Miss Verständnis

Unser christlicher Mitarbeiter Detlef Kranzmann ist manchmal ganz schön spitzfindig. Und genau deshalb ist er in unserem Team genau richtig am Platze. Manchmal wird Detlef bei seinen Recherchen sogar auf haarsträubendste Weise fündig, Hier sein jüngster Bericht:

Ich bin erschrocken, um nicht zu sagen: entsetzt. Da lese ich doch heute in einer Zeitungsanzeige: Personal-Verkauf! Dass es Firmen gibt, die Personal von ihren Aufgaben freistellen, das hatte schon gehört, aber verkaufen, das geht doch entschieden zu weit. Wir haben doch keine Sklaven mehr oder?

Noch heftiger war das Schild, auf dem ich neulich in Sachsen las: Landkreisentsorgung! Sicherlich stimmt es, dass wir in Deutschland zuviel Verwaltungen haben, aber deshalb gleich entsorgen? Das geht doch auch rücksichtsvoller, oder?

In der Zeitung fand ich die Anzeige: Haustürabholung! Als ich anrief und bat, meine alte Haustür abzuholen, wurde mein Gesprächspartner ungehalten. Warum eigentlich? Er hatte doch selbst in der Zeitung das Angebot gemacht.

Wir haben eine alte Stehlampe, die wird warm, wenn sie längere Zeit an ist. Aber ich bin noch nie auf die Idee gekommen, anzunehmen, sie hat Lampenfieber.

Häufig schreiben zur Zeit Redakteure von einer extrem teuren Kommunikation: Straßenunterhaltung. Jede Unterhaltung im zwischenmenschlichen Bereich ist doch wertvoll. Warum also soviel Aufhebens zum Thema Straßenunterhaltung?

Da ich zu den unsportlichen Menschen gehöre, habe ich mich für die neue Kurzstrecken-Sportart interessiert: Tischläufer. Aber selbst bei einem langen Familientisch scheint mir die Strecke extrem kurz…

Als wir eine neue Schließanlage in der Gemeinde bekamen, wurde jedem Mitarbeiter ein Schlüssel zugewiesen. Den Empfang hatte er zu quittieren. Nun lese ich vermehrt von Schlüsselzuweisungen wenn es um den Landeshaushalt geht. Wie muss ich mir das vorstellen: Jeder Minister bekommt einen Schlüssel vom Tresor des Finanzminsters zugewiesen und kann sich bedienen?

Auf diesen Schreck trinke ich mir jetzt einen Tanztee!

Tja Detlef, der sei Dir auch herzlich gegönnt. An Deiner Stelle würde ich ihn mit der „Miss Verständnis“ einnehmen. Sie wäre sicher in der Lage, so manches wieder gerade zu rücken…