Haarausfall: Was können Betroffene tun?

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Lesedauer: 4 Minuten

Geheimratsecken und lichtes Haar – das muss wirklich nicht sein. Leider gehört das aber zum natürlichen Alterungsprozess. Wirklich keine schöne Sache. Manche haben sehr dichten Haarwuchs bis ins hohe Alter, bei anderen machen sich lichte Stellen dagegen schon sehr frühzeitig bemerkbar. Der Grund ist häufig die genetische Veranlagung, schon sehr junge Männer sind dann manchmal davon betroffen.

In vielen Fällen besteht für Sie jedoch noch Hoffnung. Denn das Haarbild lässt sich mit einer Haartransplantation oft deutlich verbessern, wenn die Vorraussetzungen dafür stimmen.

Die häufigsten Ursachen für Haarausfall sowie Details zur Transplantation, mögliche Erfolgschancen und Risiken finden Sie in folgendem Artikel übersichtlich zusammengefasst.

Was sind die Ursachen von Haarausfall?

Sie fragen sich, was der Grund für Ihren Haarausfall sein kann? Hier finden Sie einige der am häufigsten vorkommenden Ursachen.

  • Vererbung: Wenn Ihre Eltern und Großeltern schon früh Haarausfall hatten, ist das Risiko hoch, dass Sie selber davon betroffen sind. Der genetische Haarausfall, auch Androgenetische Alopezie genannt, ist hier die häufigste Form. Männern bekommt oft die typische Glatze mit Haarkranz, bei Frauen wird eher das Haar am Oberkopf lichter.
  • Hormone: Waren Sie gerade schwanger oder sind bereits in der Menopause?Bei Frauen tritt häufig der hormonell bedingte Haarausfall auf, der nach Beseitigung des Hormonungleichgewichts oft wieder zurückgeht.
  • Medikamente: Manche Medikamente, wie etwa Antidepressiva oder Chemotherapeutika, verursachen als Nebenwirkung Haarausfall.
  • Bestimmte Erkrankungen: z. B. Schilddrüsenunterfunktion, entzündliche Erkrankungen der Kopfhaut
  • Übermäßiger Stress: Wenn Sie unter starkem Stress leiden, kann Haarverlust ebenfalls auftreten.
  • Nährstoffmangel: Fehlt es Ihrem Körper an Eisen, Biotin oder Zink, kann Haarausfall die Folge sein.

Wirken Sie mit gesunder Ernährung dem Nährstoffmangel entgegen, auch Stress lässt sich mit verschiedenen Maßnahmen reduzieren. Gegen den vererbten Haarausfall gibt es zwar Medikamente. Diese wirken aber nur so lange, wie sie zum Einsatz kommen und erzeugen zudem oft nur wenig zufriedenstellende Ergebnisse. Die Androgenetische Alopezie ist daher der häufigste Grund, warum Menschen sich für eine Haartransplantation interessieren.

Wer führt Haartransplantationen durch?

Haare zu transplantieren, ist wirklich keine einfache Sache. Gute Haartransplantations-Spezialisten gibt es leider nur sehr wenige, die neben einer kompetenten Beratung auch professionelle Operationstechniken anwenden.

Wichtig bei der Wahl des Arztes ist, dass dieser bereits viel Erfahrung auf diesem Gebiet hat und sich mit den Besonderheiten der unterschiedlichen Haarstruktur von Frauen und Männern auskennt. Für ein natürliches Ergebnis ist es immer wichtig, sich vorab ausführlich beraten zu lassen und vor allem, den richtigen Arzt zu finden.

Natürliche Ergebnisse gibt es nur bei sehr erfahrenen Operateuren

Wer sich vorab ausführlich beraten lässt, findet leichter den richtigen Ansprechpartner für diese anspruchsvolle Operation. Eine Online-Beratung beim Experten für Haartransplantationen kann eine gute erste Anlaufstelle für die Haartransplantation sein. Andreas Krämer von der freien und unabhängigen Hairforlife Online-Beratungsstelle hat bereits viele Jahre Erfahrung auf diesem Gebiet und schätzt den Haarausfall für Betroffene mit eingeschicktem Bildmaterial ein.

Krämer gibt anschließend eine erste Einschätzung, ob eine Haartransplantation erfolgversprechend ist und empfiehlt Ärzte, die das nötige Know-how haben. Die endgültige Aufklärung über die Transplantation sowie die Voruntersuchungen finden anschließend persönlich beim gewählten Arzt statt.

