Rüttershoff klagt über den „Kreisel im Sack“

Ein trostloses Erscheinungsbild bietet derzeit der Verkehrskreisel am Schwelmer Ochsenkamp. (Foto: Frank Schmidt)

Schwelm. (zico) Winkt die Politik am 14. März 2013 ein neuen Schwelmer Kreisel am Ochsenkamp durch, ohne überhaupt genau zu wissen, wie er aussehen soll? Durchaus möglich, denn, so CDU-Ratsherr Heinz-Joachim Rüttershoff: „Bislang hat die Verwaltung der Politik noch keine Vorlage an die Hand gegeben, aus der das geplante Erscheinungsbild des Kreisels genau ersichtlich ist. Auch ein Modell vom geplanten Kreisel gibt es nicht.“ In der Tat fehlt in der Vorlage, die im Januar bereits im Ausschuss für Umwelt und Stadtentwicklung beraten wurde und die am 14. Februar 2013 im Stadtrat eigentlich hätte besprochen werden sollen, eine irgendwie Aufschluss gebende Darstellung des geplanten Kunstwerks, das aus Spendenmitteln in Höhe von 55.000 Euro errichtet werden soll.

Bekanntlich musste die Sitzung ausfallen, weil Bürgermeister Jochen Stobbe nicht rechtzeitig eingeladen hatten. Und die Ratspolitiker stellen sich mittlerweile verstärkt die Frage, ob sie „dem geschenkten Gaul genauer ins Maul schauen möchten“. Diskussionen, die derzeit im Internet laufen, belegen, dass es den Bürgern durchaus nicht egal ist, wie sich der Ochsenkamp-Kreises in Zukunft präsentieren wird: Proteste machen die Runde!

Fest steht jedenfalls eines: Von der ursprünglichen und allgemein akzeptierten Planung, die vor einem halben Jahr im Rahmen einer Pressekonferenz von Bürgermeister Jochen Stobbe im Schwelmer Rathaus vorgestellt wurde, ist man abgerückt. Aus dem offenen, zweiteiligen Torbogen mit Glasstehle für die Wappen der Städte Schwelm und Fourqueux sind nun fünf Bogenteile geworden, mit wuchtigen Höhen zwischen 5,50 Metern bis 7 Metern Höhe. Die vielfach geäußerte Befürchtung der Bürger: „Am Ochsenkamp entsteht kein Kunstwerk, sondern ein Monstrum.“

„Unsere Stadttore sind Eingänge nach Schwelm, Tore für Besucher und Türen nach Hause“, hatten sich die Initiatoren des Projektes eigentlich zum Ziel gesetzt, die Ortseingänge in die Kreisstadt schöner zu machen – allen voran eben jenen am Kreisverkehr Barmer Straße/Ochsenkamp, der wegen seines derzeitigen hässlichen Erscheinungsbildes seit langem für Unmut in der Bevölkerung sorgt. Eine „Arbeitsgruppe Kreisel“, bestehend aus Schwelmer Bürgern und unterstützt von Verwaltung und Technischen Betrieben, schickt sich seither an, hier für Abhilfe zu sorgen. Es wurde beraten, entworfen und gezeichet. Am Ende stand eine Planung, die die bereits erwähnten zwei offenen Bögen mit der Glasstehle vorsah. Erfolgreich suchte man sodann für die Verwirklichung die finanzielle Unterstützung von Seiten betuchter Mitbürger, so dass die nötige Summe von 55.000 Euro mittlerweile beisammen ist. Die Stadt durfte diese Investitionskosten zwar nicht übernehmen, wird aber für die Folgekosten aufkommen müssen, wie auch die Vorlage aus der Verwaltung einräumt. Geschehen soll dies aus dem Etat der Straßenunterhaltung – wobei für die L 726 eigentlich das Land zuständig wäre…

„Ich gehe davon aus, dass wir diese Vorlage noch einmal sehr kritisch beraten werden“, hat Heinz-Joachim Rüttershoff Zweifel, ob man im bürgerlichen Mehrheitslager des Rates, bestehend aus den Wählergemeinschaften SWG, BfS, FDP und CDU, so einfach die Katze beziehungsweise den Kreisel im Sack kaufen wird. Und da diese vier Parteien beziehungsweise Gruppierungen im Rat über eine knappe Mehrheit verfügen, dürfte die Verwaltung die Beratungspapiere deutlich nachbessern müssen – so, dass sie für jedermann nachvollziehbar sind.