Ennepetal macht Kohle

Ennepetal. (je) Ende des 18. Jahrhunderts begann sich mit Einsetzen der industriellen Revolution die Landschaft der Ruhrgebietes nachhaltig zu verändern. Eisen wurde zu einem immer wichtigeren Material, dessen Erzeugung große Mengen an Kohle benötigte. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts, insbesondere auch mit dem Bau von Eisenbahnlinien, wandelte sich das Bild der Region schließlich endgültig von landwirtschaftlicher Prägung hin zu einer dicht besiedelten Industrieregion – mit zahlreichen Zechen, Hochöfen, Stahl- und Walzwerken.

Doch schon vor dieser Zeit wurde Eisen benötigt, etwa für die Herstellung von Werkzeugen oder Waffen. Und auch rund um die Ennepe geschah dies über Jahrhunderte hinweg in sogenannten Rennöfen. Die nötige Hitze, um das Eisen aus dem Erz zu schmelzen, wurde in diesen Öfen mittels Holzhohle erzeugt. Holzhohle wiederum wurde in Kohlemeilern hergestellt. Aufgeschichtetes Holz wird in diesen mit einer luftdichten Schicht aus Lehm und Pflanzenmaterial überschüttet und zum Glimmen gebracht. Durch die Hitze verdampfen innerhalb einiger Tage Flüssigkeit und andere unerwünschte Bestandteile aus dem Holz; übrig bleibt schließlich Holzkohle.

Um an diese Tradition zu erinnern, findet im Hülsenbecker Tal in Ennepetal etwa alle zwei Jahre die „Meilerwoche“ statt. Dort wird unter Federführung der Biologischen Station ein echter Kohlemeiler aufgebaut und über eine Woche in Betrieb gehalten. Dazu gibt es ein umfangreiches Erlebnis- und Kulturprogramm sowie besondere Angebote für Schulklassen.

Bauernmarkt und Hütehunde

Die nunmehr siebte Meilerwoche findet in diesem Jahr erstmals nicht im September, sondern bereits im Mai statt. Los geht es am Samstag, 21. Mai 2015, um 10 Uhr mit der Eröffnung des traditionellen Handwerker- und Bauernmarktes. Um 13 Uhr spielt die Jugendfeuerwehrkapelle der Stadt Ennepetal und um 14 Uhr wird schließlich im Industriemuseum eine Grubenlampe entzündet und erstmals mit einem Trecker-Korso zum Meilerplatz gebracht.

Dort wird um 15 Uhr im Beisein von Landrat Olaf Schade und Bürgermeisterin Imke Heymann sowie Dr. Britta Kunz, Leiterin der Biologischen Station, der Meiler durch die Hobbyköhler des SGV Hirschberg angezündet. Anschließend gibt es um 16 Uhr noch eine Hütehundevorführung. Der Bauernmarkt endet schließlich gegen 18 Uhr.

Auch der Sonntag steht von 10 bis 18 Uhr wieder im Zeichen des Handwerker- und Bauernmarktes. Um 14.30 Uhr zeigen die Hütehunde noch einmal ihr Können und um 16 Uhr singt der Dorma-Chor in der Konzertmuschel.

Unterhaltung und Braten

Am Montag, 23. Mai, wird dann traditionell ein Ruhetag eingelegt. Passend dazu findet ab 19 Uhr ein gemütlicher Lagerfeuerabend statt. Ferner gibt es ab 17 Uhr ein buntes Unterhaltungsprogramm. Mit dabei sind Jongleure der Stiftung Loher Nocken sowie Musikanten der Musikschule. Ab 18.30 Uhr werden dann Märchen und Geschichten erzählt.

Am Mittwoch wird am Abend zu zünftiger Musik ebenso zünftig Spießbraten gebraten – hierzu ist aus organisatorischen Gründen eine Anmeldung erforderlich. Wer dabei sein möchte, ruft zwischen dem 9. und 19. Mai die Rufnummer 02333/ 603541 an oder schreibt eine Mail an info@biologische-station.de.

Spiel und Kohle

Der Donnerstag, 26. Mai 2015, – Fronleichnam – bietet schließlich „Spiel und Spaß ohne Grenzen“ für die ganze Familie. Von 14 bis 18 Uhr werden im Hülsenbecker Tal verschiedenste Spiele angeboten, darunter natürlich auch das traditionelle Ennepetaler Kegelspiel „Op dä Dicken“. Die Teilnahme an allen Spielen ist grundsätzlich ohne Anmeldung möglich, größere Teams sollten sich zur besseren Planbarkeit aber trotzdem vorher bei der Biostation melden. Die siebte Meilerwoche endet schließlich am Freitag mit dem Aufbrechen des Meilers ab etwa 15 Uhr. Hier kann man auch ein Rückpferd in Aktion betrachten. Zum schwungvollen Ausklang spielt abends ab 19 Uhr die Band „Jazzpunkt“ der Musikschule Ennepetal.

Kohleverkauf

Die im Meiler erzeugte Holzkohle, die sich – so sind alle Organisatoren nach Selbstversuchen überzeugt – besonders gut zum Grillen eignet, kann auch erworben werden. Entweder direkt am Freitag nach dem Aufbrechen des Meilers, am Samstag, 28. Mai 2016, von 12 bis 16 Uhr im Industriemuseum oder später ebenfalls dort nach telefonischer Anmeldung.