Schiedsperson gesucht im Schwelmer Norden

Schwelm. Ein Wort gibt das andere, und schon ist eine Beleidigung herausgerutscht. Oder: Nachbarn können sich nicht über eine Grundstücksgrenze einigen, jeder glaubt, der andere wolle mehr, als ihm zustehe. Vielleicht wird auch die Bepflanzung dieser Grundstücksgrenze als zu dominant empfunden, oder es wird über Lärm „von nebenan“ geklagt.

Schiedsfrauen und -männer werden häufig eingeschaltet, wenn in Nachbarschaft oder Familie durch Beleidigung, Hausfriedensbruch, Verletzung des Briefgeheimnisses oder Bedrohung ein unerträgliches Klima entstanden ist und die miteinander zerstrittenen Parteien von sich aus nicht die Kraft zum Gespräch aufbringen.
Bei sich daheim, also im eigenen Wohnzimmer, versuchen Schiedsleute dann zu vermitteln. Angerufen werden sie aber beispielsweise auch bei Auseinandersetzungen über Schadenersatz, Schmerzensgeld und Unterhaltsansprüche.
Vorurteilslos
Nicht selten können gerichtliche Auseinandersetzungen vermieden werden, wenn Schiedsfrauen und -männer mit Menschenkenntnis und Verhandlungsgeschick verhärtete Fronten auflösen. Nicht selten wird auch Menschen, die das Gericht bemühen wollen, ein Einigungsversuch vor der Schiedsperson vorgeschrieben, zu deren Persönlichkeit Vorurteilslosigkeit und Menschenkenntnis gehören sollten. Aßerdem sollte die Person eine ruhige und entspannte Atmosphäre schaffen können, um Streitenden die gütliche Einigung zu erleichtern.
Zum 1. Juli ist einer der beiden Schwelmer Schiedsbezirke, der Schiedsbezirk Nord, neu zu besetzen.
Wer sich bewerben möchte, sollte zwischen 30 und 69 Jahren alt sein und die persönlichen und rechtlichen Voraussetzungen zur Bekleidung öffentlicher Ämter erfüllen. Außerdem ist ein Wohnsitz im rund 14.000 Einwohner zählenden Schiedsbezirk Nord nötig. Dieser umfasst Schwelms Norden bis zur Stadtmitte mit Blücher-, Bismarck- und Moltkestraße. Im Osten wird das Gebiet von der Hagener Straße begrenzt, im Westen von der Bahnlinie.
Die Stadt Schwelm freut sich auch über Bewerber/-innen mit Migrationshintergrund.
Vorbereitung
Schiedsleute werden auf die neue Aufgabe unter anderem mit einem Lehrgang vorbereitet. Für die mit der Ausübung verbundenen Aufwendungen dieses Ehrenamtes wird eine pauschale Nutzungsentschädigung gezahlt. Schiedsmänner und -frauen werden vom Rat der Stadt gewählt, vom Amtsgericht bestätigt, bleiben fünf Jahre im Amt und können wiedergewählt werden.
Bewerben
Weitere Infos zur Tätigkeit als Schiedsperons und zur Bewerbung gibt es bei Edeltraud Söhner im Schwelmer Rathaus, Hauptstraße 14, Zimmer 210, Telefon 02336 / 801-212.