Was wird aus der Kultur in Ennepetal?

Ennepetal. (je/Red.) Es ist kein Geheimnis: der Stadt Ennepetal fehlt
an allen Ecken und Enden das Geld für freiwillige Leistungen. So ist auch der
Kulturbereich von einschneidenden Kürzungen betroffen.

Dennoch oder gerade deshalb hat der Kulturausschuss beschlossen, ein
Kulturkonzept für die Stadt Ennepetal entwicklen zu lassen. Durch dieses sollen
konkrete Handlungsempfehlungen gegeben werden, wie in der Klutertstadt auch
künftig und trotz der klammen Kassen ein umfassendes kulturelles Angebot
bestehen bleiben kann.
Nach einer deutschlandweiten Ausschreibung wurde die Münchener
Kulturwissenschaftlerin Dr. Martina Taubenberger mit der Erstellung des
Konzeptes beauftragt.
Nachdem sie sich – nach eigenem Bekunden – bereits intensiv die Stadt und die
für Kulturveranstaltungen genutzten Räumlichkeiten angesehen hat, führt sie in
den nächsten Tagen sogenannte Expertengespräche mit lokalen Kulturschaffenden
durch. So möchte sie sich einen Überblick über das bestehende und ehemalige
Angebote, über Stärken und Schwächen oder über mögliche Kooperationen
verschaffen.
Generell soll aber auch einfach der persönliche Kontakt zu allen wichtigen
Kultur-Akteuren gesucht werden. „Das hat für mich etwas mit Wertschätzung und
der Haltung gegenüber dem bestehenden Kulturangebot zu tun“, so Martina
Taubenberger.
Bürger werden gefragt
Nach Abschluss der Expertengespräche – planmäßig ab 19. November – wird es
eine Bürgerbefragung geben. Der Fragebogen wird sowohl online auf der
Internetseite der Stadt Ennepetal zu finden sein als auch an zahlreichen Stellen
ausliegen, etwa im Rathaus, in der Bürgerinfo oder der Kluterthöhle. „Ich möchte
die Bürgerinnen und Bürger fragen, was sie sich hinsichtlich des Kulturangebots
wünschen und so Betroffene zu Beteiligten machen“, führt Dr. Taubenberger aus.

Es soll herausgefunden werden, welche Angebote in Ennepetal besonders beliebt
sind, welche kaum genutzt werden – und welche kulturellen Angebote die
Bevölkerung vermisst.
Workshops
Anhand der Ergebnisse aus Expertengesprächen und Bürgerbefragung wird es
schließlich ab vermutlich Februar Workshops zu verschiedenen Themenfeldern, etwa
zur Jugendkultur, geben. Daran nehmen direkt betroffene Gruppen teil, um die
Ergebnisse zu verfeinern und schließlich Ziele zu finden, wie Kultur in
Ennepetal künftig stattfinden kann. Bürgermeisterin Imke Heymann bleibt
realistisch: „Wir müssen uns Ziele setzen, die erreichbar sind und die Dinge
definieren, die wir nicht erreichen können.“
Kein Abschluss
Trotz der angespannten finanziellen Situation soll das Konzept schließlich
eher Kultur stärken, denn schwächen.
„Kulturelle Angebote schaffen kulturelles Bedürfnis“, ist Taubenberger
überzeugt. Die Fertigstellung des Konzeptes, die für Mai kommenden Jahres
angepeilt ist, sei jedoch kein Abschluss der Aufgabe. „Ich vergleiche das
vielmehr mit einem Arzt, der eine Diagnose stellt und eine Therapie vorschlägt“,
sagt Martina Taubenberger.
Was aus ihren Vorschlägen tatsächlich gemacht wird, liegt dann in den Händen
der Stadt und der kulturellen Akteure…