Neue Spielzeit für das Leo: Premieren, Musical, Gastspiele und Weltmusik

Das Leo-Theater bringt Ekel Alfred (2.v.l.) mit „Ein Herz und eine Seele“ nach erfolgreicher Premiere in Ennepetal auch im Ibach-Haus auf die Bühne. (Foto: Leo-Theater) Das Leo-Theater bringt Ekel Alfred (2.v.l.) mit „Ein Herz und eine Seele“ nach erfolgr

Das Leo-Theater bringt Ekel Alfred (2.v.l.) mit „Ein Herz und eine Seele“ nach erfolgreicher Premiere in Ennepetal auch im Ibach-Haus auf die Bühne. (Foto: Leo-Theater) Das Leo-Theater bringt Ekel Alfred (2.v.l.) mit „Ein Herz und eine Seele“ nach erfolgr

Schwelm. Eine mitreißende Mischung aus Klassikern, aktuell laufenden Stücken und namhaften zeitgenössischen Autoren – das Leo-Theater blickt auf eine spannende Spielzeit, der ersten im neuen Zuhause, dem Ibach-Haus in Schwelm.
Sieben Premieren, alles wie gewohnt Komödien, bietet das Team um den Künstlerischen Leiter Marc Neumeister den Besuchern erneut an. „Und von Mitte Juli bis Ende Oktober 2017 stehen rund 50 Termine auf unserem Programm, Theaterinszenierungen, Musical und Gastspiele und außerdem noch Hochzeiten, Tagungen und Geburtstagsfeiern von privater Seite“, berichtet Andreas Winkelsträter, Inhaber und Geschäftsführer des „Leo-Theaters im Ibach-Haus“.
Weltmusik
In der kommenden Spielzeit setzt das Leo nicht nur auf eigene Produktionen, sondern bietet auch Gastspiele sowie eine Weltmusikreihe an. Man habe Sängerinnen aus Brasilien oder Kuba, Musiker aus Angola oder Portugal. Das Leo präsentiert Klezmermusik, Musik aus dem Iran oder auch von der Elfenbeinküste. „Ganz besonders freuen wir uns auf Gäste aus Russland“, sagt Andreas Winkelsträter. „Auf das Kammertheater Smolensk, das den Russischen Theaterpreis 2016 gewonnen hat.“
Mit drei turbulenten französischen Komödien startet das LeoTheater in die Saison. Ein Klassiker ist die erste Premiere am 12. August: „Das perfekte Desaster-Dinner“ vom Altmeister der turbulenten Boulevard-Komödie Marc ­Camoletti. Von ihm stammen auch „Boeing Boeing“ oder auch „Die Perle Anna“, die das Leo breits in Ennepetal gezeigt hat. Die Geschichte: Der Ehemann hat eine Affäre mit einem Model, der Hausfreund mit der Ehefrau. Ein phänomenales Verwirrspiel mit Lügen, Lügen und nochmals Lügen – schnellschnittig, wie man das bei Camoletti gewohnt ist.
Garant für beste Unterhaltung
Die zweite Premiere (23. September) ist seit 2011 ein Garant für beste Unterhaltung und wird bis heute an sämtlichen Theatern gespielt: „Trennung für Feiglinge“ von Clément Michel. Ein Paar, das glücklicher nicht sein könnte. Sie ist attraktiv, nett und stellt alles dar, was sich ein Mann nur wünschen kann. Er ist allerdings nur genervt und versucht sie loszuwerden. Ein Plan muss her, also muss der beste Freund herhalten und mit in die gemeinsame Wohnung ziehen – eine „Menage à trois“. „Die einzige Frage: Wer zieht zuerst aus? Sie oder Er?“, erklärt Marc Neumeister.
