Birlikte – Migrantenmütter fassen Fuß

Gevelsberg. (je) Sie kommen aus der ganzen Welt, sprechen mehrere Sprachen und haben oft vielfältige Berufserfahrungen. Und gleichzeitig sind Mütter in Familien mit Migrationshintergrund oft auch noch „Manager“ mit der Verantwortung für Großfamilien, die nicht selten aus zehn Personen bestehen können. Dennoch ist es für dieses Frauen oft schwierig, auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen.

Dem wollen das Bundes-Familienministerium und der EU-Sozialfonds mit dem Programm „Stark im Beruf“ entgegen wirken und stellen insgesamt 29 Millionen Euro zur Verfügung. Einzelmaßnahmen werden mit bis zu 50.000 Euro gefördert, darunter auch das neue Projekt „Birlikte – Migrantenmütter steigen ein“ der Arbeiter-Wohlfahrt (Awo) Ennepe-Ruhr.

Wege bereiten

Unter Leitung von Monic Oppermann soll Frauen aus dem Südkreis, insbesondere aus Gevelsberg, Schwelm und Ennepetal, ein Zugang zum Beruf geschaffen werden. Oppermann: „Wir wollen anhand der individuellen Persönlichkeit den perfekten Beruf finden und dann sammeln und ausarbeiten, was dafür gebraucht wird.“

Um den Weg hierhin zu bereiten, steht grundsätzlich zunächst ein Sprachkurs in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule auf dem Programm. Dem folgen etwa Angebote zur Stärkung des Selbstbewusstseins oder zum Ausbau vorhandener Kompetenzen. Schließlich erfolgen die Integration in lokale Netzwerke und der Kontakt zu Firmen, um dann hoffentlich den Weg in Beruf oder Berufsausbildung zu finden.

Besonders stolz ist man bei der Awo, dass die IG Metall als Kooperationspartnerin gewonnen werden konnte und Frauen aus technischen Berufen als Mentorinnen vermittelt. „Frauen und Mütter in Metallberufen erscheint zunächst vielleicht als Gegensatz“, stellt Monic Oppermann fest. „Doch wir wollen, dass sich unsere Teilnehmerinnen frei orientieren können.“

Teilnehmen

Ein Kurs im Projekt „Birlikte“, das übrigens türkisch für „Gemeinsam“ ist, dauert sechs Monate. Die Projektförderung läuft über insgesamt vier Jahre, es können also acht Kurse angeboten werden. Die Teilnahme ist jeweils für bis zu 15 Teilnehmerinnen möglich. Diese sollten mindestens 27 Jahre alt sein und eine Betreuung ihrer Kinder während der Fortbildungsmaßnahmen garantieren können.

Am aktuellen ersten Kurs nehmen derzeit neun Frauen aus aller Welt und mit ganz unterschiedlichen Lebenswegen teil. Sie eint der Wille, etwas für ihre eigene Zukunft zu unternehmen und nicht nur zuhause zu sitzen. Oder wie es die aus Westafrika stammende Teilnehmerin Adama Barry betont: „Frauen haben einen starken Willen!“

Ein Einstieg in das Programm ist jederzeit möglich. Infos gibt es direkt bei Monic Oppermann, Tel. 02332/ 55888-12, E-Mail: birlikte@awo-en.de.