Blaue Beamte in blauen Autos

Landrat Dr. Arnim Brux mit dem Anorak (rechts) und Polizeisprecher Dietmar Trust mit dem Pullover der neuen blauen Polizeiuniform. (Foto: Stefan Scheler)

Ennepetal. (Sche) Die „grünen“ Zeiten sind jetzt auch im Ennepe-Ruhr-Kreis bei den Ordnungshütern nahezu vorbei. Nachdem die Bundespolizei und alle Bundesländer außer Bayern auf das in Europa gewohnte Blau bei der Dienstbekleidung der Polizei umgestellt hatten, fand vor wenigen Tagen endlich auch die Vorstellung der aktuellen Polizeimode an der Wache Ennepetal/Schwelm am Büttenberg statt. „Es hat so lange gedauert, weil erst die Ergebnisse der Trageversuche in einigen ausgewählten Polizeibehörden abzuwarten waren“, erläuterte Landrat Dr. Arnim Brux als Chef der EN-Kreispolizeibehörde, warum man zum Beispiel schon seit Langem in Bielefeld und Mettmann in Blau auf Streife geht: „Dann waren alle Beamten auszumessen, und wir wollten die neue Kleidung einheitlich und komplett ausgeben, um ein Mischmasch zu vermeiden.“

Als 1992 nämlich die Bahnpolizei der damaligen Bundesbahn in den früheren Bundesgrenzschutz überging, fand genau das statt: Einige Beamte kamen noch in Bahnblau zum Dienst, die anderen schon in BGS-Grün. Das sollte sich in NRW nicht wiederholen. Über die 1976 eingeführte alte Kluft fällte Personalrats-Vorsitzender Rainer Peltz ein vernichtendes Urteil: „Besonders die Jeans waren unmöglich.“ Wie aber sieht nun die neue Polizeiuniform aus?

Den 350 EN-Polizisten stehen nun elf verschiedene Artikel zur Verfügung, insgesamt 25 Teile zum Wechseln verschmutzter Garnituren. Das reicht vom kurzärmeligen Sommerhemd bis zum Winteranorak, von der schmucken Innendienst-Uniform, die in Schnitt und Farbe ohne die Abzeichen eher an einen Anzug erinnern würde, bis zur hochfunktionalen Streifendienst-Montur, die mit vielen Taschen für Ausrüstung und reflektierenden, großen Polizeischriftzügen versehen ist.

Froh über die neue Dienstbekleidung: (Von links) Bezirksbeamter Klaus Beckstedde, Personalrats-Vorsitzender Rainer Peltz, Wachleiter Falko Elbers, Landrat Dr. Arnim Brux, Bezirksbeamter Wolfgang Kolb, Polizeidirektor Klaus Noske und Polizeisprecher Dietmar Trust. (Foto: Stefan Scheler)

„Die neuen Sachen sind sehr funktional“, freut sich Rainer Peltz über die Entlastung seiner Kollegen im oft aufreibenden Dienst: „Auch Brandschutzaspekte kommen zum Tragen; die neuen Textilien sind schwer entflammbar.“ Das kann bei gewalttätigen Demonstrationen ebenso von Vorteil sein wie bei der Rettung von verunfallten Verkehrsteilnehmern aus brennenden Fahrzeugen. Eigentlich ist jedes Stück, das auch im Ensemble der alten Uniform vorhanden war, jetzt im neuen Stil ebenfalls zu finden: Da sind die Pullover, Mützen in Blau und mit weißem Deckel zur besseren Erkennbarkeit im Straßenverkehr und hellblaue Hemden sowie Unterpullover in gleicher Farbe, außerdem dunkelblaue Krawatten und Überjacken. Nur ein Requisit der alten Dienstbekleidung fehlt, nämlich die etwas martialisch aussehenden schwarzen Lederjacken. „Die erfreuen sich als umgearbeitete Teile großer Nachfrage“, weiß Polizeisprecher Dietmar Trust.

Nach einem Blick in die Runde seiner neu eingekleideten Truppe meinte Dr. Arnim Brux: „Sehen sie nicht schick aus, unsere Jungs?“ Damit meinte er politisch korrekt auch die Polizistinnen, von denen aber bei der Uniformpräsentation wegen dringender Einsätze keine anwesend sein konnte. Polizeidirektor Klaus Noske versicherte aber glaubhaft, dass sich gerade die modebewussten Damen mit ihrem neuen Erscheinungsbild durchaus zufrieden zeigten.

Ist nun das Polizeigrün endgültig verschwunden? Nein, denn die Motorradstreifen müssen noch in der gewohnten Farbe unterwegs sein, bis im kommenden Jahr auch für sie blaue Lederkombis verfügbar sind. Dann aber harmoniert das Aussehen der Polizeibeamten endgültig mit der Farbe der blauen Dienstfahrzeuge.