Arnim Brux tritt nicht wieder an

Schwelm. (Sche) „Das ist ein wundervolles Amt“, fasste Landrat Dr. Arnim Brux seine Tätigkeit bei der Ankündigung seiner nicht vorgesehenen Kandidatur zur Wiederwahl an: „Es gibt aber auch andere Dinge im Leben, die mir wichtig sind.“ Im Konferenzraum des Schwelmer Kreishauses begründete der Landrat und Leiter der Kreispolizeibehörde, warum er für eine neue Amtsperiode nicht mehr antritt.

Mit dem Landratsamt sind weitere „Hüte“ verbunden, so zum Beispiel der des Aufsichtsratsvorsitzenden der AVU. Alles in allem also viel Arbeit, die eine Menge Zeit kostet. „Kinder und Enkel habe ich eigentlich nur im Urlaub und zu Familien- oder Schulfesten richtig zu Gesicht bekommen“, bedauert das Oberhaupt des EN-Kreises: „Das wird sich in Zukunft ändern.“ Touren mit dem Wohnmobil stehen für den promovierten Politikwissenschaftler schon bald häufiger als früher auf dem Programm. Politisch hört der 62-Jährige allerdings nicht total auf. „Niemals geht man so ganz“, möchte man mit Trude Herr sagen. „Von 150 auf null geht nicht“, drückte Dr. Arnim Brux aus, dass ein Vollblutpolitiker nicht so einfach privatisieren kann. Deshalb hat er zum Beispiel auch eine intensivere Mitarbeit im Landschaftsverband Westfalen-Lippe, kurz LWL, dem er jetzt schon angehört, geplant.

Ausgleich zwischen Nord und Süd

Der Landrat, der noch ein Jahr mit anspruchsvollen Aufgaben vor sich hat, möchte deshalb auch noch kein Fazit ziehen. Nur einige wichtige Punkte seines bisherigen Schaffens erwähnte er deshalb in seiner Ankündigung. „Als Kommunalbeamter hat es mich mit Befriedigung erfüllt, dass wir den geplanten ,Homepark‘ an unserer Grenze in Wuppertal stoppen konnten“, blickte der Wahl-Schwelmer zurück, der auch weiterhin seinen Lebensmittelpunkt in der Kreisstadt sieht: „Der Ausgleich zwischen Nord- und Südkreis war mir ebenfalls immer wichtig.“

Die Parität der beiden Kreishälften hat der Landrat mit organisatorischen Entscheidungen flankiert. So erhielt Schwelm zum Beispiel das Straßenverkehrsamt, während die Versorgungsverwaltung dafür nach Witten ging. „Diese Stadt gehört vollwertig zum EN-Kreis, auch wenn sie sich mit dem seit Kurzem zulässigen WIT-Kennzeichen ein wenig selbst distanziert“, schmunzelte der Chef der Kreisverwaltung, der bereits mit 26 Jahren „seinen Doktor gemacht“ hat und 16 Jahre Ministeriumserfahrung in Düsseldorf vorweisen kann. Wichtige Verwaltungsreformen hat er angestoßen, zum Beispiel die Zusammenlegung von Dezernaten in Fachbereiche. Als Beispiel führte der Landrat den Fachbereich Gesundheit und Soziales an.

Niedrige Werte in Kriminalstatistik

Seit 2002 leitet Dr. Arnim Brux nicht nur die Geschicke des EN-Kreises, sondern auch die der örtlichen Polizei. Auch hier steht Witten etwas abseits, um das sich das Polizeipräsidium Bochum kümmert. „Ich finde es toll, dass ich als gewählter Beamter im Gegensatz zu den gegenüber dem Innenministerium weisungsgebundenen Polizeipräsidenten in meinen Entscheidungen relativ frei bin“, zog Dr. Arnim Brux ein Resümee seiner Polizeiarbeit: „Insbesondere auf dem Gebiet der Verbrechensprävention haben wir einiges erreicht.“ Jedes Jahr zeigt die Kriminalstatistik für den EN-Kreis niedrige Werte. Gute Vorzeichen also für ein letztes Jahr, in dem Dr. Arnim Brux als Landrat die Kreistags-Sitzungsglocke läutet.