt wurde die Säule mit Teilnehmenden an den Werkstätten der VHS. „Wir gucken immer, dass wir mit denen etwas machen können, das hinterher auch einen Nutzen hat“, sagt Baeck. Nach Fertigstellung wurde die sechseckige Säule dem Seniorenzentrum von der VHS zum Selbstkos­tenpreis überlassen.