So funktioniert die Transplantation der Haare

Bei einer Haartransplantation entnimmt der Operateur gesunde Haarwurzeln (z. B. seitlich oder hinten). Anschließend verpflanzt er diese in die von Haarausfall betroffenen Bereiche.

Es gibt verschiedene Methoden der Transplantation. Welche der beiden Methoden bei Ihnen konkret zum Einsatz kommt, hängt vom Ausmaß des Haarausfalls sowie den Haar-Eigenschaften ab.

  • 1. Methode: Behaarte Kopfhaut wird entnommen, in mehrere kleine Einheiten unterteilt und dann an den lichten Stellen eingefügt. Die entstehende Narbe wird gut durch die restlichen Haare verdeckt.
  • 2. Methode: Die Entnahme einzelner Haarfollikel erfolgt mit einem feinen Stanzgerät. Dann folgt die Einzelimplantation, es bleiben in der Regel keine sichtbaren Narben zurück.

Erfolgschancen – klappt es bei jedem?

Wie erfolgreich eine Haartransplantation bei Ihnen verläuft, hängt maßgeblich von der Erfahrung und Ausbildung Ihres behandelnden Arztes und von der Ausgangslage ab. Wo fast nicht mehr ist, kann auch leider nicht viel transplantiert werden. Ist eine Glatze schon sehr weit ausgebildet, stehen die Erfolgschancen auf ein natürliches, unauffälliges Ergebnis daher deutlich schlechter, als bei leichten Geheimratsecken. Lichtes, aber noch nicht vom Komplettausfall betroffenes Haar lässt sich dagegen meist recht natürlich auffüllen.

Gibt es eigentlich auch Risiken?

Ja, jede Operation birgt Risiken – so auch die Haartransplantation. Bei erfahrenen Operateuren kommen Komplikationen aber glücklicherweise nur sehr selten vor.

Zu den häufigsten Risiken zählen folgende:

  • Schwellungen: klingen innerhalb weniger Tage ab
  • leichte Schmerzen: klingen innerhalb weniger Tage ab
  • Infektion: evtl. ist eine Behandlung mit Antibiotika nötig
  • Blutungen: meist nur leichte Blutungen, die schnell abklingen
  • Narbenbildung: bei modernster Transplantationstechnik sehr selten

Für wen ist die Haartransplantation ungeeignet?

Es klingt oft zu schön, um wahr zu sein – volles, kräftiges Haar per Operation. Einigen Personen raten Haarchirurgen dennoch von einer Transplantation ab.

Eine umfangreiche Aufklärung und Untersuchung ist daher vor jeder Behandlung wichtig, um zu prüfen, ob die Behandlung für Sie wirklich sinnvoll ist. Nicht wäre schließlich ärgerlicher, als eine missglückte Transplantation mit optisch unschönem Ergebnis.

Mögliche Gründe, die gegen eine Haartransplantation sprechen:

  • bei chronischen Erkrankungen der Haut, Leber und Nieren
  • Bluthochdruck
  • bei Einnahme von Blutverdünnern
  • bei sehr ausgeprägter Glatzenbildung

Fazit zur Haartransplantation

Nicht jeder Haarausfall lässt sich durch eine Transplantation verbessern. Ärzte, die ihren Patienten mit der Haartransplantation eine sehr volle, jugendliche Haarpracht versprechen, handeln in meisten Fällen unseriös und sind nicht zu empfehlen.

Viel realistischer ist ein natürliches Ergebnis, das sich mit einer Verbesserung der Haardichte sowie einem unauffälligen Haaransatz zeigt. Die volle Haarpracht aus der Jugend ist dabei gar nicht das Ziel. Für die meisten Betroffenen ist das bereits eine große Erleichterung, wenn sie eine deutliche Verbesserung auf ihrem Kopf sehen.

Tobias Friedrich
Tobias Friedrichhttps://www.wochenkurier.de
Tobias Friedrich, Jahrgang 1971, lebt mit seiner Familie in Berlin. Als freier Journalist schrieb er bereits für die Frankfurter Allgemeine Zeitung, Berliner Zeitung, Spiegel Online und die Süddeutsche Zeitung. Der studierte Wirtschaftsjurist liebt ortsunabhängiges Arbeiten. Mit seinem Laptop und seinem Zwergpinscher Jerry ist er die Hälfte des Jahres auf Reisen.

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