Faulbrut: Schwelmer Imker betroffen

EN-Kreis. Der Ausbruch der Amerikanischen Faulbrut in sechs Bienenständen in Sprockhövel hatte es nötig gemacht, für die Stadtteile Haßlinghausen sowie Herzkamp und Linderhausen (Schwelm) einen Sperrbezirk einzurichten. „Nachdem die betroffenen Bienenvölker getötet wurden und alle Abschlussuntersuchungen gut verlaufen sind, gilt der Bereich jetzt wieder als seuchenfrei. Die Imker müssen hier daher ab sofort keine Auflagen mehr beachten“, gibt Dr. Annemarie Schüer vom Veterinäramt des Ennepe-Ruhr-Kreises Entwarnung.

Grenzen im Amtsblatt genannt

Anders stellt sich die Lage allerdings für Bienenfreunde im Westen und Südwesten von Schwelm dar: Sie bekommen derzeit die Folgen eines Ausbruches der Faulbrut auf Wuppertaler Gebiet zu spüren, Sperrbezirk inklusive. „Die genauen Grenzen werden im aktuellen Amtsblatt des Kreises beschrieben“, sagt Schüer. Das Amtsblatt ist auf der Internetseite des Kreises zu finden. Jeder Imker, der Bienen im Sperrbezirk halte und diese dem Veterinäramt noch nicht angezeigt habe, sei verpflichtet, dies unter der Telefonnummer 02336 / 93-2412 umgehend nachzuholen. Ebenso wichtig: Wer für gestorbene oder auf Anordnung der Behörde getötete Bienenvölker eine Entschädigung erhalten möchte, muss der Tierseuchenkasse Nordrhein-Westfalen bereits zu Beginn seiner Bienenhaltung den Standort und die Zahl der Völker mitteilen.

„In diesem Jahr hat sich die Amerikanische Faulbrut in der gesamten Bundesrepublik stark ausgebreitet“, berichtet Schüer. Jeder Imker sollte daher zum einen darauf achten, nur Bienenvölker mit gültigem Gesundheitszeugnis zuzukaufen. „Zum anderen“, rät Schüer, „kann die Hygiene am Bienenstand gar nicht penibel genug sein. Bienenwaben sollten daher beispielsweise keinesfalls draußen liegen bleiben und unbewohnte Bienenwohnungen sind verschlossen zu halten. Insbesondere durch Räuberei, die bis in den Herbst zu beobachten ist, droht andernfalls eine Übertragung der Seuche auf bisher gesunde Völker.“

Jeder Imker sollte momentan in seinem und im Interesse der Nachbarimker auf Anzeichen von Krankheiten achten und im Zweifelsfall den Sachverständigen seines Vereines oder das Kreisveterinäramt benachrichtigen. Insbesondere eingefallene Zelldeckel mit Löchern, die im Brutbereich gefunden werden, sowie bräunlich fädenziehende Inhalte in den Brutzellen sollten als Alarmsignale gewertet werden.

Amerikanische Faulbrut

Die Krankheit ist nicht heilbar, befallene Völker werden in der Regel abgetötet. Für Menschen ist die Faulbrut ungefährlich, gleiches gilt für mit Sporen belasteten Honig, der unbedenklich verzehrt werden kann. Für Imker gilt allerdings: Von Bienen ist infizierter Honig fernzuhalten, da sie sich daran anstecken können. Gerade im Honig sind die Sporen nämlich besonders gut haltbar. er ist damit eine Quelle für Neuinfektionen. Der Erreger wird über erwachsene Bienen, die nicht erkranken können, auf die im Stock vorhandene Brut übertragen. In den Larven vermehrt sich der Erreger und tötet den Nachwuchs.