Ennepetal surft schnell

Ennepetal. (je) Fast genau ein Jahr ist es her, dass die Telekom in Ennepetal mit dem Ausbau ihres VDSL-Netzes begonnen hatte. Das Versprechen damals lautete: „Die Ennepetaler können bereits 2015 ihre Weihnachtsgeschenke über schnelles Internet bestellen.“

Und dieses Versprechen wird nun tatsächlich eingelöst. Wie Bürgermeisterin Imke Heymann und Telekom-Vertriebsmanager Thomas Vohl am Donnerstag mitteilten, können Kunden in weiten Teilen Ennepetals ab dem 9. November 2015 neue und schnelle Tarife buchen.

Insgesamt 14.000 Haushalte – und natürlich auch Handel und Gewerbe – von Oelkinghausen bis Hasperbach werden mit der neuen Technik versorgt. Diese bietet Geschwindigkeiten bis zu 100 MBit/s und ermöglicht damit zeitgemäße Kommunikation und Medienkonsum von Surfen über Telefonie bis hin zu Fernsehen und Onlinevideotheken über eine Leitung.

Technik

Um die neuen Geschwindigkeiten zu erreichen, setzt die Telekom auf das sogenannte „Vectoring“. Die ermöglicht auch auf den „letzten Metern“, also dem Weg von den ans Glasfasernetz angeschlossenen Verteilerkästen hin in die Haushalte, durch geschickte Fehlerkorrekturen nun wesentlich mehr Leistung als bislang. Auf diesen Strecken in die Häuser, Wohnungen und Firmen kommen nämlich fast überall noch immer alte Kupferkabel zum Einsatz, die oft viele Jahrzehnte alt sind.

Damit die neue Technik zum Einsatz kommen kann, wurden durch die Telekom im vergangenen Jahr insgesamt 35 Kilometer neues Glasfaserkabel verlegt, davon 14,8 Kilometer im Tiefbau. Weiterhin wurden im Stadtgebiet 59 neue „Multifunktionsgehäuse“ aufgestellt. Diese verteilen die Glasfaserleistung per “Vectoring” auf die Kupferdrähte.

Gekostet hat der Netzausbau einen Millionenbetrag. Welche Summe genau investiert wurde, möchte Thomas Vohl aber nicht verraten. Dies ist ebenso wie eine exakte Karte der Ausbaugebiete das Betriebsgeheimnis der Telekom. Wer aber wissen möchte, ob sein Zuhause an das neue Netz angeschlossen ist, kann dies unter www.telekom.de/verfuegbarkeit herausfinden.

Vertriebsprobleme

Zum Abschluss neuer Verträge wird – auch wenn hin und wieder andere Gerüchte kursieren – derzeit niemand gezwungen. Kunden müssen, um in den Genuss der schnelleren Netzgeschwindigkeiten zu kommen, selber aktiv werden. Und dabei gibt es ein kleines Problem, denn nicht nur die Telekom selbst unterhält in der Klutertstadt keinen eigenen Verkaufspunkt, es gibt auch keine anderen Händler, die die Produkte des „rosa Riesen“ anbieten.

Damit interessierte Kunden aber besonders jetzt in den Anfangstagen der neuen Technik nicht in die nächsten Telekom-Shops nach Schwelm oder Hagen bzw. zum nächsten Händler, Expert Ellinghaus in Gevelsberg, müssen, hat sich der Anbieter zwei Maßnahmen überlegt: zum einen wird den gesamten November über ein „rollender T-Shop“ in einem umgebauten Bus in der Milsper Fußgängerzone (Voerder Straße 44) stehen, zum anderen besuchen ab Montag, 9. November, auch sogenannte „Direktvermarkter“ die Haushalte.

Vohl beruhigt: „Bei unseren Vermarktungsteams handelt sich um keine Drückerkolonnen. Die Mitarbeiter sind an Telekomkleidung und offen getragenen Ausweisen erkennbar. Sollte mit ihnen ein Vertrag abgeschlossen werden, rufen wir Sie in jedem Fall noch einmal wenige Tage später an und lassen uns den Abschluss telefonisch bestätigen.“
Vorreiter

Mit dem Ausbau des neuen VDSL-Netzes übernimmt Ennepetal eine Vorreiterrolle im Süd-Kreis, denn in den anderen Städten gibt es bislang keine vergleichbaren Kapazitäten. Die Telekom will auch dort tätig werden, ist aber derzeit auf der Suche nach geeigneten Fördertöpfen, um die kostenintensiven Baumaßnahmen zu stemmen.

Die neue Bürgermeisterin Imke Heymann ist jedenfalls sehr erfreut: „Schnelles Internet ist heute eigentlich ein Standard und den gibt es nun auch bei uns. Ich bin freudig überrascht, dass der Ausbau so schnell wie geplant funktioniert hat, die Zusammenarbeit zwischen Stadt und Telekom hat toll funktioniert.“