Neues Quartiersprojekt bringt kofferweise Kultur nach Gevelsberg

So könnte ein Koffer zum Thema „Fotografie“ aussehen. Dozentin Christine Naydowski

So könnte ein Koffer zum Thema „Fotografie“ aussehen. Dozentin Christine Naydowski, Quatiersmanagerin Monika Dammin und VHS-Fachbereichleiterin Iris Baeck stellten das neue „Kulturkoffer“-Projekt vor. (Foto: Jan Eckhoff)

Gevelsberg. (je) Vor dem Fernseher vereinsamen ist eine große Gefahr für ältere oder mobilitätseingeschränkte Menschen. Dem möchte das Quartiersmanagement in der Gevelsberger Südstadt gemeinsam mit der Volkshochschule und ein neues Kulturprojekt entgegen setzen: Interessierte Personen können sich zu ehrenamtlichen „Reise-­Dozenten“ ausbilden lassen. Ganz entsprechend ihrer eigenen Interessen, ob diese sich nun um Kunst und Kultur, Technik und Wissenschaft oder Sport drehen, alles ist möglich.

Die stellvertretende VHS-­Dirketorin Iris Baeck betont auch ausdrücklich, dass keine Experten gesucht würden, sondern Menschen, „die ein Hobby oder eine Neugierde haben, für die sie brennen.“ und Dozentin Christine Naydowski fügt schmunzelnd hinzu: „Aus diesen kleinen Experten können dann natürlich große werden.“
Ausbildung
Interessierte „kleine Experten“ können sich bei Monika Dammin, Leiterin des von der Deutschen Fernsehlotterie geförderten Awo-Quartiersmanagements in der Gevelsberger Südstadt, unter Tel. 02332 /-703-217 oder per E-Mail an qtm-gevelsberg@awo-ww.de melden.
Ab Anfang Mai beginnt dann eine Ausbildung an vier Tagen. Hier wird gemeinsam ein „Themen-Koffer“ zusammengestellt, der anschauliche Objekte, Medien und vieles andere zum persönlichen Thema enthält. Die Experten werden außerdem im Umgang mit älteren Personen geschult, bekommen zum Beispiel einen Erste-Hilfe.Kurs und weiteres Rüstzeug zur Umsetzung ihrer Tätigkeit vermittelt.
Einsatz
Schließlich sollten alle vorhandenen Experten bzw. Themen über ein an vielen Stellen ausliegendes Flugblatt beworben werden.
Personen mit eingeschränkter Mobilität – vielleicht auch kleine Gruppen – können sich dann nach Absprache einen „Experten“ einladen, der bei ihnen vorbei kommt und mit ihnen einen oder vielleicht auch mehrere Nachmittage verbringt, erzählt, neues vermittelt oder alte Erinnerungen auffrischt.
Sicherheit
Alle Kontakte werden über das Quartiersmanagement oder die VHS hergestellt.
Die Dozenten sollen sich ausweisen können und an ihren speziellen Koffern erkennbar sein. So werden die Interessierten vor Betrügern geschützt, die Dozenten aber auch vor Situationen, die sie vielleicht überfordern.
Monika Dammin ist von der Idee überzeugt: „Wie können so Bildung nach Hause bringen und Isolation aufbrechen.“ Sie freut sich schon auf viele Bewerbungen von „kleinen Experten“, die ihre Interessen und Hobbys mit anderen teilen wollen.