Iserlohn Roosters – Red Bull München

    Iserlohn. (akl) Eine ausverkaufte Eissporthalle am Seilersee erwartete die Gäste aus München. Die Redbulls, die teuerste Mannschaft der DEL, würden es heute nicht leicht haben. Das hatten die Anhänger der blau-weißen Sauerländer bereits vor dem Spiel im Gefühl, obwohl der Kader mit derzeit fünf verletzten Stammspielern etwas schwächelte.

    Abhilfe kam „kurz vor knapp“: Etwa eine Stunde vor Spielbeginn betrat Zach Hamill Iserlohner Boden. Der 27-jährige Kanadier war sich erst am Mittag mit den Roosters einig geworden und wechselte so vom Schweizer Erstligisten HC Ambri-Piotta ins Sauerland. Er erhielt einen Vertrag bis zum Ende der laufenden Saison. So ging es für Hamill vom Flieger ins Auto, in die Kabine, ins blau-weiße Trikot und ab auf’s Iserlohner Eis. Auch Youngster Denis Shevyrin, 20 Jahre, bekam von Beginn an Eiszeit und somit seine Chance zu zeigen was er kann. Das Spiel war schön anzusehen, beide Mannschaften spielten schnell und kämpften um jeden Zentimeter Eis. Nach knapp 14 Minuten war es endlich Zeit für den erlösenden Jubelschrei auf Iserlohner Seite: Boris Blank bedient Mike York, der aus kurzer Distanz zum 1:0 trifft. Durch gute Defensivarbeit und einen überragenden Mathias Lange im Kasten kamen die Münchener im ersten Drittel nicht mehr zum Zuge.

    Das sollte auch für den Mittelabschnitt gelten, in dem die Mannschaft der Energiebrause zwar brandgefährlich vor das Iserlohner Tor rückte, Mathias Lange aber nicht bezwingen konnte. Besser lief es bei den Blau-Weißen: in der 24. Spielminute spielte Kevin Lavallée auf Mike York vor dem Tor, der brauchte allerdings gar nichts zu tun, da ein Münchener so freundlich war den Puck abzufälschen und so im eigenen Tor unterzubringen. Die Unparteiischen zogen den Videobeweis hinzu und gaben den Treffer zum 2:0. 24 Sekunden vor der zweiten Drittelpause nutzten die Iserlohn Roosters eine doppelte Überzahl und Ryan Button konnte locker auf Zuspiel von Bobby Raymond am Münchener Schlussmann Leggio vorbei zum 3:0 einnetzen. Mit dieser bequemen Führung ging es in die Pause und ins Schlussdrittel.

    Auch hier bewahrten die Jungs vom Seilersee die Ruhe, arbeiteten hervorragend in der Defensive und spielten genauso gut ihre Konter aus. Chris Connolly nutzte in Minute 47 einen Fehler von Münchens Leggio und erhöhte auf 4:0. Der Goalie ärgerte sich und zerschmetterte frustriert seinen Schläger auf seinem Torpfosten. In der 52. Spielminute konnten die Münchener durch Samson einen Treffer verbuchen, der die Roosters allerdings nicht aus der Ruhe brachte. Knapp 100 Sekunden vor Spielende bekam Loui Caporusso einen Penalty zugesprochen, nachdem er kurz vorher vorm Tor gefoult worden war. Er traf nicht, Brodie Dupont konnte jedoch kurz darauf in doppelter Überzahl das 5:1 markieren.

    Hervorzuheben ist die Leistung von Mathias Lange zwischen den Pfosten: Er trug während der Ehrenrunde auch das gelbe Trikot, welches die Mannschaft in der Kabine dem ihrer Meinung nach besten Mann des Spiels überwirft. Auch die Fans feierten ihren Goalie, der es sich wirklich verdient hatte. Ebenfalls bemerkenswert: Als die Mannschaft zur Ehrenrunde aus der Kabine kam, ließ man Denis Shevyrin zuerst auf’s Eis und der Rest der Mannschaft ließ ihn alleine eine Runde drehen – der Youngster bekam das erst nicht mit und fuhr seelenruhig alleine los, war dann etwas peinlich berührt und freute sich aber sichtlich über die Geste. Schön zu sehen, dass es scheinbar nicht nur sportlich passt am Seilersee.

    Die Statistik

    • Roosters: Lange – Button, Raymond; Côté, Teubert; Périard, Lavallée – York, Friedrich, Blank, Jaspers, Caporusso, Macek; Hamill, Ross, Dupont; Bassen, Connolly, Shevyrin
    • Redbull: Leggio – Kettemer, Regehr; Söderholm, Boyle; Dehner, St-Denis – Kahun, Christensen, Samson; Aucoin, Jaffray, Wolf; Kastner, Sparre, Pinizzotto; Maurer, Ramoser
    • Schiedsrichter: Schukies (Herne), Pesina (CZE)
    • Tore: 1:0 (13:36) York (Blank, Friedrich), 2:0 (23:54) Lavallée (York), 3:0 (39:36) Button (Raymond, Blank/5:3), 4:0 (46:21) Connolly (Shevyrin, Lavallée), 4:1 (51:56) Samson (Dehner, Kahun), 5:1 (59:17) Dupont (York, Raymond/5:3)
    • Strafen: Roosters: 4; Redbull: 10
    • Zuschauer: 4.967 (ausverkauft)