Regionalplan geändert: Umbau der Brandt-Brache rückt näher

Haspe/Gevelsberg. (san/Red.) Nach vier Jahren ist ein großer Schritt getan, dem brachliegenden Brandt-Gelände in Haspe an der Stadtgrenze zu Gevelsberg endlich wieder Leben einzuhauchen. 2013 hatte der Rat der Stadt Hagen beschlossen, bei dem vorgelegten Nutzungskonzept für das bereits seit 2003 leergezogene ­Gebäude und Grundstück Planungsrecht zu schaffen. Jetzt hat die Verbandsversammlung des Regionalverbandes Ruhr (RVR) die Änderung des Regionalplans beschlossen.

Voraussichtlich werden bald im westlichsten Zipfel ­Haspes ein Lebensmittelmarkt, ein Discounter und ein Drogeriemarkt ihre Türen öffnen. Auch ein Gesundheitszentrum und Gastronomie sind geplant. Ebenfalls soll sich die Hauptverwaltung der Firma Brandt, der das Gelände gehört und die sich im Gegensatz zur Produktion nach wie vor in Hagen befindet, sollen sich dort niederlassen.
Von beiden Seiten der „Brandt-Brücke“ gab und gibt es seit Jahren Unmut über das verwahrloste, teils dem Vandalismus preisgegebene ­Areal. Sowohl die Menschen in Berge und Vogelsang wie auch die Anwohner Westerbauers fühlen sich mit dem Schandfleck vor der Haustür absolut nicht wohl. Und für die Stadt Hagen ist diese „Pforte“ in ihre Stadt wahrlich kein Aushängeschild.
Rats-Beschluss
Mit der Änderung des Regionalplans ist nun eine wichtige Weiche gestellt, um auf der alten Brache Einzelhandel ansiedeln zu können. Am vergangenen Donnerstag hat dann auch der Rat der Stadt Hagen über die notwendige Anpassung des Flächennutzungsplans positiv abgestimmt.
Die Regionalplanung ist erforderlich, um Planungssicherheit für Gemeinden und Fachplanungsträger zu schaffen. Sie nimmt vermittelnde Stellung zwischen Landesentwicklung und kommunaler Gemeindeentwicklung ein. War die 4,8 Hektar große Brandt-Fläche bislang im Regionalplan noch für gewerbliche und industrielle Nutzungen (GIB) vorgesehen, wurde sie nun in einen Allgemeinen Siedlungsbereich (ASB) umgewidmet. Das ist die Voraussetzung, um dort Einzelhandel ansiedeln zu ­können.
Ab Herbst?
Im Herbst soll Baurecht bestehen, wenn der entsprechende Durchführungsvertrag und der Bebauungsplan vorliegen. „Das Konzept der Investoren sieht eine Mischung von zwei Dritteln gewerblicher Nutzung und einem Drittel Einzelhandel vor“, erläutert Haspes Bezirksbürgermeister Dietmar Thieser. Als stellvertretender Vorsitzender der SPD-Fraktion im RVR setzt er sich seit Jahren dafür ein, dass die Fläche genutzt wird: „Mit der Änderung des Regionalplans haben wir nun den Hemmschuh beseitigt, der die Entwicklung bisher erschwerte. Das ist eine Initialzündung, um den städtebaulichen Schandfleck in eine sinnvolle Nutzung umzuwandeln.“
Die Bezirksvertretung werde ein Auge darauf haben, dass die Einkaufs- und Lebensqualität des Zentrums von Haspe nicht unter der neuen Einzelhandelsfläche leidet, sondern alle von der Entwicklung profitieren“, so Dietmar Thieser.
Damit ist auch den Anliegen der den Haspern naheliegenden Gevelsberger Gewerbetreibenden Rechnung getragen. Auch die Stadt Gevelsberg stand und steht der Brandt-Neunutzung grundsätzlich positiv gegenüber.