„Sich entdecken und verstecken“

Beim AOK-Tag präsentierten Motopädin und Mototherapeutin Manuela Rösner (rechts) ihr Buch und Petra Lilie ihre Wollbilder. (Foto: Stefan Scheler)

Gevelsberg. (Sche) „Der kindliche Bewegungsdrang ist nicht nur eine Herausforderung für stressgeplagte Eltern, sondern auch für die Dötze selbst“, zeigte die Motopädin und Mototherapeutin Manuela Rösner bei der Vorstellung ihres Buches „Sich entdecken und verstecken“ beim Tag der offenen Tür der AOK an der Wittener Straße 34 in Gevelsberg vor wenigen Tagen viel Herz für die Kleinsten: „Allerdings lassen viele Fachbücher die Erwachsenen beim Umgang mit der Aktivität ihres Nachwuchses allein.“

In ihrem Kundencenter weihte die AOK auch eine neue Kinderspielecke ein. Dort konnten alle Besucher hautnah erleben, wie quirlig die etwa dreijährigen Racker das neue „Reich“ eroberten. „Das zeigt wieder einmal, wie stark der frühkindliche Bewegungsdrang sich Bahn verschafft“, nahm Manuela Rösner Bezug auf die aktuelle Situation: „Leider bietet der moderne Alltag mit versachlichtem Schul- und Berufsumfeld auch den Kleinsten immer weniger Möglichkeiten, ihre Wahrnehmung und Beweglichkeit zu schulen.“ Um dem entgegenzuwirken hat die Expertin ihr Buch geschrieben, in welchem sie sich nicht im verquasten Pädagogendeutsch ergeht, sondern handfeste Ratschläge erteilt, wie zum Beispiel die berufstätige Mutter nach einem harten Tag im Büro dem zappeligen Stammhalter eine Gelegenheit bieten kann, motorisch aktiv zu sein, ohne zu nerven.

Robert Schiborr, hier mit Simon, kümmerte sich um die künstlerische Betreuung der Dötze, indem er mit ihnen malte und bastelte. (Foto: Stefan Scheler)

„Die Anleitung richtet sich aber nicht nur an Eltern, sondern wir hatten auch die ,Profis’ im Blick“, verdeutlicht die gelernte Erzieherin, welche das Werk gemeinsam mit ihrer Kölner Kollegin und Freundin Barbara Küsgen verfasst hat: „Der Schwerpunkt liegt auf Handlungsmodellen, die man auch umsetzen kann. Gerade in der Altersgruppe der unter Dreijährigen gibt es großen Nachholbedarf.“ Dabei werde dieser Bereich in der Früherziehung immer wichtiger, haben die beiden Frauen während ihres gemeinsamen Studiums bereits vorliegender Fachliteratur erkannt. Auch in der Ausbildung, die sie ebenfalls gemeinsam absolviert hatten, erkannten sie, dass ein rechtzeitig auf gesundes Bewegungsverhalten gelegter Akzent die sportliche und allgemeine Entwicklung in der Schulzeit nachhaltig positiv beeinflusse. „Es gilt, den Auswirkungen der modernen Mediengesellschaft auf das Freizeitverhalten der Kinder entgegenzuwirken“, bricht Manuela Rösner eine Lanze für mehr kindgerechtes Spiel: „Eltern brauchen sich nicht zu überfordern, denn nicht die Menge der aufgewandten Zeit, sondern deren Intensität bringt den erwünschten Effekt.“

Schon ist ein neues Buch in Arbeit, das sie – wieder mit ihrer Freundin Barbara Küsgen – verfasst hat, dessen Titel aber noch nicht feststeht. Das bereits erschienene Werk „Sich entdecken und verstecken“ ist im gut sortierten Buchhandel und in einigen Exemplaren in Manuela Rösners Motopädie- und Mototherapie-Praxis an der Wittener Straße 34, im AOK-Gebäude, erhältlich.

„Die neue Spielecke haben wir für die Kinder unserer Kunden eingerichtet“, wies AOK-Mitarbeiterin Gabriele Bathe am Tag der offenen Tür ausdrücklich darauf hin, dass die Beschäftigten der Gevelsberger Geschäftsstelle sämtliche Materialien gestiftet hatten: „So haben die Ratsuchenden mehr Ruhe für ein ausführliches Gespräch.“

Mit den zum Tag der offenen Tür in den AOK-Räumen erschienenen Kindern gestaltete der Gevelsberger Künstler Robert Schiborr in einem Kunstprojekt ausgefallene Ritterhelme und ausdrucksstarke Gemälde. Dazu gab es unter dem Titel „Märchenwolle“ aus echtem Schafshaar geflochtene Bilder von Petra Lilie.