Die letzte französische Komödie (28. Oktober) ist die dritte Premiere: „Der Vorname“ von Alexandre de La Patelliérre und Mattieu Delaporte. Seit der Uraufführung 2010 begeistert dieses Stück durch einen simplen Vornamen, der allerdings negativ belastet ist: „Adolphe“. Ein Streit entfacht, Diskussionen über Diskussionen. Aber alles verpackt in eine wunderschöne Komödie.
Verwirrung und Verwechslung
Die vierte Premiere (2. Dezember) ist wieder ein Boulevard-Klassiker: „Diskretion Ehrensache“ von Lewis ­Easterman. Eine Verwirr- und Verwechslungskomödie, in der sich der Zuschauer auf nichts verlassen kann – außer auf die Tatsache, dass hinter jeder Türe schon die nächste komische Katastrophe lauert. Wenn die Domina keine Domina ist, der Mann mit dem großen Geldkoffer im falschen Moment auftaucht und eine Journalistin einen Skandal wittert, dann hilft nur noch Lügen, Verstellen, Verkleiden und neue Ausreden erfinden.
„Auf die fünfte Premiere sind wir ganz besonders stolz“, so Marc Neumeister. Es handelt sich um „Männerabend…nicht nur für Frauen“ (6. Januar 2017) von Roland Baisch, Martin Luding und ­Michael Schiller. „Martin Luding, der seit Jahren erfolgreich in Deutschland unter anderem als Caveman unterwegs ist und dem Team rund um Kristian Bader und Roland Baisch angehört, hat unserem Leo die Rechte für Männerabend zugesprochen.“ Seit „Hi Dad“ besteht ein netter Kontakt zwischen Marc Neumeister und Martin Luding. Das Leo ist das erste Theater bundesweit, dass dieses Stück spielen darf.
Silvesterpremiere
„Männerabend“ ist ein Zwei-Mann-Stück. Tom kommt von einer Geschäftsreise zurück und seine Heike ist verschwunden. Auf seiner Suche nach Heike trifft er die verrücktesten Rollen: vom Polizisten über einen Snowboardlehrer bis hin zum Fitnesstrainer. Traditionell ist die Januar-Premiere als Vorpremiere bereits am Silvestertag zu sehen. „Und diesmal mit einer kleinen Überraschung“, verspricht Marc Neumeister.
Andreas Winkelsträter ergänzt: „Wir arbeiten fieberhaft am Sitzplan für Silvester, haben aber erst nach dem Einbau der neuen Bühne Gewissheit darüber, wie viele Tische und Stühle wir stellen können. Aber es gibt schon eine Reservierungsliste unter Tel. 02333 / 8697755. Wir spielen am 31. Dezember auf jeden Fall.“
„Die sechste Premiere ist nach unserer erfolgreichen Produktion „Aufguss“ ein weiterer Geniestreich von René Heinersdorff“, erklärt Marc Neumeister. „Fremde Verwandte“ (24. Februar) heißt diese analytische Komödie, in der gefragt wird: „Was ist, wenn der Sohn älter ist als die (Stief-)Mutter und der Liebhaber jünger als die Tochter?
Was ist, wenn man den Bruder für den Enkel des Vaters hält und die Schwester für die Großmutter des Sohnes?“ Aber in dieser Situation gibt es zum Glück den staatlich geprüften „Lebensberater“ Kai, der in diesem postmodernen Beziehungschaos die Übersicht behält – oder eben auch nicht. Es wird gemenschelt und gemauschelt, das Glück wird gejagt, die Trennung vollzogen, die Windel gewechselt.
Zweites Solo für Marc Neumeister
Die siebte und letzte Premiere der nächsten Spielzeit ist nach „Hi Dad. Hilfe. Endlich Papa.“ das nächste Solostück von Marc Neumeister: „Macho Man“ (7. April) von Moritz Netenjakob in der Bühnenfassung von Gunnar Dreßler. Bekannt wurde der „Macho Man“ als Film mit Christian Ulmen. „Dieses Stück bietet auf ironische Weise Einblicke in deutsch-türkische Verhältnisse, wobei die Klischees humorvoll überspitzt werden“, sagt Neumeister zu seiner zweiten Premiere.
