Streichelzoo mit Ostereierraten

Die zehnjährige Elena Groll durfte das viereinhalb Wochen alte Ziegenbaby halten, das aber doch Sehnsucht nach Mama hatte. (Foto: Stefan Scheler)

Sprockhövel. (Sche) „Total süß“, entfuhr es der zehnjährigen Elena Groll, als sie eins der viereinhalb Wochen alten Ziegenkinder aus dem Streichelzoo auf dem Arm hatte: „Die hat aber ganz schön Stress.“ Da hatte sie recht, denn das noch nicht von der Muttermilch entwöhnte Tierbaby wollte doch dringlich zurück zu Mama.

Die acht Ehrenamtlichen, welche für das Stadtmarketing Sprockhövel unter der Leitung von Detlef Merken verschiedene Stationen für österliche Kurzweil aufgebaut hatten und betrieben, erfreuten um die 300 Gäste mit einem bunten Programm auf der ehemaligen Bahntrasse, die früher die Zeche Alte Haase mit dem Stadtgebiet von Wuppertal verband. Jetzt sind die Schienen verschwunden, und die Strecke ist Läufern, Wanderern und Radfahrern vorbehalten. In Höhe der Gemarkung Alt-Bossel befindet sich eine Pausenstation, und dort ging es am Ostermontag bei Bilderbuchwetter fröhlich und gesellig zu.

„Wir machen das mittlerweile in der achten Auflage“, zeigte sich der städtische Wirtschaftsförderer Detlef Merken über soviel Engagement stolz und zufrieden: „In Zeiten knapper kommunaler Kassen geht das aber nur im Ehrenamt.“ Deshalb hatte man sich auch viele Unterstützer aus der Bürgerschaft ins Boot geholt. Für die Ausstattung des Streichelzoos mit Puten, Hühnern nebst Küken, Kaninchen, Tauben und den bereits erwähnten Ziegen hatte man einen örtlichen Landwirt gewonnen. Gunnar, Monika und Kirsten Falk, die von ihrem Hof an der Wuppertaler Straße aus Kutschfahrten mit zwei Friesenrappen als Zugpferde veranstalten, hatten sich als Stifter des Hauptpreises zur Verfügung gestellt. „Wer der tatsächlichen Zahl der Eier im Korb am nächsten kommt, gewinnt eine Fahrt mit uns“, schilderte Gunnar Falk kurz die Regeln des Ostereierzählens, das wegen des doch recht gut gefüllten Behältnisses mehr zum Schätzen mutierte: „Die Tour führt anderthalb Stunden lang kreuz und quer durch die Elfringhauser Schweiz; ein Ausflug, für den man normalerweise 250 Euro bezahlen muss.“

Celina Mai aus München (rechts) und Alina Kahleis aus Sprockhövel konnten auch nicht genau sagen, wie viel Eier wohl im Korb waren. (Foto: Stefan Scheler)

Die zumeist jugendlichen Kandidaten schrieben ihre Vermutungen über die Eieranzahl auf bereitliegende Teilnahmezettel mit Namen und Adresse. Für die ganz Kleinen gab es auch noch Eierlaufen, welches die ganz in ein Hasenkostüm gewandete Anke Welz, ehrenamtliche Helferin beim Stadtmarketing, unter schweißtreibender Sonne tapfer beaufsichtigte. Wer noch etwas anderes machen wollte, konnte im Strohhaufen nach Süßigkeiten suchen oder in der Hüpfburg die Grenzen der Schwerkraft ausloten.

„Wir sind extra dafür aus München gekommen“, flachste die elfjährige Celina Mai, stellte das Ganze aber gleich richtig: „Einen Besuch bei Verwandten zu Ostern verbinden wir mit ein paar schönen Stunden hier.“ Die wollten die freiwilligen Helfer Lukas Nieweg und Marco Wittke auch allen Vorübergehenden oder -fahrenden auf der Trasse bereiten und verteilten an diese sowie zur Begrüßung an die Veranstaltungsbesucher palettenweise fröhlich bunt gefärbte Ostereier. „Wir versuchen immer wieder, in dieser Form Sympathiewerbung für Sprockhövel auf die Beine zu stellen“, verspricht Detlef Merken Wiederholungen in der Zukunft: „Das kann man aber nur mit Hilfe vieler lieber Hände schaffen.“ In diesem Zusammenhang dankt er auch der Jugendfeuerwehr für den Einsatz ihrer Mitglieder bei dem beschwingten Osternachmittag, den auch das kulinarische Angebot mit Kaffee und leckeren Waffeln wortwörtlich versüßte.