Buch trifft Automobil

Gevelsberg. (saz) Anfang letzten Jahres wurde Firat Demirhan durch eine sehr lange Anzeige bei einem Online-Versteigerungsportal bekannt. Sie begann mit dem Satz: „Liebe Schnäppchen-Sucher, schweren Herzens muss ich meinen heiß und innig geliebten Opel Tigra verkaufen, da mein holdes Weib vor zwei Monaten mit einem positiven Schwangerschaftstest nach Hause kam.“

Danach erzählt er die Geschichte seines Autos, ein wenig aus seinem Leben und dem seiner Familie. Schnell wurde die Anzeige zum Phänomen und der Medien-Hype begann. Als das Angebot am 25. ­Februar 2015 beendet war, lag das Endgebot bei 55.750 Euro. „Genau die Summe, die ich von vornherein anvisiert hatte“, scherzte Demirhan in der vergangenen Woche bei einem Pressegespräch bei Gebrüder Nolte in Gevelsberg.

Der Höchstbietende stellte sich als Spaßbieter heraus und so blieb Demirhan mit seiner schwangeren Frau auf dem ­Tigra sitzen. Die Geschichte inspirierte ihn, das Buch mit dem Titel „Firat, das Auto muss weg!“ zu schreiben. Darin erzählt er aber nicht nur von dem Versteigerungs-Debakel. Vielmehr erzählt er seine Familiengeschichte. Soviel darf verraten werden: Das Buch endet mit der Fahrt zum Krankenhaus.

Die wirklichen Probleme begannen, als Tochter Olivia geboren wurde. Der Tigra ist ein eher schnittiges Modell. Der einzige Weg, die Tochter im Kindersitz auf die Rückbank zu befördern, ist durch die Heckklappe. Doch das Geld für ein neues Auto fehlt.

Ohne ihm davon zu erzählen, meldet Demirhans Frau ihn im Januar bei einer Sondersendung von „Wer wird Millionär“ an. Thema der Sendung: „Pechvögel“. Sie wurde am Freiag, 2. September, ausgestrahlt. Darin wurde Demirhan das Lenkrad des geliebten Tigras überreicht. Der Wagen kam in die Schrottpresse.

Bei 32.000 Euro stieg der junge Mann freiwillig aus. Nicht ganz die Summe, die bei der Versteigerung hätte herausspringen können, aber dennoch konnte Demirhan die Sendung als Glückspilz verlassen. Und er weiß auch schon, dass sein nächster Wagen wieder ein Opel wird. Sein erster Wagen war ein Kadett. Und er kommt aus einer „Opel-Familie“. Bereits sein Großvater, der als Gastarbeiter nach Deutschland kam, hat 30 Jahre lang im Opel-Werk in Bochum gearbeitet.

„Jeder kann eine Geschichte mit einem Opel erzählen“, sagte Betriebsleiter Andreas Niehues bei dem Pressegespräch. „In meinem Job höre ich immer wieder Geschichten. Persönliche Situationen in Verbindung mit Opel.“ Deswegen war er auch gerne bereit, das Nolte-Autohaus in Gevelsberg für eine Lesung der besonderen Art zur Verfügung zu stellen, auf Initiative der „Lesefreunde“, dem Förderverein der Stadtbücherei Gevelsberg. Bei dieser Lesung wird Demirhan nicht nur aus seinem Buch vorlesen, sondern auch aus seinem Leben erzählen. Los geht es am Freitag, 16. September 2016, um 19 Uhr bei Gebrüder Nolte, Im Winkel 1. Um Anmeldung wird gebeten unter Tel. 02332 / 83982.