Werbung für Gevelsberger Kirmesgruppen

Fast jede der Gevelsberger Kirmesgruppen hat jetzt ein eigenes Schild, mit dem man Besucher und Interessierte willkommen heißt. (Foto: Stefan Scheler)

Gevelsberg. (Sche) „Der moderne Mensch scheut feste Verpflichtungen“, hat Michael Sichelschmidt, Vorsitzender des Gevelsberger Kirmesvereins, erkannt: „Deshalb bemühen sich unsere Kirmesgruppen vermehrt um meist junge Helfer mit einer lockeren Bindung an den jeweiligen Verein. Über neue Mitglieder freut man sich aber auch.“

Kirmesvereinsvorsitzender Michael Sichelschmidt (links) passt auf, dass Pinass Brumse-Vorsitzender Andreas Kalin die Tafel gut montiert. (Foto: Stefan Scheler)

Vor diesem Hintergrund ist die vor wenigen Tagen auf dem Bauplatz an der Hundeicker Straße vom Kirmesverein vorgestellte Aktion zu verstehen, neun der zwölf Gevelsberger Kirmesgruppen ein individuell beschriftetes und mit dem Symbol des Hammerschmieds verziertes Willkommens-Schild zuzuteilen. Die Gruppen Pinass Brumse, Mühlenhämmer und Vie ut Asbi’eck teilen sich dagegen die zehnte Aluminiumtafel und hängen sie am Eingangstor zum „Sammelbauplatz Hundeicken“ auf.

„Die Schilder sind als Werbeaktion der Kirmesgruppen zu verstehen“, erklärte Michael Sichelschmidt vor Ort: „Besucher sehen so auf Anhieb, wer auf dem entsprechenden Areal an seinem Kirmeszugbeitrag werkelt. Das schafft Identität für die Gruppen und erhöht deren Wiedererkennungswert.“ Eine ähnliche Kampagne habe auch der Kirmesverein als Ganzes in naher Zukunft vor, wobei man sich mit Plakaten, Flugblättern und ähnlichen Aktivitäten für die Bürger öffne und über Kirmes, Kirmesverein und Festzug informiere sowie für mehr tatkräftige Beteiligung werbe. In dieses Konzept passt auch der am Samstag, 2. Juni 2012, vom Kirmesverein veranstaltete „Tag der offenen Bauplätze“, an dem sich Kirmesverrückte und solche, die es vielleicht noch werden, einen Überblick über die Arbeit derjenigen verschaffen können, die sich für Gevelsbergs größtes Volksfest Jahr für Jahr redlich abmühen.

Dazu fährt von 11 bis 17 Uhr – die letzte Abfahrt findet um 16 Uhr statt – in regelmäßigen Abständen ein Pendelbus vom Gevelsberger Hauptbahnhof zu den Bauplätzen ab. Für diese Touren hat die VER Sonderhaltestellen eingerichtet, an denen die zwei eingesetzten Busse alle 30 Minuten Fahrgäste aufnehmen. „Das Ganze ist mit seiner Logistik nicht einfach und ein gewisses Wagnis“, gibt der Kirmesvereins-Vorsitzende zu bedenken: „Ob die Bevölkerung unser Engagement annimmt, ist noch ungewiss. Wir wagen aber dieses Experiment, und wenn es scheitert, machen wir halt etwas anderes.“ Wichtig sei, dass sich rund um die Kirmes in der Engelbertstadt etwas bewege, das über die allgemeine Begeisterung am Rummel hinausgehe.

Dazu tragen nun auch die bunten Schilder an den Bauplätzen bei, welche die Gruppen zu sonstigen Veranstaltungen ebenfalls verwenden dürfen. Die von der Firma Pepperpoint und Markus Loetz entworfenen und vom Kirmesverein bestellten Tafeln haben die einzelnen Vereine selbstständig beschafft. Am „Tag der offenen Bauplätze“ bieten diese Symbole den Türöffner, um neben der Bewirtung der Gäste zum Selbstkostenpreis über die eigene Geschichte zu informieren und die Technik des Festwagenbaus sowie die Gestaltung des eigenen Zugauftritts zu erläutern.

„Hier ist von den Kameraden Initiative und Kreativität gefragt“, appelliert Michael Sichelschmidt an seine Mannen: „Ich weiß, dass dies bei der vom Wetter bedingten Bauverzögerung, die alle Gruppen getroffen hat, nicht gerade einfach ist.“