320 Ennepetaler Straßen in Wort und Bild

Die Verfasser des Büchleins: (von links) AK-Vorsitzender Hans-Hermann Pöpsel, Stadtarchivarin Frauke Blum und der stellvertretende AK-Vorsitzende Karl-Heinz Giesick. (Foto: Stefan Scheler)

Ennepetal. (Sche) Wo liegt die „Küperei“? Und welche Geschichte hat diese Straße? Solche und ähnliche Fragen beantwortet das gerade erschienene Buch „Die Namen der Straßen in Ennepetal“ auf 96 Seiten. Herausgegeben hat es der Arbeitskreis (AK) Ennepetaler Stadtgeschichte. Die Verfasser sind Hans-Hermann Pöpsel, Vorsitzender des AK, sein Stellvertreter Karl-Heinz Giesick und die Stadtarchivarin und Geschäftsführerin des AK, Frauke Blum, die das Werk vor wenigen Tagen im Ennepetaler Rathaus vorstellten.

Es listet rund 320 Straßen auf dem Areal der Klutertstadt auf. „Das sind längst nicht alle“, gibt Hans-Hermann Pöpsel zu: „Wir mussten eine Auswahl treffen, denn wir wollten kein 400-Seiten-Buch schaffen.“ Das wäre seiner Ansicht nach den Lesern zu unhandlich und wenig attraktiv geworden. Stattdessen plane man, eventuell eine zweite Auflage zu erstellen, die dann die „übrig gebliebenen“ Verkehrswege berücksichtige. Diese erscheinen allerdings mit einer Kurzbeschreibung schon in der aktuellen Ausgabe auf den Seiten 90 bis 95.

Die im Hauptteil des Straßenführers der etwas anderen Art erwähnten Wohn- und Gewerbebereiche haben die Verfasser in sechs Kapiteln nach Ortsteilen geordnet. Von Milspe geht es über Voerde nach Altenvoerde und weiter über Hasperbach/ Oberbauer und Rüggeberg/ Königsfeld nach Oelkinghausen und zum Büttenberg. Ein alphabetisches Register und das Inhaltsverzeichnis am Ende des Buches erleichtern die Orientierung und erlauben es besonders den Anwohnern, „ihre“ Straße auf Anhieb zu finden. „Da liegt auch ein Ansatzpunkt zur Kritik“, schmunzelte Hans-Hermann Pöpsel bei der Präsentation: „Die Bürger, die ihre Nachbarschaft nur im Anhang finden, beschweren sich.“ Als Trost seien diese auf eine mögliche zweite Auflage verwiesen.

Alle anderen Ennepetaler, die das eigene Wohnumfeld aufgeführt finden, können sich über ein bis zwei Fotos und eine ein- oder zweiseitige Beschreibung freuen. Die Mittelstraße in Altenvoerde ist zum Beispiel mit zwei Lichtbildern und zwei Textseiten bedacht, während sich etwa die Friedrich-Asbeck-Straße mit einer Seite begnügen muss. Dafür erfahren Interessierte, wer der Namensgeber war, nämlich ein Kneipenwirt, dessen Lokal auch den Wahlraum beherbergte.

„Die Fotos sind überwiegend aus dem Archiv und zeigen das alte Ennepetal“, erläuterte Hans-Hermann Pöpsel das Bildmaterial: „Aber auch einige neue Aufnahmen sind hinzugekommen.“ Ein Jahr lang hat das Autorenteam recherchiert und dabei Stadtpläne, Archive und Karteikästen durchstöbert. Das hat zur Klärung vieler Sachfragen geführt. „Die Vilvoorder Straße hieß früher Nordstraße“, erklärte der AK-Vorsitzende die zu Ehren der belgischen Partnerstadt erfolgte Umbenennung: „Das wissen viele Leute schon nicht mehr.“

Und was ist nun mit der eingangs erwähnten „Küperei“? „Der Straßenname passt eigentlich mehr in eine Hafengegend“, versuchte Karl-Heinz Giesick eine Erklärung: „Dort soll man Fässer hergestellt haben. Genaueres dazu konnte uns aber niemand sagen.“

Aber auch ohne solches Spezialwissen vermittelt das in einer Auflage von 600 Exemplaren erschienene Buch einen umfassenden Überblick der Ennepetaler Straßen und ihrer Geschichte. Neugierig Gewordene erhalten das Bändchen, für das die Sparkasse Ennepetal-Breckerfeld einen Druckkostenzuschuss leistete, bei Bücher Bäcker in Ennepetal, bei der Buchhandlung Appelt in Gevelsberg und bei Köndgen in Schwelm. Außerdem hat es der Zeitschriftenhandel und das Stadtarchiv vorrätig.