Bratenduft und Gitarrenklänge

Getränkekisten-Klettern am Sicherungsseil war für junge Stadtfeten-Besucher eine echte Herausforderung an Mut und Geschicklichkeit. (Foto: Stefan Scheler)

Ennepetal. (Sche) „Was, hier ist schon Schluss?“, fragten die Schwelmerinnen Meike und Connie Schmidt beim Besuch der 27. Ennepetaler Stadtfete vor wenigen Tagen verwundert, als sie das Ende des Festgeländes am Berninghauser Kreisel und nicht wie gewohnt erst an seinem Esbecker Gegenstück erreichten: „Wir machen bei dem schönen Wetter einen Ausflug und sind wegen des reduzierten Angebots und der fehlenden Bühne vor der Sparkasse etwas enttäuscht.“ Das im Vergleich zu früheren Jahren abgespeckte Aufkommen an Marktständen und Attraktionen ist laut ESW (Ennepetaler Stadtwerbung)-Kassiererin Rita Rottmann der Sicherheit geschuldet. „Wir mussten auf die Sicherheit – besonders nach den Vorgängen bei der ,Loveparade‘ in Duisburg – verstärkt Rücksicht nehmen“, begründet die Organisatorin die bescheidenere Ausrichtung des Fests: „Es galt, breite Rettungswege für Einsatzfahrzeuge freizuhalten. Dennoch meinen wir, eine ansprechende Mischung von Unterhaltung, Verkaufsangeboten und schmackhafter Beköstigung erreicht zu haben.“

Gegen Abend füllte sich die Milsper Fußgängerzone Voerder Straße auch sichtlich, und auf der Marktbühne auftretende Musikgruppen wie zum Beispiel „The Blue Flowers“ rockten für das dankbare Publikum. Die Kinder hatten auf dem Autokarussell und dem Kettenflieger Spaß, während Technikbegeisterte am Motorrad-Fahrsimulator der Firma M & S Automobile ihr Fahrtalent testen oder die neuesten zwei- und vierrädrigen Produkte des Autohauses in Augenschein nehmen konnten. Geschicklichkeit und Treffsicherheit übten viele Besucher auch beim Kistenklettern, auf dem Bungee-Trampolin oder an der Schießbude.

Wer ausgefallenen Schmuck, Gürtelschnallen, Textilien oder Sammlerstücke erstehen wollte, kam beim Flanieren über die Festmeile gewiss auf seine Kosten und konnte sich für weitere Unternehmungen an Pizza-, Grill- und Bierständen ausreichend stärken. Auch französische Crêpes oder Riesen-Fleischspieße gab es zu verkosten.

Die Rockband „The Blue Flowers“ brachte vor der Markt-Bühne nicht nur die Füße der begeisterten Zuhörer zum Wippen. (Foto: Stefan Scheler)

Den Bummel zum Rummel, der in früheren Jahren auf den Parkplatz vor dem Haus Ennepetal führte, konnte man sich diesmal sparen, denn aus der bereits erwähnten Vorsicht heraus hatte man diese Fläche vom Stadtfeten-Geschehen freigehalten.

Kulturell Erbauliches gab es auf der einzig verbliebenen Bühne am Markt von sieben Bands, Klaus Densow, den Tanzschulen Balsamo und Christ mit „Sydney-7“ sowie – mit südlichem Flair – von der Folklore-Gruppe der Missione Cattolica Italiana. Für den ausgefallenen Auftritt der Gruppe „The Threes“ sprangen „The Blue Flowers“ ein. Freunde Bildender Kunst kamen zum Beispiel bei den Werken der Gevelsbergerin Renate Schmidt-Vogt in der „Kultur-Tiefgarage“ der Sparkasse Ennepetal-Breckerfeld voll auf ihre Kosten, so dass die 27. Ennepetaler Stadtfete trotz des reduzierten Angebots immer noch zahlreiche Wochenend-Ausflügler anlockte.