Wasser und Wald: Ennepetals Tourismustrümpfe

Friedhelm Erlenhofer möchte die touristischen Attraktionen in Ennepetal in den kommenden Jahren weiter ausbauen. (Foto: Frank Schmidt)

Ennepetal. (zico) „Eine reiche vorindustrielle Geschichte und die wunderbare Landschaft sind Trümpfe, die wir in Ennepetal dem Ruhrgebiet voraus haben“, ist Friedhelm Erlenhofer von den Qualitäten der Klutertstadt überzeugt. Mit diesen Vorzügen möchte der seit dem 1. März 2012 als Tourismusmanager für die Stadt agierende Erlenhofer vor allem Tagesgäste und Kurzurlauber nach Ennepetal anlocken.

In der „Analysephase“, die am Anfang seines Engagements steht, hat der 60-Jährige zunächst Kontakt mit jenen Akteuren aufgenommen, die sich um den Tourismus in Ennepetal verdient machen – Wolfgang Kern, Geschäftsführer der Kluterthöhle und Freizeit GmbH etwa, oder auch die Vertreter der Heimatvereine Voerde, Milspe und Rüggeberg. Letztere kümmern sich zum Beispiel um die Stadtrundfahrten, die an die „Teckelfahrten“ mit Haltepunkt Kluterthöhle an jedem ersten Sonntag der „Sommermonate“ gekoppelt sind.

Diese Stadtrundfahrten spannen unter dem Motto „ von Schmiedefeuern und Weltmarktführern“ den Bogen von der vorindustriellen Geschichte bis hin zur Gegenwart, in der sich Ennepetaler Unternehmen in internationalen Spitzenpositionen behaupten. Sonderführungen durch die Kluterthöhle und Besuche des Industriemuseums an der Neustraße, welches die Gießereitechnik sowie die industrielle Entwicklung Ennepetals vorstellt, gehören zum Angebot, das den Gast an diesen Sonntagen erwartet. Aber auch der Krenzer Hammer, die historische Werkzeugfabrik im Tal der Ennepe, lädt zur Visite ein. Die letzte noch produzierende Freiformschmiede im Ennepetal stellt Spezialwerkzeug für verschiedene Berufsgruppen her.

Alte Schmiedekunst kann in Ennepetal als Relikt der vorindustriellen Geschichte bei Volksfesten und im „Krenzer Hammer“ bestaunt werden. (Foto: Archiv)

„Familien und so genannte ,Bestager‘, Menschen ab 50 Jahre also, müssen unsere Zielgruppe sein. Singles, vor allem jungen Leuten, die in ihrer Freizeit das Partyvergnügen suchen“, können wir das Gewünschte hingegen nicht bieten“, weiß Friedhelm Erlenhofer, in welchen Bereichen die Klutertstadt besonders attraktiv ist: „Vor allem Wanderer kommen hier dank der herrlichen, waldreichen Landschaft voll auf ihre Kosten.“ Der Touristikexperte verweist auf die Broschüre „Ennepetal wandernd erleben“, die unter anderem im Rathaus erhältlich ist und die vier attraktive Strecken aufführt, die man auch mit Führung buchen kann. Derzeit wird die Broschüre in einer zweiten Auflage erweitert und führt dann auch Wanderungen mit Startpunkt in Milspe auf. Erscheinen soll sie im Herbst dieses Jahres.

Einen ähnlichen Service möchte Erlenhofer in naher Zukunft Radfahrern bieten. „Ennepetal ist auch für Pedaleure sehr attraktiv. E-Bikes, die derzeit sehr im Trend liegen, nehmen der mitunter anspruchsvollen Topographie ihren Schrecken, wenn man weniger trainiert ist“, so Erlenhofer, der entsprechende Angebote im Zusammenspiel mit der AVU aufbauen und eine entsprechende Broschüre zusammen stellen möchte.

Einen weiteren Trumpf sieht der aus Hagen an die Ennepe gekommene Erlenhofer in den zahlreichen Wasserflächen der heimischen Umgebung. Neben Kanutouren auf der Ennepe empfiehlt er Ausflüge zu den vier Talsperren im Umfeld Ennepetals – Hasper Talsperre, Heilenbecker Talsperre, Ennepetalsperre und Beyenburger Stausee. Wobei die drei erstgenannten Sperren wegen der Trinkwassernutzung nicht für den Wassersport geeignet sind – wohl aber der Beyenburger Stausee, der, so Erlenhofer, als einziger weitgehend auf Ennepetaler Stadtgebiet liegt.

Für die Ferienzeit bieten sich neben Besuchen des „Platsch“ und des Hülsenbecker Tal auch Testläufe auf den fünf Routen des „6. Bürgermeister-Wandertages“ an, der am 26. August stattfindet. Auch hierzu ist unter anderem im Rathaus Informationsmaterial erhältlich. „Das Freizeit- und Urlaubsverhalten der Menschen hat sich in den vergangenen Jahren enorm gewandelt – die Leute fahren nicht mehr Jahr für Jahr an den gleichen Ort, sind experimentierfreudiger geworden“, so Erlenhofer, der das in jüngster Zeit gestiegene Bewusstsein für die touristische Attraktivität der heimischen Region in den kommenden Jahren nach Kräften fördern möchte.