Schachtens Doppelpack verdirbt Bergmanns Rückkehr zum Kiez

    EN-Kreis/Bochum. (red/zico) Trotz einer 1:0-Führung, die Mimoun Azaouagh in der 18. Minute für die Bochumer erzielte, unterlag der VfL Bochum beim FC St. Pauli mit 1:2 (1:1). Sebastian Schachten war der Matchwinner für die Hamburger, besorgte mit seinem Doppelpack (26., 81.) die entscheidenden Treffer am Millerntor. Die Schlussviertelstunde mussten die Bochumer in Unterzahl bestreiten, weil Slawo Freier die Gelb-Rote Karte sah (74.).

    Im zuvor letzten Pflichtspiel zwischen beiden Mannschaften im Hamburg, beim der 0:4-Niederlage 2005 in der zweiten Runde des DFB-Pokals, hatte Bochums heutiger Trainer Andreas Bergmann auf der Trainerbank der Kiezkicker gesessen. Bei seiner Rückkehr hatte er zunächst Grund zum Jubel, denn Mimoun Azaouagh nahm ein Zuspiel von Takashi Inui auf, ging noch ein paar Schritte und setzte die Kugel mit viel Effet unter die Latte – 1:0 für den VfL in der 18. Minute!

    Doch die Antwort der Hamburger ließ leider nicht lange auf sich warten: Schachten stieg nach einer Ecke am höchsten und köpfte zum 1:1 ein (26.). Ein Treffer, der die Bochumer zunächst wach rüttelte und zu mehr Offensivdrang ermunterte. Die beste daraus resultierende Torchance sahen die Besucher in der 31. Minute, als Toski eine Ecke von links hereingab: Christoph Dabrowski setzte einen kraftvollen Kopfball gegen die Unterkante der Latte, und der Ex-Bochumer Mahir Saglik klärte den Ball auf der Linie ins Aus.

    Nach der Pause agierten die Gäste schwächer, und St. Pauli übernahm die Regie. Zu allem Überfluss verabschiedete sich Slawo Freier in der 74. Minute nach Gelb-Rot in die Kabine. Und die Quittung für die numerische Unterlegenheit ließ nicht lange auf sich warten: Eine Freistoßverlängerung erreichte Sebastian Schachten im VfL-Strafraum, und der Paulianer hatte keine Mühe, den Ball an Luthe vorbei über die Linie zu schieben (81.). Es war Schachtens erster Doppelpack im Profifußball, und damit war die Partie entschieden. In Unterzahl konnte der VfL die Partie nicht mehr drehen. Seine Rückkehr nach St. Pauli hatte sich Andreas Bergmann sicherlich anders vorgestellt.

    „Ich bin schon enttäuscht, weil wir einen Punkt verdient gehabt hätten. Es ist natürlich nicht gut, wenn wir durch zwei Standards Gegentore kassieren – in den Situationen waren wir nicht wach genug. Dazu hatten wir das Pech mit dem Kopfball, der gegen die Unterkante der Latte abgewehrt wurdeWir müssen in der Offensive entschlossener und zwingender werden. Der schnelle und einfache Ball in die Spitze hat gefehlt“, kommentierte der VfL-Cheftrainer den Verlauf.

    In Hamburg ging damit eine Serie von vier Bochumer Spielen ohne Niederlage zu Ende. Am kommenden Samstag, 18. Februar 2012, 13 Uhr, hat der VfL erneut eine schwere Aufgabe zu lösen, denn mit Union Berlin stellt sich eine Mannschaft im Rewirpower-Stadion vor, die mit der Empfehlung eines 4:0-Erfolges über Dynamo Dresden ins Ruhrgebiet reist. Im Hinspiel unterlag der VfL mit 1:2 im Stadion an der Alten Försterei – eine Niederlage, für die man sich im eigenen Stadion natürlich revanchieren möchte…