Jochen Winter, Geschäftsführer der Awo im Ennepe-­Ruhr-Kreis, ist nun Vorsitzender der AG EN. (Foto: Awo EN)

Ennepe-Ruhr-Kreis. Im Januar wechselte der Vorsitz der Arbeitsgemeinschaft der Verbände der Freien Wohlfahrtspflege (AG EN) von Pfarrer Martin Wehn, Geschäftsführer der Diakonie Mark-Ruhr, zu Jochen Winter, Geschäftsführer der Awo im Ennepe-Ruhr-Kreis.

Auf der diesjährigen Agenda der traditionell guten, gemeinsamen Interessenvertretung der AG EN steht der Fachkräftemangel und Pflegenotstand in der ambulanten Pflege vor Ort. Hierzu suchen die Verbände im Frühjahr die Auseinandersetzung mit allen Landes- und Bundespolitiker/innen für den Ennepe-Ruhr-Kreis.

Mit Sorge beobachten die Geschäftsführer/innen, Vorsitzenden und Direktoren/innen der Wohlfahrtsverbände auch die Umsetzung des Bundesteilhabegesetzes. „Eine der größten Reformen des Sozialrechtes in Deutschland droht, vor die Wand gefahren zu werden“, warnt der neue Vorsitzende Jochen Winter. „Wenn das Ergebnis von Inklusion weniger Hilfe für Betroffene ist, stimmt doch etwas nicht.“ Zu diesem Thema suchen die Wohlfahrtsverbände auf einer Veranstaltung im Herbst das Gespräch mit den Vertreterinnen und Vertretern des Landkreises in der Landschaftsversammlung Westfalen-Lippe.

Zum Dauerbrenner entwickelt sich landesweit die zunehmende Tendenz zur Ausschreibung sozialer Dienstleistungen. „Wenn quartiersbezogene Netzwerke kontinuierlich aufgebaut werden sollen, um Hilfebedürftige aufzufangen, sind europaweite öffentliche Ausschreibungen kontraproduktiv“, sind sich die Verantwortlichen der Wohlfahrtspflege einig.