Sprachförderung im Südkreis

EN-Südkreis. (lz) Sprache geht jeden von uns etwas an. Soviel ist nunmehr in den letzten Jahren auch in die Schulen und Kindergärten unserer Städte vorgedrungen. In Zeiten von vielen Menschen, die aus ihrer Heimat nach Deutschland fliehen müssen oder auch der „Generation Smartphone“ werden neben den Kindern vor allem  Eltern gefordert, sich für Sprache im Alltag mit ihren Kindern einzusetzen.

Denn Szenen, in denen Mütter ihre Kinder mit Kopfhörern in den Ohren aus der Tagesspielstätte abholen, ohne ein Wort mit ihnen zu Wechseln, sollen – so wünschen es sich zumindest die Verantwortlichen der Sprachförderung – bald der Vergangenheit angehören.

Mehr Kommunikation im Alltag

Unabhängig von ihrer Herkunft fällt es Kindern durch Situationen wie diese zunehmend schwerer, die deutsche Sprache fehlerlos zu erlernen.
Auch die Kindertagesstätten des EN-Südkreises haben sich daher für die sogenannten „Sprach-Kitas“ stark gemacht und von Bund und Ländern Gelder zur Förderung der Kleinsten erhalten.

Das Programm ermöglicht ausgewählten Einrichtungen, zusätzlich eine halbe Fachkraftstelle einzurichten. Christine Montenbroich-Lorkowski ist eine dieser Fachkräfte, die fest in der Kita Lohernocken arbeitet und sich mit den sprachlichen Belangen der Kinder auseinandersetzt. „Sprache ist überall und immer um uns“, erklärt sie. „Es gibt kein Patentrezept. Mehr geht es darum, mit den Kindern alltägliche Dinge wie das Decken des  Mittagstischs durch sprachlichen Austausch zu unterstützen.“

Die Awo unterstützt das Bundesprogramm ebenso wie auch der SPD-Bundestagsabgeordnete René Röspel und sein Parteigenosse, der Landtagsabgeordnete Hubertus Kramer.

Mit Sprachförderung zu mehr Miteinander

„Das Projekt ‚Sprach-Kitas‘ welches seit seinem Start 2011 und nun auch von 2016 bis 2019 mit bis zu 400 Millionen Euro unterstützt wird, kommt vor allem dem Austausch und täglichen Umgang miteinander zu Gute“, erklärt Röspel.  „Sprache ist die Grundvorraussetzung für ein funktionierendes Miteinander“, ergänzt Jochen Winter, Geschäftsführer der Awo.

Am vergangenen Mittwoch, 29. Juni, präsentierte die Kita Lohernocken ihr neues Aushängeschild, welches ab sofort den Eingang der Kindertagesstätte schmückt. Auch die Leiterinnen drei weiterer Förder-Kitas waren anwesend und freuten sich über die Entwicklung des Programms.

Mehrsprachigkeit fördern

In der Kita in der Oelkinghauser Straße in Schwelm treffen derzeit 25 Nationalitäten aufeinander, deren Sprachen es zu vereinen gilt. Eine Herausforderung, der sich die Erzieherinnen Tag für Tag stellen. Der hrierfür nötige Aufwand wird  oftmals unterschätzt. Besonders hier spielt die Zusammenarbeit mit den Eltern eine wichtige Rolle.

Neben alltagsintegrierter Sprache fördern auch die gemeinsamen Sommerfeste und die Anschaffung mehrsprachiger Bilderbücher für eine Verbesserung der Sprachkompetenzen. „Für die Bilderbücher habe ich mich stark gemacht“, meint Christine Montebroich-Lorkowski. „Trotzdem gilt es nach wie vor, die Eltern mit ins Boot zu nehmen und dazu zu animieren auch zuhause mehr mit ihren Kindern zu spielen.“