Mexiko eine kniffelige Aufgabe für Löw-Elf zum WM-Auftakt

    Für die deutsche Fußball-Nationalmannschaft beginnt mit der Partie gegen Mexiko die Mission Titelverteidigung. (Foto: DFB/Johannes Veltmann)

    Moskau. So langsam dürfte das Kribbeln bei Fußball-Bundestrainer Joachim Löw und seiner Mannschaft größer werden. Morgen starten sie mit der Begegnung gegen Mexiko in die Weltmeisterschaft 2018. Und für den amtierenden Titelträger kann das Ziel nur heißen, den Titel zu verteidigen.

    Nachfolger von Pelé?

    Dies ist seit 1962 (damals Brasilien) aber keiner Nation mehr gelungen. Die Kicker vom Zuckerhut waren aber zuletzt dicht dran: Sie hatten 1994 den WM-Pokal gewonnen und standen 1998 im Finale, schafften es aber nicht den damaligen Gastgeber Frankreich zu besiegen.

    Die DFB-Auswahl geht mit einer ähnlichen goldenen Generation wie 2014 an den Start. Säulen wie Manuel Neuer, Sami Khedira, Mats Hummels, Jeromé Boateng, Thomas Müller oder Toni Kroos sind weiterhin auf der Spitze ihre sportlichen Zenits. Und die Rücktritte von Phillip Lahm, Miroslav Klose oder Bastian Schweinsteiger wurden durch junge, hungrige Spieler aufgefangen.

    Youngster drängen ins Rampenlicht

    Zum Beispiel durch Joshua Kimmich. Bei Bayern München und in der Nationalelf ist er kaum von der rechten Abwehrseite mehr wegzudenken. Sowohl in der Offensive, als auch in der Defensive ist er längst in der Weltspitze angekommen.

    Oder Timo Werner. Der Stürmer von RB Leipzig gehört zweifelsohne zu den talentiertesten Stürmern Europas. Und im Trikot des DFB hat er eine herausragende Torquote: In 14 Länderspielen erzielte er 8 Treffer.

    WM-Debütant Reus

    Nicht mehr ganz „taufrisch“ mit 29 Jahren ist Marco Reus – doch für den Dortmunder ist die Weltmeisterschaft ein ganz besonderes Turnier. Nach der EM 2012 wird es erst die zweite Teilnahme an einem großen Turnier sein. Der von Verletzungen geplagte Stürmer könnte ein wichtiger Baustein bei der Mission Titelverteidigung für den Bundestrainer werden. Reus‘ Fähigkeiten sind unbestritten, im Nationaldress konnte er sie aber zu selten zeigen. In Russland hofft er – und die ganze Mannschaft – auf den internationalen Durchbruch des Linksfuß. Mit seiner Dribbelstärke und der sehr guten Schusstechnik dürfte er auf der linken Seite mit Weltmeister und Confed-Cup-Kapitän Julian Draxler um den Startplatz streiten.

    Rekordmann Marquez

    Beim ersten WM-Gegner Mexiko ist Vorsicht geboten für den Weltmeister. Die Südamerikaner kommen mit einem Team, das nicht zu unterschätzen ist. Gleich acht Olympiasieger von 2012 – die eine topbesetzte brasilianische Auswahl im Finale von London besiegten – stehen in dem Team von Trainer Juan Carlos Osorio. Damit ist der Kern der Mannschaft eingespielt. Ganz große Einzelkönner fehlen bei der mexikanischen Auswahl allerdings. Aus der Bundesliga ist Fußball-Fans ein Trio bekannt. Marco Fabian und Carlos Salcedo vom Pokalsieger Eintracht Frankfurt und Javier Hernandez. Letzterer wird „Chicharito“ gerufen und erzielte für Bayer Leverkusen in 54 Bundesligaspielen 28 Treffer. Das weckte erneut Begehrlichkeiten bei den finanzkräftigen Teams aus England, die den Stürmer vor dieser Saison auf die Insel lotsten.

