Engelbert und Antifaschismus

Gevelsberg. (Sche) „Das ist ideal für Ganzjahres-Sportler“, lobte Gevelsbergs Bürgermeister Claus Jacobi die von ihm selbst genutzte Möglichkeit zum Abendlauf unter Flutlicht im Stefansbachtal: „So besteht die Möglichkeit, auch in der dunklen Jahreszeit sicher zu trainieren.“

Bauverein-Geschäftsführer Günter Schwarzman, Jürgens Sportshop-Mitarbeiterin Jasmin Saul und Bürgermeister Claus Jacobi (von links) freuen sich auf einen spannenden November. (Foto: Stefan Scheler)

Vor wenigen Tagen stellte das Stadtoberhaupt zusammen mit dem Geschäftsführer des Gevelsberger Bauvereins, Günter Schwarzmann, in den neuen Räumen der Wohnungsgenossenschaft einige Vorhaben der Stadt Gevelsberg und ihrer Unterstützer für den November vor.

Zunächst jedoch galt es, den Gewinner des von Jürgens Sportshop unter den Teilnehmer des Abendlaufs ausgelobten Gutscheins über 75 Euro zu ermitteln. Dafür griff Sportshop-Mitarbeiterin Jasmin Saul in den Loskelch und zog Adolf Wasmuth aus Ennepetal, der in einem spontanen Telefonat mit Claus Jacobi ausrief: „Ist ja hervorragend. Ich komme jetzt regelmäßig zum Abendlauf.“

Einen ernsteren Anlass hat die Aktion, welche in der Woche von Montag, 7. November, bis Sonntag, 13. November 2011, in Gevelsberg stattfindet. Es geht um den Kampf gegen Faschismus und Ausländerfeindlichkeit, ein Wehren den Anfängen. „Wenn längere Zeit keine Gewalttat mehr geschehen ist, kühlen sich die Gemüter ab“, gab Claus Jacobi zu bedenken: „Das darf aber nicht zu einem Nachlassen der Wachsamkeit gegenüber Rechtsradikalen führen.“ Aus diesem Grund mahnt ein Strauß hochklassiger Aktivitäten vor einem Rücksturz in unselige Zeiten. Mit der Aufführung des Theaterwerks „Heimat“ von Beate Albrecht im Filmriss-Kino beginnt am Montag, 7. November, um 9.30 Uhr der nachdenkliche, aber auch lehrreiche Reigen. Um 19 Uhr eröffnen die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes und die Gewerkschaft Verdi eine Ausstellung zum Neofaschismus in Deutschland, ebenfalls im „Filmriss“. Um 20 Uhr beleuchtet an gleicher Stelle der Streifen „Almanya – Willkommen in Deutschland“ die Lebenswirklichkeit türkischer Migranten.

Am Dienstag, 8. November, setzt sich die Murnau-Stiftung im „Filmriss“ ab 9 Uhr mit dem nationalsozialistischen Hetzfilm „Jud Süß“ auseinander. Da dieses Machwerk nur mit pädagogischem Begleitkommentar zu zeigen ist, übernimmt Michael M. Kleinschmidt diesen Part. In einer „Statt-Rundfahrt“ ab 17 Uhr zeigt der Arbeitskreis „Antifa“ Gevelsberger Schülern, wie es in ihrer Heimatstadt zu Zeiten Adolf Hitlers ausgesehen hat, dessen Namen damals die heutige Mittelstraße trug. Am Mittwoch wiederholt sich das Programm mit dem „Almanya“-Film und der „Statt-Rundfahrt“, während am Donnerstag, 10. November, ein „Poetry-Slam Workshop“ für Schüler in deren Klassenräumen unter Betreuung von Sulaiman Masomi und Carsten Strack stattfindet. Die Veranstaltung läuft von 8 bis 14 Uhr. Um 20 Uhr rundet der Film „Der Name der Leute“ im Filmriss-Kino das Programm ab.

Der Freitag, 11. November, ist ab 8 Uhr im „Filmriss“ mit dem Leinwand-Drama „Leroy“ dem brisanten Thema Afrikaner und Neonazis gewidmet.

Bürgermeister Claus Jacobi, Bauverein-Geschäftsführer Günter Schwarzman und Jürgens Sportshop-Mitarbeiterin Jasmin Saul als Glücksfee (von links) ermittelten den Gewinner des Abendlauf-Gutscheins. (Foto: Stefan Scheler)

Beschwingter geht es dagegen am Samstag, 12. November, zu, wenn im „Pub 18“ an der Rosendahler Straße „Music aganinst Racism – Musik gegen Rassismus“ zu hören ist. Die Musikerinitiative „Dickes G“ lädt dazu um 20 Uhr ein.

Der Sonntag, 13. November, stellt eine Zusammenfassung der vergangenen Aktionen dar; als Neuheit führt der Arbeitskreis „Antifa“ das Theaterwerk „Und dann will es keiner gewesen sein“ um 19 Uhr im Filmriss-Kino auf.

Am Montag, 7. November, blickt man ab 18 Uhr aber auch etwas weiter zurück in die heimische Vergangenheit. Der Arbeitskreis Engelbert lädt zu einer Ausstellung über Leben und Werk des 1225 in Gevelsberg gemeuchelten Erzbischofs von Köln in die Kornbrennerei an der Elberfelder Straße 39 ein. Dazu gibt es am Samstag, 12. November 2011, um 15 Uhr eine fachkundige Führung von Dr. Margarete Korn.

Schließlich dankte Bürgermeister Claus Jacobi allen Bürgern, Firmen und Institutionen, welche für die Neuaufstellung der „Alltagsmenschen“ von Christel Lechner gespendet hatten und noch spenden werden. Die beliebten Figuren gehen aus Witterungsgründen in den „Winterschlaf“, aus dem sie nach dem Wunsch aller Beteiligten im März kommenden Jahres jedoch wieder erwachen sollen.