Ein erstes Kennenlernen bei der „Heimat-Kunde“

Gevelsberg. (saz) Eine besondere Premiere gab es am vergangenen Montag im Awo-Seniorenzentrum an der Kampstraße in Gevelsberg. Der erste Nachmittag der Reihe „Heimat-Kunde“ (der Wochenkurier berichtete) stand ganz im Zeichen der Geschichte der Engelbert-Stadt.

Mit einem Vortrag von Günter Decker, Vorsitzender des Gevelsberger Heimatvereins, unter dem Titel „Ein Streifzug durch die Stadt und ihre Geschichte“ tauchten die anwesenden Senioren und „Young Stars“ in die Vergangenheit ihrer Heimatstadt. Dabei wurden mit historischen Bildern die wichtigsten Ereignisse beleuchtet.

Die „Young Stars“ sind ein vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend auf drei Jahre gefördertes Freiwilligenprojekt der Arbeiterwohlfahrt (Awo) unter Leitung von Rita Nachtigall. Ziel des Projektes ist es, Jugendliche mit und ohne Migrationshintergrund zusammenzubringen und sie für ehrenamtliche Tätigkeiten zu begeistern.

Aber gerade für die Älteren war der Nachmittag eine Reise in die eigene Geschichte. Auf den historischen Fotos erkannten sie ihre Heimat und damit auch sich selbst wieder. Für die teilweise noch „frischen“ Gevelsberger „Young Stars“ war es hingegen vor allem ein Einblick in die Geschichte ihrer neuen Heimat.

Heimkommen

„Menschen kommen her, sie sollen herankommen, bei uns hereinkommen, in Deutschland ankommen, mit uns mitkommen und schließlich heimkommen in unserer Region.“ Mit diesen Worten begrüßte Quartiersmanagaerin Monika Dammin die Anwesenden und hieß so auch die Neuankömmlinge in Gevelsberg und Umgebung willkommen.

Es war ein erstes Kennenlernen im Veranstaltungsraum des Seniorenzentrums. Dammin betonte, dass es bei der Veranstaltungsreihe genau darum ginge. Durch Begegnung miteinander und den Austausch sollen sich die doch sehr verschiedenen Generationen besser kennenlernen. Für die „Young Stars“ mit Migrationshintergrund wie den 20-jährigen Nikita, der erst vor sieben Monaten aus Russland nach Deutschland kam, sollen die „Heimat-Kunde“-Nachmittage helfen, die so wichtige Integration zu schaffen und ein neues „Heimkommen“ ermöglichen.

Auch für den ersten stellvertretenden Bürgermeister Stefan Biederbick ist Integration ein wichtiges Thema, weswegen er sich sehr über die neue Veranstaltungsreihe freut. „Ältere und jüngere Menschen können hier einfach miteinander in Kontakt kommen“, erklärte er am Montagnachmittag im Seniorenzentrum. „Durch eine solche Veranstaltung können Barrieren abgebaut werden“, ist er überzeugt und fügte noch hinzu: „Sofern überhaupt welche da sein sollten.“

Gleich gestrickt

Die „Heimat-Kunde“-Nachmittage sind dazu da, einander kennenzulernen und mehr über fremde Kulturen zu erfahren. Das funktioniert am besten, wenn Menschen anderen Menschen von sich erzählen und sich öffnen. Dabei kann man sich selbst auch einmal in einer anderen Kultur wiedererkennen, wie Biederbick am Montag betonte: „Eigentlich sind wir alle gar nicht so verschieden. Der Mensch an sich ist immer gleich gestrickt.“

Für alle offen

Im April findet der nächste „Heimat-Kunde“-Nachmittag statt. Dabei werden die italienischstämmigen „Young Stars“ im Awo-Seniorenzentrum an der Kampstraße die Kultur ihres Herkunftslandes vorstellen. Monika Dammin betont auch noch einmal, dass alle  Gevelsberger Bürgerinnen und Bürger dazu herzlich eingeladen sind. So können diese sowohl die Bewohner des Seniorenheims in der Südstadt als auch die Awo-„Young Stars“ besser kennenlernen. Es soll ein Miteinander aller Bewohner der Engelbert-Stadt sein. Der Eintritt zur Veranstaltung ist natürlich frei.