Unerwarteter Einsatz: Sanitäter als Hebammen

Vater Ferhat Devrim

Vater Ferhat Devrim, Lars Petig, Thomas Blumenroth mit Jale Devrim, Mutter Derya Devrim sowie die beiden älteren Töchter. (Foto: Stadt Ennepetal) Die stolzen Geburtshelfer Lars Petig und Thomas Blumenroth mit der kleinen Jale Devrim. (Foto: Stadt Ennepeta

Ennepetal. Was sich zu Beginn der Woche in Ennepetal abspielte, liest sich wie das Drehbuch zu einem dramatischen Film. Ganz nach Hollywood-Manier aber mit einem schönen Happy End.

Am Dienstag, 28. Februar, wurden mitten in der Nacht, um 0.32 Uhr, die Notfallsanitäter Thomas Blumenroth und Lars Petig von der Ennepetaler Feuerwehr mit ihrem Rettungswagen durch die Leit­stelle des Ennepe-Ruhr-Kreises alarmiert. Was zunächst als eine Alarmierung wie tausende andere auch erschien, stellte sich aber als ganz besonderer Fall heraus. Mit Blaulicht und Martinshorn ging es zu Familie Devrim nach Voerde. Dort sollte ein „gynäkologischer Notfall“ vorliegen, so die Alarm­depesche der Kreisleitstelle.
Wenige Minuten später trafen die Retter an der Einsatzstelle ein und wurden rasend schnell zu Geburtshelfern. Um 0.48 Uhr, knapp zehn Minuten nach Eintreffen des Rettungswagens, hielt Notfallsanitäter Thomas Blumenroth ein gesundes kleines Mädchen in den Händen. Assistiert von seinem Kollegen Lars Petig, dem stolzen Vater sowie der ältesten Tochter der Familie Devrim gelang eine nahezu mustergültige Hausgeburt auf wenigen Quadratmetern im Badezimmer der Familie.
Kein Alltag
Auch wenn die Geburtshilfe zur Ausbildung im Rettungsdienst gehört: Alltag ist dies bei weitem nicht. Der nachgefordert eintreffenden Notärztin konnte nur noch der „erfolgreiche Vollzug“ der Geburt gemeldet werden.
Der erste Besuch nach der Entlassung aus der Klinik führte die gesamte Familie Devrim nun zur Ennepetaler Hauptfeuerwache in die Wehrstraße.
Selten sieht man so viele zufriedene Gesichter nach einem Rettungseinsatz. Ein herzliches Dankeschön der Familie ging an die Retter, anerkennend sagten sie: „Ihr seid die beste Feuerwehr der Welt.“ Das gingen den Beteiligten natürlich „runter wie Öl“. Und die strahlenden Augen der beiden Notfallsanitäter werden sicherlich allen noch lange in Erinnerung bleiben.
Lobende Worte bekamen ­„seine Jungs“ auch von Wehrleiter Frank Schacht für die tolle Arbeit. Allein die kleine Jale hat diesen historischen Augenblick verschlafen. Sicher ist aber: Sie ist schon jetzt Teil der Ennepetaler Feuerwehrfamilie.