Unterschriften gegen Abschiebung gesammelt

Dr. Astrid Seckelmann

Dr. Astrid Seckelmann, Homaira Azodolmolhi-Fattahy, Heike Spielmann, Heidrun Schulz-Rabenschlag und Pfr. Martin Wehn überreichten 3.629 Unterschriften gegen eine Abschiebung nach Afghanistan an den SPD-Landtagsabgeordneten Prof. Dr. Rainer Bovermann. (Fot

Schwelm. Die Diakonie Mark-Ruhr und die Kirchenkreise, vertreten durch Dr. Astrid Seckelmann, Beauftragte des Kirchenkreises Schwelm für geflüchtete Menschen und Initiatorin dieser Aktion, haben Position bezogen und Unterschriften gesammelt. Die klare Botschaft: „Keine Abschiebungen nach Afghanistan“. Insgesamt 3.629 Unterschriften sind dabei zusammen gekommen, die am Dienstag, 14. März, in Schwelm an den Landtagsabgeordneten Prof. Dr. Rainer Bovermann (SPD) überreicht wurden.
Auf dieser Grundlage haben Ev. Kirchengemeinden im EN-Kreis und in Hagen und die ­Diakonie Mark-Ruhr von Januar bis Februar 2017 zahlreiche Unterschriften gegen Abschiebungen nach Afghanistan und für ein Recht auf ein faires, unvoreingenommenes Asylverfahren für Afghaninnen und Afghanen in Deutschland gesammelt.
„Vieles läuft richtig“
„Wir möchten mit unserer Initiative einen Impuls in Richtung Landesregierung setzen, ihren Kurs zu korrigieren. In Nord­rhein-Westfalen läuft zwar in punkto Flüchtlingspolitik vieles richtig, aber die aktuelle Sicherheitslage in Afghanistan mit bürgerkriegsähnlichen Zuständen bedroht jeden abgeschobenen geflüchteten Menschen an Leib und Leben“, betont Pfarrer Martin Wehn, theologischer Geschäftsführer der Diakonie Mark-Ruhr.
„Die Unterschriften sind ein deutliches Signal“, sagte der Landtagsabgeordnete Prof. Dr. Rainer Bovermann.
Besonderer Schutz für Familien
„Auch innerhalb der SPD-Fraktion wird dieses Thema kontrovers diskutiert. Die Sorgen der Menschen kann ich sehr gut nachvollziehen. Es ist nicht Politik der Landesregierung, großzügig abzuschieben, insbesondere Familien genießen einen besonderen Schutz“, erklärte Prof. Dr. Bovermann, der zusicherte, die Unterschriften kurzfristig an Innenminister Ralf Jäger weiterleiten zu wollen.
Für Heidrun Schulz-Rabenschlag, Fachbereichsleiterin der Sozialen Dienste der Diakonie Mark-Ruhr, ist es „dringend geboten, zu erfahren, welche Kriterien das Innenministerium den ‚sorgfältigen Einzelfallprüfungen‘ einer Abschiebung (nach Afghanistan) zu Grunde legt. Wir fordern, dass diese offen gelegt und gleichzeitig grundlegende Normen des Grundrechts auf Asyl gewahrt werden.“ Sie sei zudem erfreut von dem hohen Interesse an der Unterschriften­aktion gewesen. „Wir haben sehr viel Zuspruch bekommen und wurden in unseren Forderungen und unserem Einsatz für Flüchtlinge bestärkt.“
Integrationsbereitschaft
„Gerade bei Flüchtlingen aus Afghanistan gibt es eine hohe Bereitschaft zur Integration“, hebt Dr. Astrid Seckelmann hervor. „Mit Blick auf die Flüchtlingsarbeit geht es jetzt auch darum, die Arbeit im Haupt- und Ehrenamt weiter zu entwickeln und den sich ändernden Gegebenheiten anzupassen. Das muss auch durch die Politik begleitet werden.“