Melanie Gobbo und Ensemble verzauberten das Publikum

Michael Kehraus, Kontrabass, Melanie Gobbo, Gesang und Moderation, Baptiste Pawlik, Violine, Melissa Pawlik, Piano, und Tarik Dosdogru, Schlagzeug, (von links) begeisterten die Gäste. (Foto: Stefan Scheler)

Schwelm. (Sche) „Es entsteht bei diesen Konzerten eine wunderbare Wechselwirkung zwischen Künstlern und Publikum“, beschrieb Stadtsprecherin Heike Rudolph beim Neujahrskonzert im Haus Martfeld vor wenigen Tagen den einzigartigen Charme dieser vom Kulturbüro der Stadt Schwelm ausgerichteten Musikveranstaltungen: „Neben den Auftretenden und ihren Zuhörern kann man die Musik selbst als den dritten ,Star‘ dieser Konzertreihe sehen.“

Das perfekte Zusammenspiel der fünf Musiker sorgte für einen entspannten und klangvollen Start in das gerade begonnene Jahr 2013. (Foto: Stefan Scheler)

Nachdem der damalige Kulturamtsleiter Jürgen Kuss diese Veranstaltung zum Jahreswechsel, quasi als Wachmacher nach langer Silvesternacht, vor gut 20 Jahren ins Leben gerufen hatte, etablierte sich ein mittlerweile immer neu definiertes und festlich arrangiertes Programm. „Es kommt uns dabei nicht darauf an, bekannte Größen aus der Musikszene zu verpflichten“, erläuterte Heike Rudolph das Konzept der Neujahrskonzerte: „Vielmehr sollen Nachwuchstalente, die zum Beispiel gerade von den Musikhochschulen gekommen sind, hier eine Gelegenheit zum Auftritt vor einem breiteren Publikum bekommen.“ Beim Debüt der Reihe hätten junge Sopranistinnen und Tenöre ihr Können bewiesen und sofort bei den Zuhörern gepunktet. „So erzeugen wir bei den Menschen ein musikalisches Gedächtnis“, umriss die Stadtsprecherin den Effekt der Veranstaltungen: „Die Aufführenden schlagen einen Bogen unvergessener, quasi unsterblicher Melodien.“

Dass der bunte Strauß aus Klassik, Operette, Musical und Filmmusik ein fester und wichtiger Bestandteil des künstlerischen Lebens der Kreisstadt ist, bewiesen neben dem anwesenden Bürgermeister Jochen Stobbe weitere 130 Gäste, die am Neujahrsmorgen in den bis auf den letzten Platz besetzten Saal des Hauses Martfeld gekommen waren. Sie erlebten Melanie Gobbo mit ihrem Ensemble aus dem westlichen Rheinland, bestehend aus Melissa Pawlik am Piano, Baptiste Pawlik mit der Violine, Michael Kehraus, der den Kontrabass strich und zupfte, und Tarik Dosdogru zwischen seinen Trommeln und Becken. Kam anfangs für manche Plätze im Saal die Vokalstimme gegen die Instrumentalisten kaum durch, änderte sich das nach den ersten Takten schnell. Hervorzuheben ist, dass die Künstler auf jegliche elektronische Verstärkung ihrer Klänge verzichtet hatten.

Sängerin Melanie Gobbo übernahm auch die Moderation der Matinee, bei der die Vollblut-Musiker Werke des Operettenkomponisten Franz Lehar genauso zu Gehör brachten wie „Ich hätt‘ getanzt heut‘ Nacht“ aus „My Fair Lady“. Gänsehaut-Gefühl kam auf, als das Leitmotiv aus „Phantom der Oper“ erklang, das einen modernen, fast jazzigen Akzent in das sonst überwiegend von traditionellen Weisen bestimmte Konzert setzte. Sowohl bei den eher klassischen Partien als auch bei ungarischen Zigeunerklängen überzeugte neben der unspektakulär agierenden, aber trotzdem sehr wirkungsvollen Pianistin Melissa Pawlik der virtuos aufspielende Violinist Baptiste Pawlik, der sich mehrfach über lang anhaltenden Applaus des Publikums freuen konnte. Aber auch Sängerin Melanie Gobbo, die sich mit Tanzeinlagen und mit ihrer gesamten Erscheinung charmant in Szene zu setzen wusste, trug mit ihrer kräftigen und sicheren Stimme zum Gelingen des Konzerts bei. An Kontrabass und Schlagzeug begleiteten Michael Kehraus und Tarik Dosdogru die Werke mit perfekt passender Rhythmik und satter klanglicher Unterfütterung.

Nach dem lang anhaltenden Schlussapplaus der begeisterten Gäste überreichte Gabriele Weidner als Leiterin des ausrichtenden Kulturbüros Blumensträuße. Danach gab es noch eine schwungvolle Zugabe, bei der das Publikum, von Melanie Gobbo ermuntert, begeistert mitklatschte.