Um die Trennung von seiner Freundin zu verdauen, fliegt Daniel in die Türkei, wo sein bester Freund Mark als Animateur arbeitet. Dort passiert ein Wunder: Die bezaubernde Aylin, in die der ganze Club verliebt ist, interessiert sich für ihn. Von 68ern erzogen, lebte er dreißig Jahre als Weichei. Jetzt verliebt sich eine Türkin in ihn. Daniel schwebt im siebten Himmel. Schnell wird er aber wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt, als er, zurück in Deutschland, Aylins türkische Großfamilie kennenlernt.
Alte Bekannte
Neben den sieben Premieren dürfen sich die Besucher auf weitere Stücke freuen, die den Umzug von Ennepetal nach Schwelm mitgemacht haben. Da ist zu allererst natürlich „Ein Herz und eine Seele“ zu nennen, die letzte Premiere in der Klutertstadt. Und natürlich darf auch „Aufguss“ von René Heinersdorff nicht fehlen. Des Weiteren im Programm: „Arsen und Spitzenhäubchen“, „Der nackte Wahnsinn“, „Trennung Pa(a)r Excellence“, „Sonny Boys“ und der Klassiker „Loriot II“.
Theater mit Musik
Mit dem Kammertheater ­Smolensk verlässt das Leo die Sparte Komödie. Das Kammertheater Smolensk stellt Gogols Novelle „Der Mantel“ vom armen, naiven Beamten, der von seinen Mitmenschen nur ausgenutzt wird, nicht als Schauspiel vor, sondern als Musik-, Tanz- und Pantomime Aufführung im Leo-Theater vor. Das junge engagierte Ensemble um die Choreografin Alexandra Ivanova ist für diese mutige, außergewöhnlich und völlig neue Inszenierung von Gogols Novelle 2016 mit dem russischen Theaterpreis in Moskau ausgezeichnet worden.
Zwölf professionelle Künstlerinnen und Künstler stellen diesen russischen Klassiker eindrucksvoll in Szene. Das Gastspiel wurde erst ermöglicht durch eine Zusammenarbeit zwischen dem Leo und dem Theater an der Volme in Hagen, dessen Intendant Dario Weberg sehr gute Kontakte zum Freundeskreis Hagen-Smolensk hat.
„Bei ,Thrill Me’ begrüßen wir zwei alte Bekannte, ja mittlerweile Freunde, Robin Schmale und Denny Pflanz, vom Trio-Theater, mit dem wir schon ,Zum Sterben schön’ äußerst erfolgreich auf die Bühne gebracht haben“, freut sich Marc Neumeister auf das Musical. Es spielt im Jahre 1924 – Nathan Leopold und Richard Loeb, zwei gelangweilte Jurastudenten aus wohlbehütetem Elternhaus, sind ständig auf der Suche nach dem ganz besonderen Kick.
Und da dieser im Repertoire ihres sorglosen Studentenlebens nicht so leicht zu finden ist, halten sie sich mit kleineren verbrecherischen Experimenten wie Einbruch, Diebstahl oder Brandstiftung bei Laune. Aber schon sehr bald merkt Richard, dass das alles viel zu trivial ist. Ihm fehlt der Reiz, der Kitzel, der letzte Tropfen, der das Fass endlich zum überlaufen bringt. Also plant er das perfekte Verbrechen – einen Mord.
Tickets
Die Tickets für die Theaterstücke des Leo-Theaters können ab sofort gebucht werden. Es gibt sie in der Vorverkaufsstelle im AVU-Treffpunkt Schwelm, Bahnhofstraße 3, oder auch online unter www.leo-theater.ruhr. Im Ibach-­Haus werden Tickets nur während der Vorstellungen verkauft.