    Es ist bereits sein zweites Engagement in der Premiere League, zuvor blieb ihm trotz eines guten Starts der Durchbruch bei Manchester United verwehrt. Auch eine Leihe zu Real Madrid konnte die Karriere des schnellen und trickreichen Stürmers nicht ankurbeln, erst sein Engagement in Leverkusen brachte ihn wieder in die Erfolgsspur.

    Größter Star bleibt aber weiterhin Rafael Marquez. Einst Champions-League-Sieger mit dem FC Barcelona nimmt der mittlerweile 39-Jährige an seiner fünften WM in Folge teil. Damit ist er der letzte Spieler, der bereits bei den Titelkämpfen 2002 teilgenommen hat.

    Sieg dank Bierhoff

    Das letzte Aufeinandertreffen bei einer Weltmeisterschaft liegt übrigens schon 20 Jahre zurück. 1998 in Frankreich gewann das Team vom damaligen DFB-Trainer Berti Vogts glanzlos mit 2:1. Siegtorschütze damals: Oliver Bierhoff. Der heutige Teammanager traf drei Minuten vor dem Spielende und bewahrte sein Team vor dem peinlichen Ausscheiden im Achtelfinale.

    Insgesamt wird es das vierte Aufeinandertreffen beider Nationen bei Weltmeisterschaften sein, alle vier Vergleiche gingen an die deutsche Auswahl.

    WM vor der Brust EM im Kopf

    Die DFB-Mannschaft steht geschlossen hinter der deutschen Bewerbung für die UEFA EURO 2024. Im wahrsten Sinne des Wortes sichtbar wurde dies beim offiziellen Fototermin im WM-Trainingslager in Eppan. Nach dem offiziellen Mannschaftsbild versammelte sich der Kader für die am Donnerstag, 14. Juni, gestartete Weltmeisterschaft 2018 in Russland hinter einer Bande mit dem Slogan „Die Mannschaft ist united by football.“

    Für Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff ist es eine Selbstverständlichkeit, dass auch das deutsche Team die Bewerbung tatkräftig unterstützt.

    „Neben dem Bau der neuen DFB-Geschäftsstelle und seiner Akademie in Frankfurt ist die EM-Bewerbung das Leuchtturmprojekt unseres Verbandes. Wir alle haben noch die tollen Bilder der WM 2006 vor Augen. Solch ein verbindendes Fußballfest für ganz Europa wollen wir in sechs Jahren wieder in Deutschland erleben. Dafür wird sich auch die Mannschaft einsetzen.“

    Auch Joachim Löw ist überzeugt, dass Deutschland der richtige Austragungsort für die Europameisterschaft 2024 ist: „Natürlich sind wir aktuell komplett auf die WM in Russland fokussiert. Aber wir haben zahlreiche junge Spieler im Kader, die auch in sechs Jahren noch eine wichtige Rolle in der Nationalmannschaft spielen können. Gerade für sie ist die deutsche EURO-Bewerbung eine besondere Sache, denn jeder Spieler träumt davon, einmal ein großes Turnier vor heimischem Publikum spielen zu können.“

    Deutschland – Mexiko

    1. Spieltag-Vorrunde, Anstoß: Sonntag, 17. Juni, 17 Uhr, Luschniki-Stadion, Moskau

    So wollen sie spielen:

    • Deutschland: Neuer – Kimmich, Boateng, Hummels, Hector – Khedira, Kroos, Reus, Özil, Müller –Werner
    • Mexiko: Ochoa – Salcedo, Ayala, Moreno, Layun – Herrera – J. dos Santos, Guardado – Vela, Lozano – Chicharito

    Weitere Spiele in Gruppe F:

    • Schweden – Südkorea
      Mo., 18. Juni, 14 Uhr
    • Südkorea – Mexiko
      Sa., 23. Juni, 17 Uhr
    • Deutschland – Schweden
      Sa., 23. Juni, 20 Uhr
    • Mexiko – Schweden
      Mi., 27. Juni, 16 Uhr
    • Deutschland – Südkorea
      Mi., 27. Juni, 16 Uhr