„Schwarzweißbunt“: Startschuss im Werkhof

    Hagen. (ME) „Es begann mit der Idee, die kreativen Energien unserer Stadt sichtbarer zu machen und künstlerische Prozesse in Bewegung setzen zu wollen“, erinnert sich Astrid Jacobs, Leiterin des Hagener Kulturbüros. Das war vor vier Jahren. „Wir haben uns dann auf die Reise begeben, die Vielfalt in unserer Stadt kennenzulernen – und am Ende der Reise stand fest: Wir wollten ein großes Festival organisieren, auf dem gewohnte Pfade verlassen und neue Dinge ausprobiert werden können.“

    Auf den neugierig machenden Namen „schwarzweißbunt“ wurde das Festival 2015 getauft, in diesem Jahr steht es schon zum 4. Mal auf der Hagener Tagesordnung. Dabei geht es nicht, wie man im ersten Augenblick vielleicht vermuten könnte, „nur“ um Musik-, Theater-, Tanz- und Kunstdarbietungen, sondern ebenso um Sport, Kochen, Erzählstunden, Workshops und vieles mehr.

    Startschuss

    Den Startschuss für das diesjährige „Schwarzweißbunt“-­Festival geben Oberbürgermeister Erik O. Schulz und Hagens Kulturdezernentin Margarita Kaufmann am kommenden Freitag, 20. April, um 18 Uhr im Werkhof Hohenlimburg, Herrenstraße 17. Der Eintritt ist frei.

    Zunächst präsentiert die siebenköpfige Band „Kozma Orkestar“ an diesem Abend eine bezaubernde Mischung aus Tanzvergnügen und Lebensfreude, die vor Stilgrenzen keinen Halt macht. Deutsche (Volksmusik-)Texte treffen auf osteuropäische Melodien, urbane Beats auf Folklore, Akkordoen auf Schlagzeug und Klezmerklarinetten auf Jazztrompeten.

    Es folgt „Zebra Sommerwind“ – das sind der Zaubergeiger Thomas Kagermann (Violine, Flöte, Tambura, Tasten, Gesang) und die feenhafte Tänzerin Andrea Leonhardi („Gesang, Saxophon). Sie bieten laut Veranstalter einen „ästhetischen Musikgenuss, bestehend aus zeitgenössischen Liedern, neu aufgefassten deutschen Balladen und extrem schmissigen Tanzmedleys“. Dem Duo folgt ein großer Chor, dessen türkische Sänger mit Stimmgewalt faszinieren: „Sohbet Korosu“.

    Gemütliche Sitzecken mit Spieltischen laden ein, in allen Kulturen bekannte Brettspiele wie Schach, Dame und Mühle zu spielen und dabei vielleicht auch Sprachbarrieren zu überwinden. Zudem verwandelt sich der Werkhof-Saal in ein „internationales „Restaurant“.

    Auf der Flucht

    Ein weiteres Highlight stellt im Werkhof die von Amnesty International organisierte Fotoausstellung „Menschen auf der Flucht“ dar. Beginnend ebenfalls am 20. April kann die „Magnum-Fotos“-Schau bis zum 18. Mai immer montags bis freitags zwischen 9 und 15 Uhr besucht werden. Die Agentur Magnum versammelt seit 1947 weltweit viele Top-Fotografinnen und -Fotografen in ihren Reihen. Magnum steht für unabhängige und dokumentarische Fotografie Die jetzt in Hohenlimburg dargebotene Ausstellung erzählt Geschichten über Flucht und Vertreibung in den vergangenen 70 Jahren. Indirekt wird die Frage aufgeworfen: Wie kann es sein, dass lebensgefährliche Routen besser erscheinen, als dort zu bleiben, wo man daheim war?

    Kunstausstellungen

    „Scharzweißbunt“ wird am Samstag zwischen 11 und 17 Uhr mit einem Kunstworkshop unter der Leitung von Haysam Sarhan im Allerwelthaus an der Potthofstraße fortgesetzt. Maximal zwölf Teilnehmer können mitmachen – Infos zur Anmeldung erhält man unter Tel. 02331 / 21410 bzw. unter info@allerwelthaus.org. Die entstandenen Werke werden anschließend bis zum 17. Mai im Café Mundial des Allerwelthauses ausgestellt.

    Um Kunst geht es auch am Sonntag, 22. April, 12 Uhr: Dann wird im „Jungen Museum“ des Kunstquartiers Hagen, Museumsplatz 1, die Ausstellung „Reise in einen anderen Himmel“ eröffnet. Der im Iran geborene Davous Sarfaraz zeigt mit seinen Bildern einen Raum, den Stress, Zeitmangel und Informationsüberfluss nicht erreichen.

    Über die weiteren Schwarz­weißbunt-Veranstaltungen berichtet der Wochenkurier am kommenden Samstag. Das umfangreiche Gesamtprogramm steht ferner unter www.hagen.de/kulturbüro zur Verfügung.