Welche Impflücke vor dem Urlaub schließen?

Neben sauberem Trinkwasser gilt der Impfschutz weltweit als wirksamste Gesundheitsvorsorge überhaupt. Eine Impfung kann vor Masern

Neben sauberem Trinkwasser gilt der Impfschutz weltweit als wirksamste Gesundheitsvorsorge überhaupt. Eine Impfung kann vor Masern, Mumps, Keuchhusten, Windpocken und anderen ansteckenden Krankheiten schützen, die trotz moderner Medizin bis heute nur schl

Hagen. (Red.) Ein lückenloser Impfschutz ist nicht nur für Kinder wichtig, sondern in jeder Phase des Lebens. Das gilt auch für besondere Situationen wie Urlaubsreisen – egal ob innerhalb Europas oder in ferne Länder.
Denn am Urlaubsort ist eine Ansteckung mit Krankheiten möglich, die wir zu Hause nicht kennen: Hepatitis, Gelbfieber, Tollwut und Typhus sind nur einige Beispiele. Zu den Urlaubsvorbereitungen sollte deshalb immer eine rechtzeitige reisemedizinische Beratung gehören. Worauf es beim Gesundheitsschutz auf Reisen ankommt, das verraten Reisemediziner am Lesertelefon anlässlich der Europäischen Impfwoche der Weltgesundheitsorganisation WHO.
Virus sucht Impflücke
Wie wirksam Impfungen Krankheiten bekämpfen, zeigt das Beispiel Kinderlähmung (Polio): War sie 1994 noch in vielen Länder der Erde verbreitet, tritt sie heute nur noch vereinzelt in wenigen Ländern auf. Dennoch gilt weiterhin eine Polio-Impfempfehlung. Denn nur so ist gewährleistet, dass die Krankheit nicht aus so genannten Endemiegebieten eingeschleppt werden kann.
In nah und fern auf Nummer Sicher
Ein Impfschutz ohne Lücken ist zugleich die Grundlage für einen optimalen Schutz im Urlaub. Bevor es um die für das Reiseland spezifischen Risiken geht, überprüfen Reisemediziner deshalb, welche Impfungen im Impfpass eingetragen sind. Falls erforderlich, können fehlende Impfungen sofort nachgeholt oder aufgefrischt werden. Welche länderspezifischen Maßnahmen sinnvoll oder sogar verpflichtend sind, hängt vom Reiseziel, der Art der Reise und der Dauer ab.
Nicht nur Fernreisen
Bei Fernreisen geht es oft um den Schutz vor Krankheiten, die man hierzulande bestenfalls dem Namen nach kennt: Japanische Enzephalitis, Gelbfieber, Malaria, Zika oder Meningokokken-Meningitis.
Doch auch bei Reisen in weniger exotische Länder besteht das Risiko, sich ein unliebsames Reisesouvenir einzufangen. Im gesamten Mittelmeer-Raum kann man sich über Nahrungsmittel und Getränke mit Hepatitis A infizieren, beim Wandern im Bayerischen Wald mit einer Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) – durch einen einzigen Zeckenstich. Zu einer vollständigen reisemedizinischen Beratung gehören neben den Schutzimpfungen auch Themen wie Sonnen- und Mückenschutz, Trinkwasserhygiene, Ernährungstipps und länderspezifische Besonderheiten bei der Gesundheitsversorgung.
Entspannt in den Urlaub
Ist mein Impfschutz noch ausreichend? Wie lange vor der Reise muss ich mit den Impfungen beginnen? Welche reisemedizinischen Empfehlungen gelten für mein Urlaubsziel? Wie schütze ich mich vor verunreinigtem Trinkwasser und Lebensmitteln? Wie sieht ein guter Mückenschutz aus? Wo sind aktuell FSME-Risikogebiete? Muss ich auch bei geführten Reisen mit Gesundheitsrisiken rechnen?
Alles rund um den Gesundheitsschutz auf Reisen – und daheim – erfahren Leser bei den Experten am Lesertelefon am Donnerstag, 27. April, von 10 bis 17 Uhr unter der kostenfreie Rufnummer 0800 / 0909290.
Die Experten sind:

  • Prof. Dr. Tomas Jelinek
    Medizinischer Direktor des BCRT Berliner Centrum für Reise- und Tropenmedizin, wissenschaftlicher Leiter des CRM Centrum für Reise- und Tropenmedizin Düsseldorf
  • Prof. Dr. Karl-Heinz Herbinger
    Facharzt für Arbeitsmedizin, Tropenmedizin, Abteilung für Infektions- und Tropenmedizin, Ludwig-Maximilians-Universität München
  • Dr. med. Albrecht von Schrader-Beielstein
    Allgemeinarzt und Arzt für Naturheilverfahren, Praxis für Reise- und Tropenmedizin, Wörthsee
  • Dr. med. Sarah Goo
    BCRT Berliner Centrum für Reise- und Tropenmedizin
  • Dr. med. Wolf Groth
    BCRT Berliner Centrum für Reise- und Tropenmedizin