Wasser war ihr Element: Treffen der ehemaligen Aquasportler

Gevelsberg. Wasser gibt nicht nur dem Körper, sondern auch
dem menschlichen Geist Auftrieb. Es ist zudem ein Element, in dem gelenkschonend
und vor allem schmerzfrei, aber trotzdem sehr effektiv, trainiert werden kann.
Eigenschaften, von denen auch die Teilnehmenden des VHS-Kurses
„Bewegungsgymnastik im Wasser für Menschen ab 55“ über zwei Jahrzehnte lang
profitierten.
Unter der Leitung von Marion Bösel-Weßler traf man sich regelmäßig einmal
wöchentlich im Lehrschwimmbecken der städtischen Realschule auf der Alten Geer,
um gezielt Gleichgewicht, Koordination, Beweglichkeit und Leistungsfähigkeit in
Einklang zu bringen. Zudem stärkten Spaß und die leichteren
Bewegungsmöglichkeiten im kühlen Nass das Wohlbefinden.
Plötzliches Ende
Im Januar 2016 war dann jedoch auf einmal alles vorbei. Dozentin
Bösel-Weßler, die seit 1991 den VHS-Kurs geleitet hatte, wollte sich neuen
Aufgaben zuzuwenden. Und eine Nachfolge konnte bislang nicht gefunden werden.

So waren dann insbesondere diejenigen, die bereits in den 1990er Jahren
dieses Kursangebot für sich entdeckt hatten, sehr traurig. Denn solch eine lange
Zeit verbindet nicht nur, sondern schweißt förmlich zusammen, lässt
Freundschaften entstehen.
Wiedersehen
Auf Einladung der VHS Ennepe-Ruhr-Süd trafen sich die ehemaligen Aquasportler
nun noch einmal im „Café Dialog“, um gemeinsam bei Kaffee und Kuchen der langen
gemeinsamen Zeit einen gebührenden Abschluss zu geben.
Viele Erinnerungen und Erlebnisse kamen dabei auf den Tisch; es zeigte sich,
wie stark und eingeschworen die Gemeinschaft der Teilnehmenden über die Jahre
geworden war. So wurde nicht nur zusammen Sport gemacht, auch traf man sich etwa
zum Abschluss eines jeden Jahres und feierte gemeinsam runde Geburtstage.
„Wir waren zwar als fester Stamm eine eingeschworene Gemeinschaft, dennoch
wurden alle Neuen mit offenen Armen aufgenommen“, erzählten die rüstigen
Senioren.
Weniger Musik
Auf die Frage, was sich im Laufe der 25 Jahre an dem Kurs selbst verändert
hätte, war die einstimmige erste Antwort: „Die Musik!“
Während sich in den Anfangsjahren noch synchron zur Musik bewegt wurde, lief
diese später nur noch gelegentlich leise im Hintergrund. Aber auch die
sogenannte „Schwimmnudel“ zur Verstärkung des Trainingseffekts wurde erst später
eingeführt, so etwas gab es vor 25 Jahren einfach noch nicht.
Mittlerweile haben sich einige der ehemaligen Kursteilnehmenden zwar anderen
Angeboten der VHS zugewendet, dennoch würden sich alle über einen neuen Dozenten
für „Bewegungsgymnastik im Wasser für Menschen ab 55“ freuen.Denn in allen
Äußerungen der Teilnehmenden war spürbar, dass diese Gruppe gerne
zusammenbleiben möchte.
Trockene Alternative
Und so machte Iris Baeck, stellvertretende VHS-Direktorin, den Vorschlag, zum
gewohnten Zeitpunkt ein Angebot ins Leben zu rufen, das mit leichter Gymnastik
außerhalb des Wassers dazu beitragen könnte, nicht nur die Gesundheit, sondern
auch die Gruppe zu erhalten. Sofern sich nicht vielleicht doch eine Nachfolge in
der Kursleitung findet…

von André Sicks