Nele Neuhaus: Auf der Spur eines Serienkillers

Hagen. (AnS) Es sieht ganz nach einem Routinefall aus, zu dem Kriminalhauptkommissarin Pia Sander gerufen wird. Der ehemalige Fabrikbesitzer Theo Reifenrath wird in seiner Villa tot aufgefunden. Ist er verunglückt oder wurde er ermordet? Als die Ermittler Nachforschungen anstellen, werden auf seinem Grundstück weitere Frauenleichen gefunden, weitere Vermisstenfälle mit den Taten in Verbindung gebracht. War Reifenrath ein Serienmörder? Kaum einer im Dorf mag das glauben. Was haben die zahlreichen Pflegekinder mit den Delikten zu tun? Welche Rolle spielt der einzige Enkelsohn? Die Ermittler der Soko „Muttertag“ tappen zunächst im Dunkeln, nur eine Gemeinsamkeit fällt ihnen auf: Die Taten wurden immer im Mai begangen. Und bald ist wieder Mai…

Spannend, detailreich, ein sympathisches Ermittlerteam: Nele Neuhaus hat in Band 9 der Reihe „Ein Bodenstein-Kirchhoff-Krimi“ wieder eine interessante Story rund um Mord, Neid, Eifersucht und Familienbeziehungen gestrickt. Pia Sander tritt als eifrige und engagierte Ermittlerin auf, begleitet von ebenso netten Kollegen.
Verschiedene Erzähl­ebenen der Charaktere machen das Buch abwechslungsreich, aber keineswegs unübersichtlich. Die Gedankengänge des Mörders mit psychopathischen Zügen, die immer wieder zwischendurch abgedruckt sind, lassen den Leser gruseln und zwischen Hoffnung, Leid und Grauen zurück.

Mein Fazit: Das Buch fesselt von der ersten bis zur letzten Seite und man legt es nur ungern aus der Hand. Zu hoch ist der Spannungsbogen, der bis zum Schluss aufrecht erhalten wird und kaum Pause zum Aufatmen lässt – trotz der zahlreichen Beziehungs- und Handlungsstränge, die am fulminanten Ende alle logisch zusammenführen: ein lohnendes Leseerlebnis für echte Thriller-Fans.

Nele Neuhaus: Muttertag; Ullstein-Verlag; ISBN-13 9783550081033

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