Märchen verbinden: Projekt für Gevelsberger Grundschulen

[1/2] „Märchen verbinden“ – da sind sich Bücherei-Leiterin Stephanie Kron

[1/2] „Märchen verbinden“ – da sind sich Bücherei-Leiterin Stephanie Kron, die Märchenerzählerin Maria Meß und Alexandra Konstantinopoulos vom Büro für Vielfalt und Zukunftschancen einig. (Foto: Sarah Schwarz) [2/2] Die Initiatoren des Projektes „Märchen

Gevelsberg. (saz) „Wenn du intelligente Kinder willst, lies ihnen Märchen vor. Wenn du noch intelligentere Kinder willst, lies ihnen noch mehr Märchen vor.“ – Dieses Zitat von Albert Einstein passt zu einem neuen Projekt an den Gevelsberger Grundschulen, welches vom städtischen Büro für Vielfalt und Zukunftschancen (BVZ) in Kooperation mit der Stadtbücherei initiiert wurde. Maria Meß, in Gevelsberg als „Goldmarie“ bekannt, stellt ihre Dienste dafür sehr gern zur Verfügung. Die professionelle Märchenerzählerin wird alle 3. und 4. Grundschulklassen in Gevelsberg mit einer Märchenstunde beglücken.
Interkulturelle Verständigung
Hintergrund der Aktion ist die Idee, durch Märchen eine interkulturelle Verständigung innerhalb der Klassen zu fördern. Märchen werden auf der ganzen Welt erzählt und spiegeln immer einen Teil der Kultur und Traditionen des Landes wider. Das macht die Geschichten so unterschiedlich wie die Menschen selbst. „Es geht darum, miteinander Märchen zu erzählen, erleben und zu thematisieren“, erklärt Alexandra Konstantinopoulos vom BVZ. „Die Auseinandersetzung mit kulturellen Unterschieden funktioniert nur gemeinsam.“ Es geht darum, voneinander und miteinander zu lernen.
Und da bieten sich Märchen an. Denn so kulturspezifisch sie auch sind, so wenig Vorkenntnisse braucht man als Zuhörerin oder Zuhörer beim Märchenerzählen. Die Geschichten sind einfach und leicht verständlich und haben immer ein Thema, dass alle Menschen betrifft, egal welchen Alters und welcher Kultur.
Ein weiterer Vorteil des Märchens: Es regt die Fantasie der Kinder an und fördert die Vorstellungskraft. „Kinder an Grundschulen wollen Abenteuer erleben“, weiß Maria Meß. „Sie wollen sehen, dass auch die Kleinen Drachen schlagen können. Im Miterleben des Märchens können sie ganz groß sein.“ Außerdem stellt das Erzählen und Erleben von Märchen einen positiven Gegenpol zur Überfrachtung durch moderne Medien dar. So wird der Alltag der Kinder entschleunigt und die kindliche Fantasie beflügelt.
Märchen als Lehrmittel
Gerne sollen die Lehrer die Märchenstunde in eine Lehrreihe einbauen, die Märchen thematisiert und zur Förderung der Kinder beiträgt. Analog zum Märchen bietet es sich an, die Zauberwelt noch einmal zu erleben. Sei es durch Malen, Spielen, Tanzen, Nacherzählen oder gar Kochen – den Lehrern sind hier keine Grenzen gesetzt.
Die Stadtbücherei Gevelsberg stellt dafür viele Materialien zur Verfügung, die von Leiterin Stephanie Kron in thematische Pakete zusammengefasst wurden. Eine Unterstützung des Projektes ist für Kron selbstverständlich: „Auch unsere Arbeit ist Integrationsarbeit. Und Märchen sind ein Geschenk.“ Und diese kann für die kulturelle Verständigung sehr gut genutzt werden.