Mehr Zusammenhalt…

    Beispielhaft war der Zusammenhalt, mit dem die Schwelmer Bürger für das Bier aus der Kreisstadt gestritten haben. Ihr Treffpunkt war eine rund 8.000 Personen starke Facebook-Gruppe, in der Informationen ausgetauscht, so genannte „Fläsh-Plöpps“, als gemeinsame Einkaufsaktionen der Restbestände und Demonstrationen organisiert wurden. Und nun ist auch noch Licht am Ende des Tunnels, denn schon bald soll dank des Einsatzes einer Genossenschaft wieder Gerstensaft unter Schwelmer Signet gebraut werden, auch wenn noch nicht klar ist, wie der genaue Name lauten wird.

    Und was machen die Damen und Herren bei Facebook? Sie streiten sich mittlerweile wie die Kesselflicker, und kaum ein Außenstehender weiß überhaupt noch, worum es in der Sache geht. Angeblich werden Mitglieder wegen Fehlverhaltens ausgeschlossen, und mittlerweile läuft sogar eine Abstimmung darüber, ob die Gruppe aufgelöst werden soll. Statt gemeinsam an einem Strang zu siehen, um dem heimischen Identifikationsprodukt eine goldene Zukunft zu bescheren, spuckt man sich gegenseitig in die Gläser.

    Diese Woche kam das Schwelmer sogar zu zweifelhaften Ehren, als Stefan Raab in seiner Sendung TV Total fragte, ob jemand Schwelmer Bier kenne. Im Publikum Ahnungslosigkeit. Darauf Raab: Sehen Sie, darum ist die Schwelmer Brauerei auch jetzt insolvent. Nur ein Indiz, warum das Bier aus unserer Region künftig gute Freunde braucht, und keine zerstrittenen Menschen, die ja im Kern doch das Gleiche wollten.

    Was tun eigentlich nette, weise Leute, wenn sie sich mal nicht grün sind? Ein Bier trinken und sich aussprechen, empfiehlt

    QuENgelbert