Haspe kann Meistersekt kaltstellen

    Die drei Bestplazierten in der deutschen Damenrangliste: (v.l.) Franziska Oberlies, Giulia Pinnau und Frida Varga. (Foto: Olaf Völzmann)
    Die drei Bestplazierten in der deutschen Damenrangliste: (v.l.) Franziska Oberlies, Giulia Pinnau und Frida Varga. (Foto: Olaf Völzmann)

    Hagen. (ktr) Nicht weniger als 15 Deutsche Meisterschaften, davon zuletzt neun in Folge, konnten die Bundesliga-Federfußballer des FFC Hagen für sich verbuchen. Titel Nummer 16 wird mit hoher Wahrscheinlichkeit noch etwas auf sich warten lassen. Denn nach drei von vier Rundenspieltagen im nationalen Oberhaus deutet alles darauf hin, dass der DM-Titel in dieser Saison zum ersten Mal an den Lokalrivalen Flying Feet Haspe geht.

    Der DM-Dritte des Vorjahres konnte seinen Vorsprung in eigener Halle bei noch vier ausstehenden Spielen auf vier Zähler ausbauen und verfügt zudem über das bessere Satzverhältnis. Zwar treffen beide Teams zum Saisonfinale noch einmal aufeinander, doch ein Sieg im direkten Duell würde dem FFC nicht genügen. Vielmehr muss der Rekordmeister auf einen weiteren Ausrutscher der ehrgeizigen Truppe aus dem Hagener Westen hoffen, um doch noch den nationalen Thron zum 16. Mal erklimmen zu können.

    Nur einen Satz abgegeben

    Flying Feet Haspe scheint der mögliche Titelgewinn auf jeden Fall Flügel zu verleihen. So kamen Torben Nass, Marcel Scheffel und Philipp Kühne nacheinander zu Zweisatzsiegen gegen Chin Woo Bochum, TV Lipperode II und den TV Lipperode III. Nur beim 21:18, 17:21, 21:16 gegen den Vorjahreszweiten TV Lipperode um den Ex-Hagener Sven Walter musste das junge Team aus dem Hagener Westen einen Satz abgeben.

    Katerstimmung herrscht dagegen beim FFC Hagen. Ohne den verletzten Nationalspieler Christopher Zentarra und den verhinderten Michael Kowallik mangelt es dem erfolgsverwöhnten Team an der notwendigen Durchschlagskraft, zumal WM-Teilnehmer David Zentarra, durch die Folgen einer Zerrung gehemmt, mit angezogener Handbremse agieren musste. Verstärkt durch Aushilfsspielerin Sarah Walter kam das Team um Ex-Nationalspieler Stefan Blank zwar zu ungefährdeten 2:0-Siegen gegen CBC Wuppertal, FFC Hagen II und CP Gifhorn, musste dann aber beim 21:19, 18:21, 19:21 gegen den TV Lipperode eine ebenso knappe wie möglicherweise folgenschwere Niederlage einstecken. Denn aus eigener Kraft können David Zentarra & Co nun den Husarenstreich der Hasper nicht mehr verhindern.

    Mit zwei Damen! Die drei Bestplazierten in der Herrenkonkurrenz: (v.l.) Sarah Walter, David Zentarra und Eva Graefenstein. (Foto: Olaf Völzmann)
    Mit zwei Damen! Die drei Bestplazierten in der Herrenkonkurrenz: (v.l.) Sarah Walter, David Zentarra und Eva Graefenstein. (Foto: Olaf Völzmann)

    Mit zwei Damen

    Wenig tröstlich dürfte es da für den deutschen Einzelmeister David Zentarra sein, dass er durch seinen satzverlustfreien Sieg seinen Vorsprung in der deutschen Einzelrangliste ausbaute. Ein Novum bei diesem Ranglistenturnier war die Tatsache, dass mit Sarah Walter vom FFC Hagen und Eva Graefenstein vom TV Lipperode erstmals zwei Damen in der Herrenkonkurrenz den Sprung in die Medaillenränge schafften. Möglich wurde dies, da der Deutsche Federfußballbund den Nationalspielerinnen in dieser Saison mit Blick auf die WM in Vietnam gestattet, bei den Herren mitzuspielen, um mehr gefordert zu werden. Seine bislang beste Ranglisten-Platzierung konnte zudem Detlev Stegmann vom FFC Hagen als Sechster erkämpfen.

    In der Damenrangliste stand erstmals in dieser Saison nicht Frida Varga vom FFC Hagen ganz oben. Die Ungarin musste sich mit Rang 3 hinter Überraschungssiegerin Giulia Pinnau und Franziska Oberlies von Flying Feet Haspe begnügen. Auf Platz 4 und 5 folgten mit Lina-Marie Kurenbach (FF Haspe) und Sarah Rüht (FFC) zwei weitere Hagenerinnen.

    Derweil machten die Hasper bei der A-Jugend die vorderen Plätze unter sich aus. Ohne Satzverlust siegte Torben Nass vor seinem Mannschaftskollegen Philipp Kühnen und Danile Pflug, während Nils Bernd als Vierter nur aufgrund des schlechteren Satzverhältnisses den Sprung auf das Treppchen verpasste.