Mit Musik geht alles besser

    Beim Aldi isses günstig, so wussten es schon QuENgelberts Altvordere. Für einen Mann besten Alters, den die Polizei auf 44 bis 55 Jahre schätzt, jedoch nicht günstig genug…

    Der Mann scheint eine ausgesprochene Frohnatur zu sein, wird von Zeugen als höflich und freundlich beschrieben und scheint überdies ein Freund von Stimmungsmusik zu sein. Nur mit dem Aldi-Unternehmen hat er’s nicht so – auf das schimpft er bei seinen Taten des öfteren wie ein Rohrspatz.

    Aus dem Polizeibericht: Die polizeilichen Ermittlungen hinsichtlich des Aldiserienräubers laufen auf Hochtouren. DNA-Spurenergebnisse, die am benutzten Einkaufswagen gesichert wurden, werden zeitnah erwartet. Der auffällige, recht große und meist vollbärtige Täter (Deutscher, ca. 44 – 55 Jahre alt, ca. 190 cm groß, breitschultrig, jedoch dünne Beine, bei den Taten mit dunkler Baseballkappe unterwegs, verändert immer wieder seine Haartracht und seinen zwischenzeitlich dunkel-grauen Bartwuchs) wird von nahezu allen Geschädigten insgesamt und paradoxerweise als recht freundlich beschrieben.

    Bei den Taten bis Mitte 2012 wurden die Angestellten mit einem Messer und später mit einer dunklen Schusswaffe bedroht, mit Kabelbindern gefesselt oder im Büro eingeschlossen. Bei den letzten drei Taten schimpfte er über das Aldi-Unternehmen.

    Agierte der Täter bei der ersten Tat in Halver-Oberbrügge (Tatzeit: 26.05.2011, 20 Uhr) noch recht unsicher (nervös, schwitzen, angespannt, Selbstgespräche), trat er in Gevelsberg, in Altena-Dahle und zuletzt in Schalksmühle ruhig und zielstrebig auf.

    Beim letzten Überfall vom Samstag, 13.04.13, 20.15 Uhr, in Schalksmühle, Hälverstraße 51, erhielt der Täter auf seinem Handy einen möglicherweise entlarvenden Anruf. Es ertönte laut und deutlich der bekannte Schlagerhit: „La Cucaracha, La Cucaracha, la la la la, La Cucaracha….!“ Der recht bekannte „Schlager“ wurde unter anderem von den Interpreten Charly Parker, Speedy Conzales und The Champs immer wieder mit recht großem Erfolg aufgelegt.

    Der Täter dürfte nach Einschätzung der Polizei den Klingelton zumindest bis zum heutigen Tag benutzten und aufmerksamen Zeugen aufgefallen sein.

    Für die Tatklärung der Serie ist eine Belohnung in Höhe von 2.500 Euro ausgelobt worden. Sachdienliche Hinweise im Zusammenhang mit der auffälligen Personenbeschreibung und dem außergewöhnlichen Klingelton nimmt die Polizei in Lüdenscheid (Ruf 02351 / 9099 – 0) oder jeder andere Polizeidienststelle entgegen.“

    So weit die Informationen der Ordnungshüter.

    „Wer schaffen will, muss fröhlich sein“, behauptete ein Theodor Fontane – ob er damit auch das Langfinger-Gewerbe meinte, ist nicht überliefert. Der Polizei und den Aldi-Beschäftigten indes wäre es ohnehin lieber, wenn der Gesuchte seinen Klingelton aus gegebenem Anlass schon bald austauschen würde. Allgemein gegönnt wird ihm Johnny Cashs „Folsom Prison Blues“…