Tasso auf dem Weg zum Bundesliga-Schiedsrichter

EN-Kreis. (cs) „Ein dickes Fell sollte man sich definitiv aneignen“, sagt Tasso Petrou. Der 22-Jährige Hagener ist im Förderkader des WBV (Westdeutscher Basketball-Verband) für Nachwuchs-Schiedsrichter und weiß um die Eigenschaften, die ein guter Basketball-Schiedsrichter haben muss.
Seit sieben Jahren im Einsatz
Bereits seit der Saison 2009/2010 pfeift Tasso Petrou nun schon Basketballspiele. „Damals jedoch in der Kreisliga“, erklärt er.
Um in den unteren Klassen als Schiedsrichter eingesetzt zu werden, reicht ein „Schein“, der bestätigt, dass man die Regeln beherrscht, sich mit der Materie auskennt.
Für die höheren Ligen gilt es, sich über Lehrgänge, die der WBV ausrichtet, für die nächsthöheren Ligen zu qualifizieren.
Landesliga und Oberliga
Aktuell befindet sich Tasso Petrou in der Stufe „P3“ des Förderprogramms, was ihn dazu befähigt, Landesliga-Partien sowie Oberliga-Spiele „auf Probe“ zu leiten. Seine Einsatzgebiete erstrecken sich über weite Teile Nord­rhein-Westfalens (ausgenommen Ostwestfalen).
An einem Wochenende stehen oft einige zu leitende Partien auf dem Plan. „Es kommt nicht selten vor, dass ich an einem Wochenende zu drei oder vier Spielen fahre“, sagt er Bisher waren Köln und Düsseldorf jedoch die am weitesten entfernten Orte, an denen der Nachwuchs-Schiedsrichter zum Einsatz kam.
Menschlich und konsequent
„Wenn mal ein Fan reinruft, darf man das nicht so ernst nehmen“, erklärt Tasso Petrou.
Als Schiedsrichter will er eine gelungene Mischung aus Menschlichkeit und Konsequenz verkörpern: „Intelligentes Handeln und Coolness sind wichtig“.
Wenn es aber doch mal zu hitzigen Diskussionen kommt, versucht der Lehramtsstudent, die Ruhe zu behalten.
Schiedsrichter auch im Klassenzimmer
Auch wenn Tasso davon träumt, mit 30 in der ersten Basketball-Bundesliga zu pfeifen, steht fest, dass sein Studium Priorität hat: „Ich studiere Spanisch und Französisch auf Lehramt, später lassen sich dann beide Berufe verbinden“. Unter der Woche die Regeln im Klassenzimmer zu verteidigen und am Wochenende auf dem Parkett zu stehen, das wünscht sich der junge Hagener für seine Zukunft.
Ein guter Nebenverdienst sei der Job als Schiedsrichter – gerade jetzt, neben dem Studium, „Ein nettes Taschengeld kommt schon dabei herum“, freut er sich.
Bis zum Bundesliga-Schiedsrichter muss Tasso allerdings noch einige Stufen des WBV-Förderkaders erfolgreich bestreiten und vieles dazu lernen.
Gesunder Ehrgeiz und die richtige Unterstützung
Er gibt sich bescheiden: „Vor allem Herbert Kemna, der selbst jahrelang in der Bundesliga gepfiffen hat und Schiedsrichterwart des WBV war, habe ich vieles zu verdanken“, sagt der Nachwuchsreferee.
„Ohne ihn und das ganze Drumherum wäre ich jetzt sicher noch nicht da, wo ich mich heute befinde.“
Am nötigen Ehrgeiz mangelt es ihm jedoch keinesfalls: „Wir werden einige Male pro Saison von Schiedsrichter-Coaches beobachtet, für mich ist aber jedes Spiel bedeutsam und wichtig“, sagt Tasso Petrou. Sein Ziel kann er ganz klar formulieren: „Ich möchte defintiv Bundesliga-Schiri werden!“