SPD treibt Einrichtung einer EN-Verbraucherberatung voran

EN-Kreis. (zico) Der Ennepe-Ruhr-Kreis soll endlich eine Verbraucherberatung bekommen. Nachdem die rot-grüne Landesregierung und die Landtagsfraktionen von SPD und Bündnis 90/Die Grünen sich auf die Fahnen geschrieben haben, den Verbraucherschutz in NRW in den kommenden Jahren weiter zu verbessern, ist im Koalitionsvertrag beider Parteien für die Zeit bis 2017 ausdrücklich der flächendeckende Ausbau des Beratungsnetzes festgeschrieben. Folgerichtig drängt nun auch der SPD-Unterbezirk Ennepe-Ruhr auf die Einrichtung einer Verbraucherberatungsstelle im Ennepe-Ruhr-Kreis.

Einstimmig sprach sich der SPD-Unterbezirksparteitag vor wenigen Tagen in Hattingen dafür aus, die Einrichtung einer solchen Beratungsstelle voran zu treiben. Landrat Dr. Arnim Brux und die SPD-Kreistagsfraktion sollen die Möglichkeit für eine solche Beratungsstelle prüfen. Der Verbraucherschutz müsse auch im EN-Kreis weiter gestärkt werden, „damit die Bürger auch in Zukunft ihre Rolle als mündige und nachhaltig handelnde Konsumenten wahrnehmen können“, heißt es im entsprechenden Parteitagsantrag. „Globalisierung und Liberalisierung der Märkte, die Finanzmarktkrise, Entwicklungen wie Klimawandel, Energiewende oder demographischer Wandel stellen Verbraucher im Alltag vor immer mehr und immer komplexere Entscheidungen“, sagt der heimische Landtagsabgeordnete Hubertus Kramer.

Dem einstimmigen Beschluss vorausgegangen waren intensive Gespräche der drei heimischen SPD-Landtagsabgeordneten Prof. Dr. Rainer Bovermann, Hubertus Kramer und Thomas Stotko in Düsseldorf mit dem Vorstand der Verbraucherzentrale NRW, Klaus Müller, sowie mit dem Vorsitzenden der SPD-Kreistagsfraktion, Olaf Schade. Der Ennepe-Ruhr-Kreis ist bisher einer von acht Kreisen, der über keine eigene Beratungsstelle vor Ort verfügt und damit einen „weißen Fleck“ in NRW bildet. Stattdessen wird den Verbrauchern bislang der Weg in die benachbarten Großstädte zugemutet, wo teilweise über die Anreisezeit hinaus erhebliche Wartezeiten in Kauf genommen werden müssen.

Nach einer NRW-weiten Forsa-Umfrage fordern fast zwei Drittel der Befragten, nämlich 61 Prozent, einen weiteren zügigen Ausbau des Beratungsstellennetzes. Finanziert werden die Verbraucherberatungen jeweils zu 50 Prozent vom Land Nordrhein-Westfalen und den jeweiligen Gebietskörperschaften. „Deshalb müssen insbesondere auch die finanziellen Konsequenzen für den Kreis und unsere neun Städte im Rahmen der Prüfung berücksichtigt werden“, meint Hubertus Kramer, der den Ergebnissen dieser Prüfung nicht vorgreifen will. Sollten sich keine Schwierigkeiten ergeben, sei die Einrichtung einer Verbraucherzentrale für den EN-Kreis im Jahr 2014 denkbar. Zu prüfen sei auch, an welchem Standort die Beratungsstelle sinnvollerweise eingerichtet werden kann.