Na dann: Zum Wohl!

    Ne doppelte Pommes mit Currywurst, Mayo, extra scharf machen! Diplom-Oecotrophologen sind in aller Regel geneigt, die Hände über dem Kopf zusammen zu schlagen, wenn sie von derartigen Bestellungen hören. Und auch unsereiner denkt: Das kann doch nicht gesund sein!

    Wirklich?

    QuENgelbert erinnert sich ja gern an den Ernährungswissenschaftler Udo Pollmer, der vor Jahren auf Einladung der Ennepetaler Sparkasse in der „Rosine“ einen Vortrag vor den heimischen Landwirten hielt und dabei zu dem ketzerischen Schluss kam: „Essen macht nicht gesund oder krank, essen macht satt!“

    Ist es wirklich so einfach?

    Der Federreiter sah in dieser Woche eine TV-Sendung, in der besprochen wurde, ob es tatsächlich „gesunde Lebensmittel“ gibt. Schließlich lebt ja mittlerweile eine Riesenbranche davon, dass verschiedenste Nahrungsmittel und Getränke unter vermeintlich besonders wertvollen biologischen Bedingungen hergestellt werden, auf dass sie ihren Konsumenten zu mehr Vitalität und einem langem Leben verhelfen. Verbraucher sind nämlich bereit, deutlich mehr Geld für Produkte auszugeben, wenn denn nur irgendein Biosiegel darauf prangt – das haben Studien ergeben.

    In besagter Sendung nun diskutierte man über einen Versuch, in dem Wissenschaftler zwei Wochen lang testeten, welche Wirkung Ernährung auf die Konsumenten hat. Eine Gruppe junger, gesunder Menge ernährte sich 14 Tage lang von mediterraner, als besonders gesund geltender Kost, eine zweite Gruppe von deutscher Hausmannkost und eine dritte vom so genanntem, als besonders ungesund verschrieenem Fast Food. Wobei alle Testesser die gleiche Menge an Kalorien zu futtern bekamen.

    Und dann wurden die Testpersonen umfänglichst untersucht. Ergebnis: Blut- und andere Werte der Testpersonen unterschieden sich so gut wie gar nicht; die Art der Ernährung hatte keinen Einfluss auf die relevanten Gesundheitsdaten. Ein Unterschied bestand allenfalls darin, dass die Fast-Food-Esser ständig Kohldampf schoben, weil sie nicht satt wurden!

    Wie war das noch? „Essen macht nicht gesund oder krank, essen macht satt!“ Pollmer hat es schon immer gewusst, und hätten sich die Wissenschaftler dermaleinst in der Rosine dessen gehaltvollen Vortrag einverleibt, dann hätten sie sich ihre schöne Untersuchung sparen können.

    Trotzdem sollten Öko-Anbieter und Bio-Bauern QuENgelbert nicht gleich vor Enttäuschung die nach den Grundsätzen der Waldorfpädagogik geschwungenen Mistgabeln ins Vollkorn schmeißen. Was nämlich nicht untersucht wurde, war der Geschmack. Und was den anbelangt, hat nicht nur QuENgelbert beste Erfahrungen mit glücklichen Kartoffeln und Möhrchen gemacht, die auf Feng Shui Art im Umweltacker angeordnet waren.

    In diesem Sinne freut sich auf seinen nächsten Sonntagsbraten: