Mit guter Bilanz in die Fusion Sparkasse Gevelsberg stellt Zahlen vor

Gevelsberg. (je) „Wir sind dieses Jahr recht früh unterwegs“, scherzt Sparkassen-Vorstand Thomas Biermann. „Doch inhaltlich haben wir uns dem aktuell sonnigen Wetter angepasst.“ Denn die Zahlen, die Biermann und sein Vorstandskollege Michael Hedtkamp bei der Bilanz-Pressekonferenz am Freitag, 20. Januar, vorstellten, sehen gut aus.
Trotz anhaltender Niedrigzinsen konnte das Gevelsberger Finanzhaus auch 2016 noch einmal deutlich zulegen, die Bilanzsumme um 5,4 Prozent auf fast eine Milliarde (exakt: 993,4 Millionen) Euro verbessern. Gerechnet worden war mit einem Wachstum um etwa ein Prozent.
Damit geht die Sparkasse Gevelsberg gestärkt in die Fusion mit der Sparkasse Wetter, die die politischen Gremien beider Städte am kommenden Donnerstag, 26. Januar, beschließen wollen. Beste Voraussetzung für den am 1. Juni geplanten Zusammenschluss, wie Thomas Biermann betont: „Da es uns derzeit wirtschaftlich sehr gut geht, kann die Fusion sozialverträglich gestaltet werden.“ Das sieht der Fusionsvertrag auch vor: Alle rund 250 Mitarbeitenden beider Geldhäuser werden zunächst weiter beschäftigt. Lediglich die Stellen von Personal, das in den nächsten Jahren in Rente geht, werden eventuell nicht neu besetzt.
Gestärkt in die Fusion
Durch die gute wirtschaftliche Situation und die im Zuge der Fusion eingesparten Kosten insbesondere im Bereich der immer höher und aufwändiger werdenden Anforderungen der Bankenkontrolle, will die neue Sparkasse Gevelsberg-Wetter vor allem den Kunden Vorteile bieten. „Man braucht eine bestimmte Größe, um den Anforderungen zu entsprechen“, so Biermann. Einigen der hochspezialisierten Weltmarktführer, den sogenannten „Hidden Champions“, im erweiterten Wirkungskreis könne gemeinsam ein deutlich besserer Service geboten werden.
Sparen und Bauen
Obwohl es derzeit kaum oder gar keine Zinsen gibt, sind gestiegene Kundeneinlagen einer der Gründe für die gute Bilanz. 746,8 Millionen Euro – und damit 5,4 Prozent mehr als im Vorjahr – haben die Kunden bei der Sparkasse „gebunkert“. Den Löwenanteil machen Spareinlagen (336,5 Millionen Euro) aus, direkt gefolgt von täglich verfügbaren Einlagen (250,2 Millionen Euro, 23,6 Prozent mehr als im Vorjahr). Lediglich bei den Sparkassenbriefen gab es einen Rückgang um 22,5 Prozent auf 96,5 Millionen Euro.
Gleichzeitig mit den gestiegenen Sparguthaben wuchs aber auch die Nachfrage nach Krediten. 664 Millionen wurden im Jahr 2016 von der Sparkasse Gevelsberg neu bewilligt, 3,2 Prozent mehr als im Vorjahr. Was zunächst paradox erscheint: Sowohl Spareinlagen wie auch Kredite gehen vor allem auf die Konten von Unternehmen. Denn diese scheuen einerseits in Anbetracht der Lage auf dem Weltmarkt (Wahlen in den USA, Brexit, Situation in China) Investitionen in ihre Produktionstätitgkeit und sparen dieses Geld, andererseits werden aber Immobilien gekauft, denn der lokale Markt hier ist besonders günstig.
Das zeigt sich auch beim Bausparpartner der Sparkasse: Die LBS hat 2016 in Gevelsberg Bausparverträge über 17,8 Millionen Euro abgeschlossen. Das Immobilien-Center der Sparkasse hat Häuser und Wohnungen für 6,9 Millionen Euro (Vorjahr: 4,1 Millionen Euro) verkauft. Damit ist der lokale Markt fast erschöpft. Die Nachfrage nach Immobilien übersteigt das Angebot bei weitem. Daher setzt Michael Hedtkamp auch die Hoffnung in die Erschließung neuer Wohngebiete: Das Baugebiet „Dörnerbusch“ sieht er als große Chance für die Stadtentwicklung.
Spenden und Steuern
Für die Stadt Gevelsberg besonders wichtig ist natürlich, was bei der Sparkasse unter dem Strich für ein Überschuss erwirtschaftet wird. Denn dieser bestimmt, was an Geld direkt und indirekt ins Stadtsäckel fließt sowie für gemeinnützige Zwecke zur Verfügung steht.
Im Jahr 2016 steht unter dem Strich ein Plus von 1,4 Millionen Euro. Hiervon gehen direkt 450.000 Euro als Ausschüttung an die Stadt. Weitere 1,76 Millionen Euro fließen über die Gewerbesteuer nach Gevelsberg.
Für Spenden stehen 285.000 Euro zur Verfügung, weitere 33.000 Euro kommen über die Bürgerstiftung der Sparkasse dem kulturellen und sozialen Leben in Gevelsberg zugute.