Skat mit Spaß und Schnäppsken

Eduard Fehrholz, Marlies Killmer und Gunnar Falk lassen sich ihre reizenden Runden beim „Skatclub Sprockhövel“ in der Begegnungsstätte Niederstüter nicht nehmen. Neue Mitspieler sind herzlich willkommen. (Foto: Frank Schmidt)

Sprockhövel. (zico) „Eigentlich ist die Gruppe ein Selbstläufer – die Mitglieder regeln fast alles selbst“, freut sich Willi Albers vom städtischen Seniorenbüro Sprockhövel, wenn er von den Skatbrüdern und -schwestern spricht, die sich regelmäßig zur munteren Kartenrunde in der Begegnungsstätte Niederstüter treffen. Seit 20 Jahren besteht der locker organisierte „Skatclub Sprockhövel“ nun, der sich einmal im Monat – am ersten oder zweiten Mittwoch – zum Preisskat um die jährlich vergebene Siegertafel trifft. Darüber hinaus kommen die älteren Herrschaften jeden Montag um 13.30 Uhr an gleicher Stelle zusammen, um ihr Spiel in geselliger Runde zu verbessern und zu plaudern.

Vor wenigen Tagen wurde wieder abgerechnet und der beste Skatfuchs des Jahres 2011 gekürt. Die wenigsten Stiche gingen im vergangenen Jahr an Karl Heinz Nienaber vorbei, der von Januar bis Dezember stolze 17.813 Punkte sammelte und damit den Titel „Erfolgreichster Spieler“ einheimste. „Ich spiele seit über 30 Jahren Skat, und dem Skatclub hier gehöre ich seit der ersten Stunde an“, freute sich der 76-Jährige, der sich gegenüber Willi Hugenbruch (16.528 Punkte) auf Platz zwei und Rolf Killmer (15.182 Punkte) auf Rang drei durchsetzte.

Dessen Gattin Marlies Killmer hielt jahrelang als einzige weibliche Mitspielerin die Fahne der Frauen in der Begegnungsstätte Niederstüter hoch; mittlerweile jedoch haben zwei weitere Damen die Männerdomäne durchbrochen. „Ich habe mich allein unter den Männern immer wohl gefühlt, würde mich aber über weitere Frauen in der Runde sehr freuen“, so die routinierte „Zockerin“, die das Traditionsspiel genau so aus dem „Effeff“ beherrscht wie die Herren der Schöpfung. Rund 15 Personen zählt der Kreis, der im Gebäude Gedulderweg 80 immer montags ab 13.30 Uhr die Karten drischt und auch Skatfreunde aus Wuppertal sowie Hattingen anlockt. Die monatlichen Preisskatrunden am Mittwoch beginnen hingegen um 14 Uhr.

Spaß an der Freud’ ist oberstes Gebot bei den Sprockhöveler Skatfreunden - auch im Rahmen der Siegerehrung: Karl Heinz Nienaber (mit Gehhilfe) erhielt vor wenigen Tagen aus den Händen des städtischen Mitarbeiters Willi Albers (links daneben) die Ehrentafel für den besten Spieler des Jahres 2011. (Foto: Frank Schmidt)

Dass es dabei nicht unbedingt bierernst zugeht, beweist das ein oder andere „Schnäppsken“, das zwischendurch die Kehle befeuchtet. Partystimmung kommt deshalb aber nicht auf, denn alle Spielausgänge werden säuberlich notiert, und alle sind konzentriert bei der Sache. Dicke Luft mögen die „Oldies“ jedoch weniger – im Gemeinschaftsraum der Begegnungsstätte haben sich die Skatfreunde ein Rauchverbot auferlegt; wer dennoch qualmen möchte, geht ohne zu Murren in einer Spielpause vor die Tür. „Das ist vielleicht wichtig für neue Interessenten, die uns herzlich willkommen sind – Frauen wie Männer“, so Willi Albers: „Wer Lust hat, mitzuspielen, kann einfach unangemeldet vorbeikommen. Etwaige Fragen zum Skatclub beantwortet der städtische Sozialarbeiter gern unter Ruf (02339) 917316.

Gespannt sein darf man nun, ob es Karl Heinz Nienaber gelingt, 2012 erneut die Konkurrenz hinter sich zu lassen und die Siegertafel ein weiteres Mal zu erobern. Die Termine für die Preisskatrunden in der ersten Jahreshälfte stehen jedenfalls schon fest: 8. Februar, 7. März, 4. April, 2. Mai und 13. Juni 2012. Der wochenkurier wünscht „Gut Blatt!“