„Art Factory“: Punkerkutte und Brautkleid

Der Kunstkurs der Städtischen Realschule Ennepetal mit (von links) Heike Gräfe vom Sparkassen-Marketing, Konrektor Frank Bernhard, Johannes Dennda, Sparkassen-Marketing und Öffentlichkeitsarbeit, Künstler Johann-Peter Müller-Ante und Kunstlehrerin Heike Mack. (Foto: Stefan Scheler)

Ennepetal. (Sche) Etwas ist anders als sonst in der Kundenhalle. Auf weißen Stelen ziehen etwa zwanzig Zentimeter hohe Gliederpuppen, die als Punker, Hippies, Harlekine oder Bräute angezogen sind, neugierige Blicke auf sich.

Vor wenigen Tagen eröffnete die Sparkasse Ennepetal-Breckerfeld in ihrer Hauptstelle die Ausstellung „Art Factory macht Mode“, für welche Schüler im Wahlpflichtfach Kunst des achten und neunten Jahrgangs der Städtischen Realschule Ennepetal nicht nur kreativ geschneidert hatten, sondern nebenbei auch noch in die Abläufe der modernen Berufswelt eingetaucht waren.

„Es geht uns neben dem künstlerischen Gestalten um das Aufzeigen von Strukturen einer Firma“, erläuterte Kunstlehrerin Heike Mack das Projekt: „Kommunikation im Betrieb und nach außen, Werbung, Fotodokumentation, Akquise von Geldgebern und Gestaltung von Plakaten oder Briefpapier stellen für die Jugendlichen praxisnahe Herausforderungen dar.“

Dass dies keine realitätsferne Übung ist, beweist Michelle Möller. Die 14-Jährige hat über die „Art Factory“ gerade einen Praktikumsplatz an der Staatlichen Glasfachschule im hessischen Hadamar erhalten. „Das Ganze ergab sich bei einer Besichtigung dort“, berichtet der freie Künstler Johann-Peter Müller-Ante: „Dank der finanziellen Unterstützung seitens der Sparkasse Ennepetal-Breckerfeld, die Johannes Dennda von der Abteilung Werbung und Öffentlichkeitsarbeit vermittelt hatte, war der Besuch bei der nicht im dualen System ausbildenden Einrichtung möglich geworden.“ Sowohl das theoretische Wissen als auch dessen handfeste Anwendung befähigt nach dem Abschluss zum Bau von Glasapparaten, und bei fachlicher sowie persönlicher Eignung ist die Übernahme in einen entsprechenden Betrieb fast schon garantiert.

„Was wir hier entworfen haben, könnte man als ,Mode mit sozialem Hintergrund‘ bezeichnen“, beschreibt der ehrenamtlich arbeitende Johann-Peter Müller-Ante die ausgestellten Mini-Modelle: „Wer die Kleider und Monturen einmal in voller Größe sehen möchte, sollte am Freitag, 8. April, zwischen 14 und 17 Uhr zum Frühlingsfest der Städtischen Realschule Ennepetal kommen.“ Die schicken Entwürfe gibt es noch bis Freitag, 18. März, in der Ennepetaler Sparkassen-Hauptstelle zu sehen.